E. coli

Nicht alle E. coli sind gefährlich

Escherichia coli sind Bakterien, welche natürlicherweise im Darm vieler Säugetiere vorkommen, und mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Sie gelten daher als wichtiger Indikator für die Sauberkeit von Wasser und Nahrungsmitteln. Wird E. coli darin nachgewiesen, spricht dies für eine fäkale Verunreinigung. Viele E. coli-Arten sind im menschlichen Körper Teil der normalen Darmflora. Werden sie jedoch in andere Körperregionen wie z.B. in den Urogenitaltrakt verschleppt, können sie dort starke Entzündungen hervorrufen. 

  • Enterohämorrhagische E. coli EHEC: Dies ist eine meldepflichtige Krankheit. Betroffene leiden unter teilweise blutigen Durchfällen. Bleiben die Erreger nicht nur auf den Darm begrenzt, können sie Niere und Blutzellen schädigen.
  • Enteropathogene E. coli EPEC: Sie lösen vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern Durchfälle, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen aus. Sie haften sich an die Darmwand und beschädigen die Darmschleimhaut.
  • Enterotoxische E. coli ETEC: Sie gelten als möglicher Erreger des Reisedurchfalls. Sie bilden im Darm Giftstoffe, welche die Beschwerden auslösen.
  • Enteroinvasive E. coli EIEC: Sie können prinzipiell in allen Altersgruppen auftreten und führen zu teilweise blutigen Durchfällen.
  • Enteroaggregative E. coli EAEC: Besonders in Nordafrika und Mittelamerika gelten sie als Erreger des Reisedurchfalls, sind aber noch wenig erforscht.

Die einzelnen Gruppen haben unterschiedliche Mechanismen in der Krankheitsentstehung. Gemeinsam ist ihnen die hohe Infektiosität. Bereits weniger als 100 Erreger können zu Krankheitssymptomen führen. Am bedeutendsten sind die enterohämorrhagischen E. coli (EHEC). Daher wird im weiteren Verlauf spezifisch auf EHEC eingegangen.

 

EHEC und sein Giftstoff Verotoxin

Gelangen EHEC in den menschlichen Darm, können sie sich an die Darmschleimhaut anheften und diese durch den Giftstoff Verotoxin beschädigen. Dies löst bei den Betroffenen Durchfall aus.  Durch die Schädigung der Darmschleimhaut kann die Barrierefunktion nicht mehr aufrechterhalten werden und Bakterien und Giftstoffe leichter in den Körper gelangen. Dies kann zu schweren Krankheitsverläufen führen, denn EHEC und sein Giftstoff Verotoxin können speziell Blut- und Nierenzellen schädigen und diese zerstören. Dann spricht man vom hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS). Das HUS geht mit einer Mortalität von 5% einher und bei weiteren 20% der Betroffenen erholt sich die Niere nicht mehr. 

EHEC sollte nicht antibiotisch behandelt werden

Eine EHEC-Infektion ist meist selbstlimitierend. Als Therapie ist auf ausreichende Salz- und Flüssigkeitsaufnahme zu achten, um die Verluste durch den Durchfall auszugleichen.

Bei EHEC ist eine antibiotische Therapie nicht empfohlen. Denn das in den Bakterien enthaltene Verotoxin kann durch die rasche Zerstörung der Bakterien in kurzer Zeit in den Körper gelangen und ein hämolytisch-urämisches Syndrom auslösen. Während der Krankheit sollten keine stuhlregulierende Medikamente (wie z. B. Immodium®) eingenommen werden, um die Ausscheidungsdauer der Bakterien nicht zu verlängern.

 

Die Situation in der Schweiz

EHEC-Infektionen sind in der Schweiz seit 1999 meldepflichtig. Im Jahr 2017 beliefen sich die Meldungen auf 699 Fälle.

Prävention: Wie man sich vor Coli-Bakterien schützen kann

Durch korrekte Hygienemassnahmen kann einer EHEC-Infektion vorgebeugt werden. Diese beinhalten:

  • Händewaschen mit Wasser und Seife nach jedem Toilettengang, vor der Küchenarbeit, nach dem Hantieren mit rohem Fleisch, vor dem Essen, nach dem Umgang mit Tieren
  • Rohmilch vor dem Konsum aufkochen
  • Fleisch vollständig durchgaren

 

Weitere Informationen bezüglich EHEC finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).