Chikungunya

„Der gekrümmt Gehende“
Die Erstbeschreibung des Chikungunya-Fiebers geschah im Jahr 1952 in Tansania und Uganda. Ein Jahr später wurde das krankheitsauslösende Virus identifiziert. 1958 traten in Asien erste Fälle von Chikungunya auf.
Der Name Chikungunya stammt aus der Sprache der Makonde, einem Volk im Südosten Tansanias. Die Bedeutung des Wortes ist „der gekrümmt Gehende“ und ist auf die Gelenk- und Muskelschmerzen während einer Chikungunya-Infektion zurückzuführen.

 

Das Virus wird durch Stechmücken übertragen
Ursprünglich kam Chikungunya ausschliesslich im östlichen und südlichen Afrika vor. Da sich die asiatische Tigermücke in den vergangenen Jahren auf fast allen Kontinenten ansiedelte, gibt es immer wieder Ausbrüche von Chikungunya auf Inseln im indischen Ozean, der Karibik, in Mittelamerika und im Norden Südamerikas. In Europa wurde Chikungunya bisher nur bei rückkehrenden Tropenreisenden diagnostiziert. Eine Ausnahme gab es aber im Jahr 2007 in der norditalienischen Provinz Ravenna. Damals infizierten sich knapp 200 Personen mit dem Chikungunya-Virus. Zehn Jahre später wurden erneut 14 Personen in Italien mit dem Chikungunya-Virus infiziert.
Obwohl es bisher in der Schweiz keine Chikungunya-Übertragungen gab, wurde 2008 eine Meldepflicht für die Krankheit eingeführt. Die Anzahl der jährlichen Meldungen variiert sehr stark mit dem Tiefstwert von nur einer Meldung im Jahr 2012 und dem Höchstwert von 78 Fällen im Jahr 2014. 65% der Chikungunya-infizierten Schweizer erkrankten nach einer Reise in die Karibik, weitere 23% infizierten sich in Asien.
Eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung wie zum Beispiel bei Grippeviren ist bei Chikungunya nicht beschrieben.

 

Fieber und Gelenkbeschwerden
Drei bis sieben Tage nach der Infektion mit dem Chikungunya-Virus äussert sich die Krankheit in rasch ansteigendem, hohem Fieber und Gelenkbeschwerden. Klassisch für Chikungunya ist der zweiphasige Fieberverlauf. Nach initial drei Tagen Fieber schieben sich ein bis zwei fieberfreie Tage ein. Danach kommt es für einige Tage zum erneuten Temperaturanstieg. Die Betroffenen klagen meist auch über geschwollene, berührungsempfindliche und schmerzhafte Gelenke der Extremitäten. Nach überstandener Krankheit normalisieren sich auch die Gelenkschmerzen wieder. Selten können die Gelenkbeschwerden noch über Monate andauern. In den meisten Fällen klingt die Infektion nach ein bis zwei Wochen auch ohne spezifische Therapie ab. Nach überstandener Krankheit kommt es zu einer lebenslangen Immunität.
In seltenen Fällen kann es während der Infektion zu Komplikationen kommen. Meist sind dies eine Hepatitis, eine Herzbeutel- oder Herzmuskelentzündung oder eine Hirnhautentzündung mit neurologischen Störungen. In diesen schweren Krankheitsverläufen kann das Chikungunya-Fieber zu bleibenden Schäden und zum Tod führen. Solch schwere Krankheitsverläufe kommen vor allem bei Neugeborenen, Personen über 65 Jahren und Menschen mit vorbestehenden Erkrankungen vor.

 

Eine ursächliche Therapie ist nicht vorhanden
Gegen Chikungunya gibt es weder eine Impfung noch eine spezifische Behandlung. Die Therapie ist symptomorientiert mit fiebersenkenden und schmerzstillenden Medikamenten. Auf die Gabe von Aspirin (blutverdünnende Wirkung) sollte verzichtet werden, da es während einer Chikungunya-Infektion in sehr seltenen Fällen zu einem hämorrhagischen Fieber mit inneren Blutungen und Blutungen ins Gewebe kommen kann.

 

Wie kann man sich schützen
  • Informieren Sie sich vor einer Reise über die aktuelle Chikungunya-Situation Ihrer Reisedestination unter www.safetravel.ch
  • Schützen Sie sich vor Mückenstichen: Benützen Sie Insektizid-Sprays, tragen Sie lange Kleidung und schlafen Sie unter mit Insektiziden behandelten Mückennetzen. Beachten Sie, dass Tigermücken vor allem tagsüber stechen
  • Reiserückkehrer mit Fieber sollen den Arzt aufsuchen

 

Weitere Informationen:

Bundesamt für Gesundheit

Safetravel

Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH)