Campylobacter

Die Zoonose: Vom Tier auf den Menschen

Die Erreger der Campylobacteriose sind Bakterien der Gattung Campylobacter. Es gibt mehr als 20 verschiedene Campylobacter-Arten, wobei nicht alle einen Krankheitswert für den Menschen haben. Campylobacter kommen natürlicherweise in Wild-, Haus- und Nutztieren vor. Sie leben in diesen Tieren ohne diese krank zu machen und werden in den Exkrementen ausgeschieden. Die Erreger können einige Zeit ausserhalb des Körpers (z.B. in Lebensmitteln) überleben, sich aber nicht vermehren. Die Campylobacteriose ist eine sogenannte Zoonose, das heisst, der Krankheitserreger kann von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Die Übertragung der Bakterien auf den Menschen kann über einen direkten und einen indirekten Weg geschehen. Die direkte Übertragung liegt vor, wenn ein Mensch mit Campylobacter-infizierten Exkrementen in Berührung kommt. Häufiger geschieht die Übertragung auf indirektem Weg: Die Ansteckung des Menschen erfolgt durch den Verzehr verschmutzter Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder durch verschmutztes Trinkwasser.

Die Campylobacteriose kommt weltweit vor

Die Campylobacteriose ist eine Krankheit, die weltweit vorkommt. Besonders in Entwicklungsländern ist die Krankheit oftmals endemisch (sie kommt ständig vor und betrifft einen grossen Teil der Bevölkerung). Daher erkranken auch Reisende in solchen Gebieten häufig an einer Campylobacteriose.

In der Schweiz werden jährlich knapp 8‘000 Fälle registriert. Besonders im Sommer (Grillzeit, Barbecue) und um den Jahreswechsel (Fondue chinoise) herum treten gehäuft Campylobacteriose-Fälle auf Die konsequente Trennung von rohem Fleisch von anderen Lebensmitteln senkt das Risiko einer Infektion.

Starker Durchfall als Leitsymptom

Nach einer Infektion mit Campylobacter vergehen 1 bis 7 Tage bis die ersten Symptome auftreten. Die Bakterien dringen in die Darmschleimhaut ein und vermehren sich dort. Die Betroffenen klagen über krampfartige Bauchschmerzen, Krankheitsgefühl, Fieber bis zu 40°C und starke, teilweise blutige Durchfälle. Die Erkrankten haben bis zu 20 wässrige Stuhlgänge pro Tag. Des Weiteren treten Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen auf. Die Symptome verschwinden meist nach ein bis zwei Wochen spontan. Die Erreger können noch bis zu 4 Wochen nach der Infektion im Stuhl ausgeschieden werden. Weitere Personen können sich aber nur durch direkten Kontakt mit Ausscheidungsprodukten eines Erkrankten infizieren.

In seltenen Fällen kann die Campylobacteriose einen chronischen Verlauf nehmen, d.h. sie heilt nicht spontan ab. Die Beschwerden ähneln dann jenen einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Durch die kontinuierliche Infektion wird die Darmwand geschädigt, was eine Mischinfektion mit Salmonellen und anderen Durchfallerregern begünstigt. Ausserdem können Betroffene noch Wochen nach der Infektion unter Gelenksentzündungen leiden.

In sehr seltenen Fällen kann die Campylobacteriose das Guillain-Barré-Syndrom auslösen. Dies ist eine durch das eigene Immunsystem ausgelöste Entzündung des peripheren Nervensystems. Typischerweise äussert sich diese in allgemeiner Schwäche, Lähmungen und Empfindungsstörungen. Eine lebensbedrohliche Situation besteht, wenn die Atem- und Schluckmuskulatur von der Lähmung betroffen ist. Die Krankheit entwickelt sich über Tage und dauert Wochen bis Monate. Bei ca. 20% bleiben neurologische Ausfälle bestehen und ca. 5% sterben am Guillain-Barré-Syndrom.

Zur sicheren Diagnosestellung einer Campylobacter-Infektion bietet sich der direkte Erregernachweis in einer Stuhlprobe an. Hat das Bakterium weitere Organe befallen, kann es auch im Blut und anderen Körpersekreten nachgewiesen werden.

Antibiotische Therapie nur in ausgewählten Fällen

Da die Campylobacteriose in den meisten Fällen spontan ausheilt, wird auf eine Routinemässige Gabe von Antibiotika verzichtet. Die Antibiotikagabe verkürzt die Krankheitsdauer in der Regel nicht, senkt aber das Risiko von Komplikationen.  Empfohlen ist die Antibiotikagabe bei kleinen Kindern, älteren Personen, Personen die einen schweren Krankheitsverlauf aufweisen und Immunsupprimierte. Da die Betroffenen durch Durchfall und Erbrechen viel Flüssigkeit und Blutsalze verlieren, ist auf eine ausreichende Salz- und Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Prävention: Wie man sich vor Campylobacter schützen kann

Die wichtigste Massnahme zur Vorbeugung einer Campylobacteriose ist das Einhalten der Küchenhygiene sowie auf eine gute Hände- und Oberflächenhygiene beim Zubereiten von Nahrungsmitteln. Tierische
Lebensmittel sollten immer ausreichend durchgegart werden. Unter
https://sichergenissen.ch finden Sie diesbezüglich noch genauere Tipps.

Weitere Informationen bezüglich Campylobacteriose finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).