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Dialogplattform
Mit der Dialogplattform Gesundheit Baselland wurde im Juni 2024 – parallel zur Erstellung des Rahmenkonzepts «Gesundheit BL 2030» – die Grundlage für die kontinuierliche Vernetzung und Zusammenarbeit der relevanten Akteure im Baselbieter Gesundheitswesen gelegt. Die Dialogplattform dient dem Informationsaustausch sowie Abgleich zwischen Leistungserbringern, Verbänden, Organisationen und der VGD sowie Berufsgruppen zu Themen und Projekten aus den Bereichen «Gesundheit BL 2030», «Gesundheitsförderung und Prävention» sowie «Alter und Pflege». Überdies können konzeptionelle Weiterentwicklungen eng abgestimmt mit den jeweilig betroffenen Akteuren geschehen.
Aktuell sind über 80 Leistungserbringer und Verbände Teil der Dialogplattform. Sie arbeiten in drei Gefässstrukturen an interdisziplinären Projekten:
- Selbstorganisierte Arbeitsgruppen: Im Rahmen von selbstorganisierten Arbeitsgruppen arbeiten Vertretungen von Leistungserbringern, Verbänden, Organisationen und Berufsgruppen an interdisziplinären Initiativen und Projekten und bringen dafür aktiv personelle Ressourcen ein. Das Amt für Gesundheit begleitet diese Gruppen.
- Fokusgruppen: Zur konkreten Umsetzung der Massnahmen aus «Gesundheit BL 2030» lanciert die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) «Fokusgruppen». Diese bilden sich unter der Leitung des Direktionsvorstehers sowie der Programmleitung «Gesundheit BL 2030» und bestehen aus Fachexpertinnen und Fachexperten der Leistungserbringer, Verbände, Organisationen und Berufsgruppen sowie der VGD.
- Dialogkonferenz: An der alle sechs Monate stattfindenden Dialogkonferenz werden die erarbeiteten Ergebnisse der Arbeits- und Fokusgruppen vorgestellt sowie Themen für neu zu schaffende Gruppen definiert.
Nachfolgend finden Sie weiterführende Informationen zu einzelnen selbstorganisierten Arbeitsgruppen und Fokusgruppen. Wenn Sie Ihre Meinung zur Dialogplattform einbringen möchten, freuen wir uns auf Ihre Rückmeldung an [email protected].
Arbeitsgruppen und Fokusgruppen:
Für weiterführende Informationen klicken Sie bitte auf die jeweiligen Titel, so dass sich weiterer Inhalt öffnet.
Arbeitsgruppen
Standardisierung der Medikationsprozesse
Ziel, Vorgehen, Ausblick: Ziel des Projekts ist die kantonsweite Standardisierung und Vereinfachung der Medikationsprozesse entlang des gesamten Patientenpfades. Durch eine einheitliche, digitale Lösung sollen Patientensicherheit und Behandlungsqualität erhöht, Medikationsfehler reduziert sowie Schnittstellen zwischen ambulanten und stationären Leistungserbringern optimiert werden. Zudem sollen Doppelspurigkeiten vermieden und Kosten gesenkt werden. Ausgangspunkt sind uneinheitliche Abläufe beim Spitalein- und -austritt sowie unterschiedliche digitale Anwendungen ohne gemeinsamen Standard. Eine Befragung der stationären Einrichtungen im Kanton zeigte grosse Unterschiede im Umsetzungsstand und in der Bereitschaft zur Einführung einer standardisierten Lösung. Während grössere Institutionen den Handlungsbedarf klar unterstützen, sehen kleinere Einrichtungen insbesondere finanzielle und personelle Herausforderungen. Vorgesehen ist die Erarbeitung eines verbindlichen Standardprozesses mit klar definierten Verantwortlichkeiten in einer breit abgestützten Arbeitsgruppe unter Berücksichtigung der laufenden gesetzlichen Entwicklungen. Ein nächster Schritt ist die Abstimmung mit den zuständigen Stellen in Verwaltung und Politik sowie der Dialog mit Leistungserbringern zur Sicherstellung eines breiten Commitments. Zudem soll die Analyse auf den ambulanten Be reich und das Austrittsmanagement ausgeweitet werden, um eine durchgängige, digitale und sektorenübergreifende Lösung zu etablieren.
An Erarbeitung beteiligte Stakeholder/Institutionen: Basellandschaftlicher Apothekerverband, Ärztegesellschaft Baselland, Hirslanden Klinik, Psychiatrie Baselland, Spitex Regio Liestal, Benitasana, Seniorenrat Baselland, GRITT Seniorenzentrum, Klinik Arlesheim
Integrierte Versorgungsprozesse im Kanton BL digital ausrichten
Ziel, Vorgehen, Ausblick: Die Arbeitsgruppe arbeitet daran, die digitale Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsorganisationen im Kanton Basel-Landschaft nachhaltig zu stärken. Im Fokus stehen Übergänge zwischen Spital, Rehabilitation, ambulanter Versorgung und Betreuung zuhause – ein Bereich, der für Patientinnen und Patienten besonders anspruchsvoll ist. Ein typisches Beispiel ist eine ältere Person mit Oberschenkelhalsbruch: Nach der Operation folgen Rehabilitation, Spitex-Betreuung, Hausarzt-Kontrollen und Medikamentenmanagement. Mehrere Organisationen sind beteiligt – eine lückenlose Weitergabe der Informationen ist entscheidend für Sicherheit, Qualität und Kontinuität der Behandlung. Die Arbeitsgruppe hat diese Versorgungsprozesse erstmals umfassend und sektorenübergreifend analysiert – basierend auf Interviews, Workshops und Fallanalysen. Dabei wurde deutlich, dass Informationen heute teilweise mehrfach erhoben, über verschiedene Kanäle ausgetauscht und stark vom persönlichen Engagement der Fachpersonen getragen werden. Gleichzeitig zeigte sich ein grosser Bedarf, relevante Informationen künftig stärker digital und strukturiert verfügbar zu machen. Auf dieser Grundlage wurden zentrale Handlungsfelder zur Weiterentwicklung der integrierten Versorgung und zur besseren digitalen Unterstützung der Zusammenarbeit identifiziert. In der nächsten Phase sollen konkrete Umsetzungsoptionen und mögliche Pilotprojekte entwickelt werden.
An Erarbeitung beteiligte Stakeholder/Institutionen: Vertreter/-innen aus Spitälern, Reha-Institutionen, Spitex, Hausärzteschaft, Apotheken sowie Fachpersonen aus Prozess- und Digitalisierungsexpertise im Rahmen der Dialogplattform
Optimierte präklinische notärztliche Versorgung Kanton Basel-Landschaft
Ziel, Vorgehen, Ausblick: Ziel dieses Projekts ist die fachlich konzeptionelle Weiterentwicklung der präklinischen notärztlichen Versorgung im Kanton Basel-Landschaft. Auf Grundlage einer systematischen Analyse des Ist-Zustandes sollen strukturelle, qualitative und wirtschaftliche Optimierungspotenziale aufgezeigt sowie Empfehlungen für eine rechtlich und organisatorisch tragfähige Soll-Struktur erarbeitet werden. Derzeit ist der Kanton Basel-Landschaft in definierte Einsatzgebiete gegliedert, welche durch die Leistungserbringer Rettungsdienst KSBL, Rettungsdienste NWS AG sowie die Sanität Basel im Rahmen von Leistungsaufträgen des Amts für Gesundheit BL präklinisch notärztlich versorgt werden. Der Rettungsdienst steht dabei vor der Herausforderung, steigenden qualitativen Anforderungen, demografischen Entwicklungen sowie finanziellen Rahmenbedingungen gleichermassen Rechnung zu tragen. Die Ausgestaltung der zukünftigen Versorgungsstruktur soll sich konsequent an medizinischen Qualitätskriterien, gesetzlichen Vorgaben sowie am effektiv evaluierten Bedarf der Vorhalteleistungen von Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF) orientieren. Ein zentrales Element bildet die qualitativ hochwertige, standardisierte Ausbildung der Notärztinnen und Notärzte. Deren Einsatz und Positionierung im Kantonsgebiet soll bedarfsgerecht erfolgen unter Berücksichtigung einer ausgewogenen Abdeckung. Ziel ist es, sowohl eine Überversorgung als auch eine Reduktion der medizinisch notwendigen Vorhalteleistungen konsequent zu vermeiden.
An Erarbeitung beteiligte Stakeholder/Institutionen: Rettungsdienst KSBL, Rettungsdienst Nordwestschweiz AG, Rettungsdienst Sanität BS, Fachstelle Optimierung Rettungskette Basel-Stadt
Koordinationsstelle zur Optimierung der Schnittstelle Gesundheits- und Sozialsystem
Ziel, Vorgehen, Ausblick: Soziale Faktoren – etwa finanzielle Schwierigkeiten, Bildung, Arbeit, soziale Einbindung, Wohnsituation, überlastete Angehörige, etc. – beeinflussen die Gesundheit massgeblich. Sie sind Verursacher oder Verstärker eine Krankheit resp. Verhinderer einer Gesundung. In der Grundversorgung nehmen diese sozialen Anliegen und Probleme der Patientinnen und Patienten zu. Dies bringt die Grundversorgung an ihre Grenzen, da zeitliche Ressourcen fehlen, vorhandene Kompetenzen nicht ausreichen und Zuständigkeiten wie auch Vergütungsfragen ungeklärt sind. Anhand detaillierter Screeningtools soll die Früherkennung von psychosozialen Risiken und Belastungen bei den Fachpersonen der Grundversorgung verbessert werden, damit die betroffenen Personen rasch und niederschwellig an eine sozialarbeiterische Koordinationsstelle triagiert werden können. Diese ist zuständig für die soziale Diagnostik und koordiniert in Zusammenarbeit mit der betroffenen Person und dem interprofessionellen Team das Helfersystem. Dies spart nicht nur Kosten, sondern sorgt für passgenaue Hilfe, wodurch Ressourcen sinnvoll eingesetzt und chronische soziale Notlagen vermieden werden. Die Umsetzung einer solchen Triagestelle wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe im Rahmen des Projekts «MNZ+» weiterverfolgt.
An Erarbeitung beteiligte Stakeholder/Institutionen: Alters- und Pflegeregion Liestal (APRL), Ärztegesellschaft Baselland, BenitaSana, Caritas beider Basel, Fachstelle Alter und Gesundheit, Klinik Arlesheim AG, Krebsliga beider Basel, KSBL, Netzwerk GUSOBB, Patientenstelle Basel, Physioswiss Regionalverband beider Basel, Praxis für Psychotherapie, Schweizerischer Fachverband für gesundheitsbezogene Soziale Arbeit (SAGES), Verein Gesundes Laufental
Projekt «MNZ+»
Ziel, Vorgehen, Ausblick: Ziel des Projekts ist die Erweiterung der bestehenden Medizinischen Notrufzentrale (MNZ) zur Navigations- und Triagestelle für gesundheitliche, psychische und soziale Anliegen. Zentrales Element ist dabei, zur Optimierung der Versorgung der Bevölkerung, auf eine «bio-psycho-soziale» Betrachtungsweise abzustellen und aus der bestehenden MNZ in Erweiterung eine Navigations- und Triagesstelle für gesundheitliche, psychische und soziale Anliegen zu machen (MNZ+). Dabei soll kein neues Angebot geschaffen, sondern zu vorhandenen Angeboten gezielt navigiert und tragiert werden; dies von Fachpersonen am Telefon. KI dient den Fachpersonen zur schnellen Übersicht beim Beratungsangebot. Das Angebot der MNZ ist und bleibt kostenlos, um eine möglichst niederschwellige Erreichbarkeit sicherzustellen. Durch die frühzeitige Koordination sollen Härtefälle vermieden, Eskalationen vorgebeugt und damit die Notfallstationen, Rettungsdienste, Spitäler, Sozialdienste und Hausarztpraxen entlastet werden. Schwierig gestaltet sich die Finanzierung, da der Outcome an anderer Stelle erfolgt – etwa in Form von Vermeidung unnötiger Inanspruchnahme der Notfallstationen und des ärztlich medizinischen Systems – und nicht in Form von finanzieller Abgeltung an die MNZ+ zu rückfliessen kann. Deshalb wird ein entscheidender Anteil des Vorprojektes sein, die nötigen Mittel für den geplanten zweijährigen Pilot-Betrieb der MNZ+ ab 2027 sicherstellen zu können. Eine Begleitevaluation des Pilotprojekts durch die Fachhochschule Bern ist geplant.
An Erarbeitung beteiligte Stakeholder/Institutionen: Federführend initiiert und begleitet durch die Ärztegesellschaft Baselland (AeGes BL) und den VSAO beider Basel, wurde ein breiter Austausch mit zahlreichen Stakeholdern begonnen um den Prozess mit der nötigen Unterstützung «bottom-up» entwickeln zu können. Dazu gehören neben kantonalen Stellen wie das Amt für Gesundheit (AfG) oder der kantonale Führungsstab (KFS), Ärztegesellschaften, Fachgesellschaften, Verbände (Apotheker/innen, Physiotherapie-Verband, Spitex-Verband, u.a.), Gesundheitsligen (z.B. Krebsliga beider Basel: Krebsliga Beratungsangebot) und viele Anbieter von Beratungsleistungen im Sozialbereich (z.B. Stiftung Jugendsozialwerk: Helpnet, Stadtmission Basel: «bridge for you», Psy24, Patientenstelle beider Basel, u.a.). Die Aufzählung ist nicht abschliessend und soll lediglich die Vielfalt der involvierten Stakeholder aufzeigen.
