Krankheitsbild

Das Influenza-Virus kommt in drei Varianten vor

Die Grippe ist eine Krankheit, die durch Influenzaviren ausgelöst wird. Aufgrund unterschiedlicher Eigenschaften lassen sie sich in Influenza A, Influenza B und C einteilen.

Influenza-A-Viren gelten als die gefährlicheren, da sie fähig sind, sich ständig zu verändern. Die ständigen Veränderungen des Virus führen dazu, dass unser Immunsystem, welches das Virus bekämpft, es nicht wiedererkennen kann und somit kein Immungedächtnis oder Immunität entwickelt. Influenza-B-und C-Viren treten seltener auf als Influenza A.

Ausserhalb des Körpers können Influenzaviren auf Oberflächen mehrere Stunden bis Tage überdauern, insbesondere bei tiefen Temperaturen. Vor allem im Winter sind sie weltweit für hunderttausende Erkrankungen, Arztkonsultationen, Hospitalisierungen und Todesfälle verantwortlich.

Berühmt-berüchtigte Grippeepidemien

Die berüchtigte Spanische Grippe in den Jahren 1918/1919 wurde durch H1N1, einem Subtyp der Influenza-A-Viren, verursacht. Auch die Schweinegrippe im Jahr 2009 wurde von einem Vertreter des Typs H1N1 ausgelöst. Ein anderer Subtyp von Influenza-A-Viren, das H5N1, war der gefürchtete Erreger der Vogelgrippe drei Jahre zuvor. Der dominierende Krankheitserreger in der Grippesaison 2017/2018, während der aussergewöhnlich viele Menschen infiziert wurden und eine lange «Grippe-Periode» verursachte, war Yamagata, eine Stammlinie der Influenza-B-Viren.

Die Grippe zeigt sich durch diffuse Symptome

Die Grippe äussert sich in Fieber, Halsschmerzen, einer laufenden Nase und trockenem Husten. Ausserdem leiden die Betroffenen häufig unter Kopf- und Gliederschmerzen und einem allgemein starken Krankheitsgefühl. Allerdings sind diese Anzeichen unspezifisch und können auch bei vielen anderen Atemwegserkrankungen auftreten. Charakteristisch für eine Influenzainfektion ist einzig das sehr plötzliche Auftreten der Symptome. Besonders heimtückisch ist, dass die Symptome einer Vorerkrankung, wie zum Beispiel eine Herzinsuffizienz oder eine chronische obstruktive Lungenerkrankung, die Grippesymptome überlagern können, was die Diagnose weiter erschwert.

Eine Influenzainfektion hat verschiedene Gesichter

Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zu den ersten Beschwerden vergehen durchschnittlich zwei Tage. Die Grippe selbst kann bis zu zwei Wochen andauern. Dabei gibt es verschiedene Ausprägungsformen. Diese können von mild, ähnlich einer banalen Erkältung, bis zu einer schweren Erkrankung mit Komplikationen, welche zur Hospitalisierung und Aufenthalt auf einer Intensivstation führen, reichen. Auch heute noch kann die Grippe tödlich enden, insbesondere bei Kleinkindern und älteren Menschen, da diese ein schwächeres Immunsystem haben und die Infektion schlechter bekämpfen können.

Es gibt kein effektives Medikament gegen das Virus

Im Gegensatz zu bakteriellen Infektionen, wie zum Beispiel eine durch Bakterien bedingte Lungenentzündung), welche mit Antibiotika erfolgreich behandelt werden können, gibt es gegen Grippeviren keine vergleichbar effektive Therapie. Die Therapie ist symptomatisch, d. h. es werden die einzelnen Symptome behandelt.

Das Virus bleibt häufig nicht allein

Häufig erleiden an Grippe Erkrankte eine zweite, sekundäre bakterielle Infektion, eine sogenannte Superinfektion. Während das Immunsystem mit der Grippeinfektion beschäftigt ist, können krankheitserregende Bakterien den Körper einfacher befallen. Im Durchschnitt betrifft dies 11-35% der Influenzapatienten. Diese Infektionen können zu erheblichen Komplikationen, wie eine Hospitalisierung, führen und die Sterblichkeitsrate erhöhen. Betroffen sind meistens Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko.