Dengue

Das Dengue-Fieber kommt vorwiegend in den Tropen und Subtropen vor

Die grössten Ansteckungsraten sind in Südostasien zu verzeichnen. Aber auch in Lateinamerika, Zentralafrika, Teilen des Pazifiks und im Süden der USA tritt die Krankheit gehäuft auf. Aktuell schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der jährlich Erkrankten auf 50 bis 100 Millionen. Andere Schätzungen gehen sogar von 390 Millionen jährlichen Ansteckungen aus. Rund 500‘000 Erkrankte erleiden einen schweren Krankheitsverlauf und bei 22‘000 Menschen führt das Dengue-Fieber zum Tod. Die meisten Todesopfer sind Kinder. Aber auch Menschen über 60 Jahre haben ein erhöhtes Risiko eines tödlichen Krankheitsverlaufs. Mit der Verbreitung der asiatischen Tigermücke und der Gelbfiebermücke kann das Dengue-Fieber in neuen Gebieten vorkommen. Bis vor wenigen Jahren galt Europa noch als Dengue-frei. 2010 gab es aber erste Krankheitsübertragungen in Südfrankreich und Kroatien. Seit da kommt es jährlich zu einigen Übertragungen in Südfrankreich. Auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira kam es zwischen September 2012 und März 2013 zu einem grösseren Ausbruch der Krankheit. 1‘080 Fälle konnten nachgewiesen werden.

 

Dengue-Symptome ähneln der Grippe
Das Dengue-Fieber manifestiert sich 3 bis 14 Tage nach der Infektion mit dem Virus. Die Symptome sind oft unspezifisch und in einigen Fällen verläuft die Krankheit komplett asymptomatisch. Klassischerweise präsentiert sich Dengue mit folgenden drei Symptomen: Fieber bis 40°C, Gliederschmerzen und rötlicher Hautausschlag. Die Krankheit ist in der Regel selbstlimitierend und klingt meist nach drei bis sieben Tagen wieder ab. Nach der Infektion besteht eine lebenslange Immunität gegen denjenigen Serotyp des Dengue-Virus, welcher die Erkrankung auslöste. Von den drei weiteren Serotypen kann man dann jedoch immer noch befallen werden und erneut erkranken. Eine zweite Dengue-Erkrankung verläuft typischerweise deutlich schwerer als die erste.
Manchmal entwickelt sich ein sehr schweres Krankheitsbild- das hämorrhagische Denguefieber (DHF). Durch das sogenannte capillary leakage (undichte kleine Blutgefässe) können sowohl innere Blutungen als auch Blutungen ins Gewebe auftreten. Unter intensivmedizinischer Betreuung beträgt die Sterblichkeit 5 bis 15%.

 

Eine ursächliche Therapie ist nicht vorhanden
Eine ursächliche Therapie gegen das Dengue-Fieber ist nicht vorhanden. Die Therapie ist mit fiebersenkenden und schmerzlindernden Medikamenten symptomorientiert. Die Einnahme von Aspirin sollte während der Krankheit vermieden werden, da Aspirin eine blutverdünnende Wirkung hat und die Entwicklung eines hämorrhagischen Fiebers fördern könnte.
Bei schweren Verläufen sind eine Hospitalisierung und gegebenenfalls die Betreuung auf einer Intensivstation erforderlich.

 

Wie kann man sich schützen
Da keine Therapie gegen das Dengue-Fieber vorhanden ist, ist es wichtig, sich vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen. Beachten Sie dabei folgendes:
-Informieren Sie sich vor einer Reise über die aktuelle Dengue-Situation Ihrer Reisedestination unter www.safetravel.ch.
-Schützen Sie sich vor Mückenstichen: Benützen Sie Insektizid-Sprays, tragen Sie lange Kleidung und schlafen Sie unter mit Insektiziden behandelten Mückennetzen. Beachten Sie, dass Tigermücken vor allem tagsüber stechen.
-Reiserückkehrer mit Fieber sollen einen Arzt aufsuchen.

 

Impfung nur für Bewohner von Endemiegebieten
Im Dezember 2015 wurde der erste Impfstoff gegen Dengue in Mexiko zugelassen und mittlerweile in 20 Ländern eingesetzt. Die Impfung beschränkt sich auf Regionen mit hohen Dengue-Fallzahlen. Der Impfstoff ist nur wirksam, wenn der Betroffene bereits eine Dengue-Erkrankung durchgemacht hat. Er schützt also nur vor einer Zweitinfektion.
Da der Impfstoff nicht für Reisende entwickelt und getestet wurde, wird von einer Anwendung bei Personen, die sich nie mit dem Dengue-Virus infiziert haben, abgeraten.

 

Weitere Informationen

Bundesamt für Gesundheit.

Safetravel