Spital zuhause / Hospital at Home
Ziel, Vorgehen, Ausblick: Das Spital zuhause ist eine akute klinische Dienstleistung, die Personal, Ausrüstung, Technologien, Medikamente und Fähigkeiten die normalerweise in Spitälern zur Verfügung gestellt werden, übernimmt und diese Spitalversorgung für ausgewählte Menschen in ihrem Zuhause oder in Pflegeheimen erbringen. Das Spital zuhause ersetzt für diese Menschen den akut stationären Spitalaufenthalt. Ziel ist es, das Leben kranker Menschen, die auf ein Spital angewiesen sind, zu verbessern, indem die Spitalkultur dahingehend verändert wird, dass eine Versorgung auf Spitalniveau zu Hause erfolgen kann. Damit das gelingen kann, braucht es alle Beteiligten in der regionalen Gesundheitsversorgung. In unsere Arbeitsgruppe bemühen wir uns, die möglichen Naht- und Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Leistungserbringern ansichtig zu machen und Zusammenarbeitsprozesse zu definieren. Die Rollen und Verantwortlichkeiten der unterschiedlichen Leistungserbringer zu klären, um eine bestmögliche, stufengerechte Versorgung unsere Patienten sicherzustellen.
An Erarbeitung beteiligte Stakeholder/Institutionen: Ärztegesellschaft Baselland, Association Spitex privée Suisse ASPS, Curaviva Baselland, Kantonsspital Baselland, Klinik Arlesheim, Spitex CURAdomizil AG Muttenz, Spitex Liestal, Spitex Verband Baselland, Tertianum Liestal
Stärkung von Erfolgsfaktoren für die Ambulantisierung
Ziel, Vorgehen, Ausblick: Ziel dieses Projekts ist, die Ambulantisierung im Kanton Basel-Landschaft zu stärken. Einerseits indem in die «interinstitutionelle und interprofessionelle» Kommunikation gefördert wird (Arbeitspaket 1), andererseits durch die Ausbildung und Implementierung von «Nurse Practitioners» in der ambulanten Grundversorgung (Arbeitspaket 2). Im Rahmen von Arbeitspaket 1 wurde eine Umfrage zur Erhebung des heutigen IST-Zustands der Kommunikation zwischen Gesundheitsdienstleistern entwickelt. Auf Grundlage dieser breit durchgeführten Umfrage sollen Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, wo und wie die Kommunikation in Zukunft verbessert werden kann. Die Umfrage wird aktuell durchgeführt und richtet sich an alle Gesundheitsdienstleister, die direkt in die Patientenversorgung involviert sind (u.a. Ärztinnen und Ärzte, Apotheker und Apothekerinnen, Pflegende in den APHs, in der Spitex, usw.). Bezüglich des Arbeitspakets 2 wird in Abstimmung mit dem Kanton Basel-Landschaft ein Konzept für die Ausbildung und Implementierung von Nurse Practitioners in der ambulanten Grundversorgung erarbeitet. Dieses soll ermöglichen, dass Nurse Practitioners auch vermehrt in der ambulanten Grundversorgung ausgebildet und eingesetzt werden können. Entsprechende Vorschläge für die Finanzierung werden aktuell erarbeitet.
An Erarbeitung beteiligte Stakeholder/Institutionen: medgate, mediX nordwest, Klinik Arlesheim
Flächendeckende Grundversorgung mit interprofessionellem Therapieteam zur Verbesserung der integrierten Versorgung
Ziel, Vorgehen, Ausblick: Die Arbeitsgruppe will eine flächendeckende, interprofessionelle therapeutische Grundversorgung im Kanton Basel-Landschaft sicherstellen. In Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie bestehen derzeit Versorgungslücken und lange Wartezeiten, was die Versorgungsqualität mindert und Kosten erhöht. Der demografische Wandel und die Zunahme multimorbider Klientinnen und Klienten verschärfen die Situation, besonders in ländlichen Regionen. Eine niederschwellige Erstversorgung soll den Zugang verbessern und eine frühzeitige, strukturierte Triage ermöglichen. Diese Triage stellt die gezielte Weiterleitung an passende Spezialistinnen und Spezialisten und eine verbesserte regionale Koordination sicher, was wiederum Komplikationen, Chronifizierungen und Folgekosten reduziert. Eine interprofessionelle, ganzheitliche Versorgung entlastet zudem Angehörige und Notfallstrukturen und steigert die Kosteneffizienz. Gemeinsam mit notfallmedizinischen Anbietern und Gesundheitszentren erarbeitet die Arbeitsgruppe ein Konzept zum Einsatz eines interprofessionellen Therapieteams. Erfahrungen aus der Praxis sowie relevante Literatur werden einbezogen, um konkrete Versorgungslücken zu identifizieren und nach Möglichkeit zu schliessen. Falls bis dahin kein gemeinsames Pilotprojekt aller drei Professionen besteht, wird ein solches mit ambulanten Partnern initiiert und evaluiert. Ziel ist ein Konzept inklusive kantonalem Rolloutplan bis Ende 2027.
