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- 717 - Pratteln: Chemieereignis in Pratteln BL/Schweizerhalle: Abschliessende Meldung von 16.30 Uhr
24.09.2010
717 - Pratteln: Chemieereignis in Pratteln BL/Schweizerhalle: Abschliessende Meldung von 16.30 Uhr
In einem Chemiebetrieb an der Düngerstrasse in Pratteln BL (Gebiet Schweizerhalle) kam es am Freitagmorgen, 24. September 2010, gegen 03.40 Uhr, zu einem Chemieereignis. Verletzt wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt niemand, für Mensch und Umwelt bestand keine Gefahr.
Acht Personen, welche über Beschwerden klagten, wurden vor Ort untersucht. Sechs davon erhielten eine Prophylaxe. Alle acht Personen (alles Mitarbeitende) konnten an ihren Arbeitsplatz zurück kehren oder wurden nach Hause geschickt. Gesamthaft standen/stehen während mehreren Stunden rund 150 Personen verschiedenste Ereignisdienste und Fachorganisationen im Einsatz.
Gemäss den bisherigen Erkenntnis der Behörden des Kantons Basel-Landschaft entstand im Rahmen eines Produktionsprozesses aus bisher unbekannten Gründen ein Leck in einer Pumpe. In der Folge traten rund 3000 Liter des Stoffes Chloracetylchlorid aus. Daraus bildete sich, in Kombination mit Luftfeuchtigkeit, eine Wolke mit Salzsäure und Essigsäure, welche vorübergehend über dem Firmengelände schwebte.
Diese Nebelwolke blieb dank des Einsatzes von verschiedenen Feuerwehren, welche Wasserwände errichteten, stationär lokal über dem Firmengelände und konnte kurz vor 10.00 Uhr mit einem entsprechenden Wassereinsatz herunter gewaschen werden. Dieses Wasser ist/war für die Umwelt unbedenklich und problemlos.
Ein noch nicht abschliessend definierter Teil der ausgetretenen 3000 Liter blieb in einer Auffangwanne im Parterre des Gebäudes, in dem es zum Ereignis gekommen war, zurück und musste anschliessend in einer aufwändigen Aktion abgepumpt werden. Dieses Material wurde in der Folge fachgerecht neutralisiert, diese Aktion dauerte bis kurz vor 16.00 Uhr. Danach konnte das Ereignis definitiv als bewältigt bezeichnet werden.
In der Umgebung von Pratteln/Schweizerhalle (Gemeinden Muttenz, Pratteln, Birsfelden sowie in deutschen Gemeinden Grenzach und Wyhlen) kam es lokal vereinzelt zu Geruchsbelästigungen und es konnte Essiggeschmack wahrgenommen werden. Konstant durch Spezialisten durchgeführte Luftmessungen ergaben zu keinem Zeitpunkt gesundheitsgefährdene Werte.
Der Hergang sowie die Ursache sind Gegenstand von laufenden Ermittlungen durch die Polizei Basel-Landschaft in enger Zusammenarbeit mit der betroffenen Firma und dem Statthalteramt Liestal.
Im Einsatz standen rund 150 Personen der folgenden Organisationen: Schadenplatzkommando Basel-Landschaft, Feuerwehr Pratteln BL, Stützpunkt-Feuerwehr Muttenz BL, Berufsfeuerwehr Basel, ABC-Wehr Basel-Landschaft (=Chemiewehr BL), Feuerwehr Johnson Controls, das Feuerwehr-Inspektorat Basel-Landschaft sowie die Betriebsfeuerwehr CABB. Dazu kamen Fachkräfte des Amtes für Umweltschutz und Energie des Kantons Basel-Landschaft, Chemiefachberater, die Polizei Basel-Landschaft, die Sanität Liestal sowie das Statthalteramt Liestal.