Informationen zum Testen

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Der einzige direkte Nachweis des aktiven Virus wäre dessen Kultivierung im Labor. Diese kann aber in der Routine-Diagnostik nicht angewandt werden, da sie zu lange dauert (ca. 3-4 Tage), keinen praktikablen Durchsatz aufweist (selbst in den grössten Labors nur wenige Proben pro Tag und nur wenige Labors dürfen das Virus in der Schweiz kultivieren) und für die Belegschaft und Umwelt eine Gefahr darstellt.

Aus diesen Gründen wird fuer die Diagnostik auf Substitute des aktiven Virus zurück gegriffen: die Erbinformation (RNA) und deren Produkte (Proteine). Die RNA wird mittels einer Amplifikation Methode nachgewiesen (PCR), und das Protein direkt (Antigen-Schnelltest). Die PCR Methode ist viel sensitiver als der Antigen-Schnelltest (min 10’000x), viel weniger fehleranfällig (fast keine falsch positiven Resultate) und lässt sich im Labor einfacher automatisieren. Die PCR Methode ist die Methode der Wahl in der Schweiz (siehe entsprechende Informationen des Bundesamtes für Gesundheit BAG). Weiterführende Informationen, etwa zu den Validierungsstudien, sind Eigentum der involvierten Labore, bzw. müssten direkt von den Expertinnen und Experten des BAG eingeholt werden.

Das repetitive Testen im Kanton BL wird mittels gepooltem Speichel-PCR Test durchgeführt. Gepoolt bedeutet, dass aus mehreren einzelnen Proben eine Mischprobe (Pool) erstellt wird und diese dann im Labor mittels der klassischen PCR analysiert wird. Dabei weisen die grössten verwendeten Mischproben eine Kombination von ca. 20 Einzelproben auf. Der Speichel weist etwa 100x weniger Virus auf als der Nasen-Rachen-Abstrich. Auch lässt sich das Virus weniger lang im Speichel nachweisen (weitere Informationen). Der grösste Vorteil des Speichels ist aber, dass er mittels Mundspuelung mit Kochsalzlösung (Selbstbeprobung) zu Hause entnommen werden kann und im Gegensatz zum Nasen-Rachenabstrich mit Wattestäbchen für die Probenahme keine medizinische Fachkraft erforderlich ist. 

Ziel der breiten repetitiven Testung (BRT, Reihentests) ist, so viele Personen wie möglich zu identifizieren und dann auch zu isolieren, die sich mit dem Covid-19-Virus angesteckt haben, die aber keine Krankheitssymptome haben. Diese Leute können unbemerkt und ungewollt andere Personen anstecken. Dieses Risiko soll durch die Reihentests vermindert werden. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund der neu aufkommenden Viren-Mutationen wichtig. Im laufenden Pilotprojekt werden  Personen mit dokumentiertem COVID-19-Infekt innerhalb der letzten drei Monate von der Teilnahme am Reihentest ausgeschlossen (Vermeidung falsch positiver Ergebnisse). Die Erkenntnisse des Pilotprojektes werden ausgewertet und für das Design der anstehenden, breit angelegten Reihentests berücksichtigt.