An Erarbeitung beteiligte Stakeholder/Institutionen: Physioswiss Regionalverband beider Basel, LRB – Logopädinnen- und Logopädenverband der Region Basel sowie Sektion Region Basel des Ergotherapie-Verbands Schweiz; zurzeit ist die Ausweitung der Zusammenarbeit auf bestehende Versorgungseinheiten und allfällige Kostentragende geplant.
Fokusgruppen
Fokusgruppe Versorgungsmodell Baselland
Ziel: Etablierung eines flächendeckenden, integrierten Versorgungssystems im Kanton Basel-Landschaft, um die Behandlungsqualität und Patientensicherheit zu stärken.
Die Fokusgruppe Versorgungsmodell Baselland hat in den vergangenen Monaten die Grundlagen für die Kooperation, Kommunikation und Qualitätssicherung in der Zusammenarbeit im Versorgungsmodell Baselland entwickelt. Das Versorgungsmodell wird ausführlicher unter LINK zur Unterseite «Versorgungsmodell Baselland» beschrieben.
Aktuell konkretisiert die Fokusgruppe gemeinsam mit den teilnehmenden Versicherern die Leitlinien für die verbindliche Zusammenarbeit im «Versorgungsmodell Baselland» und erarbeitet ein Finanzierungs- und Anreizmodell. Im Hinblick auf die Reduktion der Umsetzungskomplexität liegt der Fokus in einem ersten Schritt auf dem akutsomatischen Kern der Behandlungskette. In nachfolgenden Etappen soll eine Erweiterung auf weitere Leistungserbringergruppen sowie die Weiterentwicklung auf die Bereiche Alter und Pflege resp. Gesundheitsförderung und Prävention geprüft werden.
Fokusgruppe Gesundheitszentren
Ziel: Sicherstellung der ambulante Grundversorgung im ganzen Kanton Basel-Landschaft mit bedarfsgerechten, regional gedachten Angebotsstrukturen, die sich zu einem schlüssigen Versorgungskonzept zusammensetzen.
Der Regierungsrat möchte die bedarfsgerechte, ambulante und wohnortsnahe Versorgung der gesamten Baselbieter Bevölkerung im Rahmen seiner Möglichkeiten durch verschiedene Massnahmen sicherstellen und stärken. In der Fokusgruppe Gesundheitszentren soll gemeinsam mit betroffenen Leistungserbringern ein entsprechendes Versorgungskonzept entwickelt werden, welches regionale Besonderheiten und Ausprägungen berücksichtigt und auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Anforderungen eingeht.
Fokusgruppe Ärztliche und pflegerische Aus- und Weiterbildung
Ziel: Sicherstellung und Stärkung der hausärztlichen Grundversorgung durch Weiterentwicklung der medizinisch-pflegerischen Aus- und Weiterbildung.
Der Kanton Basel-Landschaft sieht in der Stärkung der Hausarztmedizin eine wichtige Aufgabe. Ziel ist die Sicherstellung der flächendeckenden medizinischen Versorgung im gesamten Kantonsgebiet sowie die Schaffung zukunftsfähiger Strukturen, die insbesondere dem wachsenden Bedarf einer älteren Bevölkerung gerecht werden. Im engen Austausch mit Arztpraxen, Spitälern, Verbänden und Ausbildungsstätten werden im Rahmen einer Fokusgruppe konkrete Massnahmen erarbeitet und umgesetzt:
- Flexiblere Rotationsmodelle im ärztlichen Sektor: Um die Attraktivität der Hausarztmedizin zu steigern und den hausärztlichen Nachwuchs zu fördern, werden neue Rotationsmodelle zwischen Spitälern und Hausarztpraxen entwickelt. Diese ermöglichen angehenden Ärztinnen und Ärzten eine praxisnahe Ausbildung in der Grundversorgung und stärken die Vernetzung zwischen den Versorgungsebenen.
- Neue Rollenbilder in der Pflege: Im Pflegebereich wird der Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) in Hausarztpraxen sowie in Alters- und Pflegeheimen geprüft. APNs übernehmen erweiterte klinische Aufgaben und tragen dazu bei, hausärztliche Kapazitäten zu entlasten und die Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern.