Detaillierte Informationen zu Polycom

Polycom – Das Sicherheitsfunknetz der Schweiz

Polycom ist das flächendeckende Sicherheitsnetz Funk der Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit (BORS). Es ermöglicht den Funkkontakt innerhalb wie zwischen den verschiedenen Organisationen Grenzwacht, Polizei, Feuerwehr, sanitätsdienstliches Rettungswesen, Zivilschutz und unterstützende Verbände der Armee. Sämtliche BORS des Bundes, der Kantone und der Gemeinden können heute über eine einheitliche und homogene Infrastruktur Funkgespräche sowie Daten übertragen.
 
Das Sicherheitsfunknetz POLYCOM wurde in der Zwischenzeit in allen Kantonen sowie dem Fürstentum Lichtenstein aufgebaut und steht im Einsatz. Es ist das einzige Kommunikationsmittel auf Mobilfunkbasis, welches in Krisen und ausserordentlichen Lagen, auch bei Ausfall des Stromnetzes den BORS-Kräften zur Verfügung steht.
 
Teilnetz Basel-Landschaft
Der Kanton Basel-Landschaft betreibt seit 2008 das „Sicherheitsfunknetz POLYCOM Teilnetz Basel-Landschaft“, welches sich bei den Einsatz- und Führungsorganisationen etabliert und bewährt hat. Das System besteht aus einer festen Funkinfrastruktur mit entsprechenden Basisstationen sowie rund 1‘900 Funkgeräten.
Das Teilnetz Basel-Landschaft bildet einen Teil des schweizweiten Funknetzes für die Sicherheitsorganisationen und -behörden. Die Planung ist daher nicht isoliert für Basel-Landschaft, sondern in enger Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen Basel-Stadt, Aargau, Solothurn und Jura sowie mit dem Grenzwachtkorps (GWK) und mit massgebenden eidgenössischen Stellen durchgeführt worden.
 
POLYCOM bleibt ausschliesslich den Partnern des Bevölkerungsschutzes vorbehalten. Deshalb erhalten kommerziell orientierte Nutzer keine Bewilligung zur Teilnahme am Netz. Der Entscheid zur Partizipation einer Organisation liegt beim BABS (AGr Nutzer POLYCOM).
Im Kanton Basel-Landschaft sind bei POLYCOM eingebunden: Kantonaler Krisenstab (KKS), Schadenplatzkommando, Gemeinde- und regionale Führungsstäbe (GFS/RFS), Polizei Basel-Landschaft, Gemeindepolizeien, Feuerwehren, ABC-Wehr, Rettungssanität, Tiefbauamt Basel-Landschaft (TBA Unterhaltsdienst), NSNW,  Kantonale Rheinrettung und Zivilschutz (Einsatzleiter Front).
 
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Funktionsweise und Konzept von POLYCOM

POLYCOM basiert auf der Technologie des Bündelfunks. Dabei werden die vorhandenen Frequenzen und Kanäle durch mehrere Nutzer und Organisationen optimal genutzt (gebündelt). Die einzelnen Teilnetze sind in der Regel deckungsgleich mit den Kantonsgrenzen. Im Alltag werden diese Teilnetze autonom durch die kantonalen Partner des Bevölkerungsschutzes betrieben. Im Fall von Grossereignissen oder besonderen, respektive ausserordentlichen Lagen ermöglicht POLYCOM, dass die beteiligten Partner der Kantone und des Bundes zusammenarbeiten können.
 
Das Konzept POLYCOM Schweiz besteht aus drei Hauptebenen:
  • der Funkebene (Radio layer) mit den Basisstationen und den Funkgeräten;
  • der Vermittlungsebene (Switching layer) mit Main switch (MSW) und Secondary switches (SSW);
  • der Bedienungs- und Managementebene (Management layer) mit den Bedienstellen und Einrichtungen zur Konfiguration und Steuerung des Systems
Derzeit steht den meisten Europäischen Ländern eine sicherheitskritische, integrierte und gemeinsam genutzte Bündelfunk-Kommunikationsplattform mit vielen, inzwischen wohl bekannten Vorteilen flächendeckend zur Verfügung. Die Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit (BORS) in mehreren Ländern haben die Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit des TETRAPOL-Standards beziehungsweise die Vorteile dieser Plattform mit ihrer hohen Verfügbarkeit für das Notfall- und Krisenmanagement schätzen gelernt. TETRAPOL bietet Gruppenverbindungen und bedarfsgerechte Funkabdeckung, durch die insbesondere die Kooperation zwischen verschiedenen Behörden und Organisationen sehr erleichtert wird.
 
Der Aufbau von TETRAPOL-Netzen begann vor circa 20 Jahren. Die Netzkomponenten haben sich im Lauf dieser Zeit als äusserst zuverlässig erwiesen; dennoch werden in naher Zukunft Teile dieses Netzes zu ersetzen sein, z.B. aufgrund des auslaufenden Supports für manche Produkte. Nach Ende des Supports können diese Produkte weder ausgetauscht, repariert noch kosteneffektiv mit modernerer Software ausgestattet werden. Der Aufbau eines neuen PMR-Systems mit anderer Technologie wäre mit hohen Kosten und starken Einschränkungen bei der Servicequalität über mehrere Jahre verbunden. So würde beispielsweise die Einführung einer neuen Funkschnittstelle einen geänderten Frequenzplan und den Aufbau zahlreicher neuer Funk-Standorte sowie nicht zuletzt die Beschaffung entsprechender Standflächen erfordern. Die einzige tragfähige Migrationsstrategie, die minimale Betriebsunterbrechungen gewährleistet und Multi-RN fähige Gruppenverbindungen unterstützt, ist der Wechsel von TETRAPOL TDM zu TETRAPOL IP.
 
TETRAPOL IP ist die erste Systemversion, welche die Leistungsanforderungen der nationalen BORS erfüllt und eine Simulcast-Funktionalität bietet. Somit ist diese Systemversion auch erstmals für die Anforderungen der anspruchsvollsten Sicherheitsfunknetze geeignet.
(Quelle: Auszug aus dem Technical Paper von Atos).
 
Detaillierte Informationen siehe www.tetrapol.com
 

Support und Allgemeine Auskünfte:

Service Center POLYCOM BL
Polizei Basel-Landschaft 
Rheinstrasse 25 
CH-4410 Liestal
 
+41 61 553 37 77
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