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Kampagnen und mehr
Gleichstellung verhindert Gewalt

Präventionskampagne gegen häusliche Gewalt, sexualisierte, geschlechtsbezogene Gewalt
Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) führt seit November 2025 eine schweizweite Präventionskampagne gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt durch. Die Kampagne wird gemeinsam mit Bundesstellen, Kantonen, Städten und Nichtregierungsorganisationen umgesetzt und jeweils im Juni und November weitergeführt.
Seit Juni 2026 liegt der Schwerpunkt verstärkt auf der Unterstützung von Betroffenen. Gleichzeitig wurde die neue Opferhilfe-Nummer 142 eingeführt, die Betroffenen sowie ihrem Umfeld einen niederschwelligen Zugang zu Unterstützung ermöglicht.



Gewalt ist inakzeptabel und dennoch für viele Menschen in der Schweiz Realität. Gleichstellung ist ein zentraler Schutzfaktor vor Gewalt. Wo Menschen die gleichen Rechte, Chancen und Handlungsmöglichkeiten haben, werden Machtungleichgewichte, diskriminierende Rollenbilder sowie soziale und wirtschaftliche Abhängigkeiten reduziert. Dadurch können viele Formen von Gewalt verhindert werden.
Die Kampagne sensibilisiert für frühe Warnzeichen von Gewalt in unterschiedlichen Lebensbereichen. Sie macht deutlich, dass Gewalt oft nicht erst mit körperlichen Übergriffen beginnt, sondern bereits dort, wo Menschen kontrolliert, isoliert, eingeschüchtert oder psychisch herabgesetzt werden. Ziel ist es, solche Anzeichen frühzeitig zu erkennen und zu handeln, bevor Gewalt eskaliert.
Die Kampagne richtet sich an Betroffene, ihr Umfeld sowie (potenzielle) Tatpersonen. Sie informiert über Unterstützungsangebote, zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten auf und ermutigt dazu, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig lädt sie dazu ein, eigene Verhaltensweisen und gesellschaftliche Normen kritisch zu reflektieren.
Mit Plakaten im öffentlichen Raum, Online-Massnahmen und einer breiten Medienpräsenz ist die Kampagne in allen Regionen der Schweiz sichtbar. Ihre zentrale Botschaft lautet: Gewalt geht uns alle an. Jede und jeder kann dazu beitragen, Gewalt zu verhindern – durch Respekt, Aufmerksamkeit und ein gleichberechtigtes Miteinander.
Mehr dazu auf www.ohne-gewalt.ch
E-Learning Partnerschaftsgewalt
Als niederschwellige und vertrauensvolle Anlaufstellen spielen Apotheken eine wichtige Rolle im Alltag vieler Menschen – auch dann, wenn es um belastende oder tabuisierte Themen wie Partnerschaftsgewalt geht.

Mit dem neuen eLearning «Partnerschaftsgewalt» steht Apothekenmitarbeitenden ab März 2026 eine praxisnahe Online-Weiterbildung zur Verfügung. Ziel des Kurses ist es, die Handlungssicherheit im Berufsalltag zu stärken: Die Teilnehmenden lernen, mögliche Warnsignale zu erkennen und Betroffenen bei einem Verdacht auf häusliche Gewalt angemessen, sensibel und verantwortungsvoll zu begegnen.

Apotheken, in denen Mitarbeitende das eLearning erfolgreich absolviert haben, werden auf der Webseite des Baselstädtischen resp. Basellandschaftlichen Apotheker-Verbandes aufgeführt und als mögliche Ansprechstellen für Betroffene von Partnerschaftsgewalt sichtbar gemacht. Zudem erhalten diese Apotheken von den involvierten Fachstellen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt ein Informations-Kit. Dieses umfasst Notfallkarten, Informationsbroschüren sowie ein Signet (Fenstersticker), das gut sichtbar am Schaufenster angebracht werden kann.
Damit erhalten die teilnehmenden Apotheken neben fundiertem Know-how auch Informationsmaterialien sowie ein sichtbares Zeichen ihres Engagements für die Bevölkerung.
Das E-Learning wurde vom Gleichstellungsbüro des Kantons Waadt sowie von der Waadtländer Kantonsapotheke entwickelt und von der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt Basel-Landschaft sowie der Fachstelle Gewaltschutz und Opferhilfe Basel-Stadt an die Strukturen der beiden Basel angepasst. Realisiert wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Apothekerverband Basel-Stadt, dem Apothekerverband Basel-Landschaft, der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft sowie dem Gesundheitsdepartement Basel-Stadt.
Minimalstandards für die Aus und Weiterbildung in den Berufsfeldern Recht, Geburtshilfe, Journalismus und Medien
Kompetentes Handeln durch Fachpersonen ist ein zentrales Element in der Prävention und Bekämpfung von geschlechtsspezifischer, sexualisierter und häuslicher Gewalt. Diese Gewaltformen verursachen auch in der Schweiz grosses Leid, verletzen die Menschenrechte und verhindern die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern.
Der Bundesrat hat mit der Massnahme 13 des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der Istanbul-Konvention beschlossen, für verschiedene Berufsfelder Empfehlungen zu erarbeiten, wie geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt verhütet und bekämpft werden können. Das Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG koordiniert die Umsetzung auf nationaler Ebene, die Schweizerische Konferenz gegen Häusliche Gewalt SKHG auf kantonaler Ebene.
Auf der Webseite des EBG finden sich die jeweiligen Minimalstandards, welche pro Berufsfeld durch das EBG zusammen mit Vertretungen aus Bund und Kantonen sowie der Zivilgesellschaft entworfen und nachgehend von Fachinstitutionen und Fachpersonen vervollständigt wurden. Nebst den ausführlichen Dossiers (siehe Links), erhält jedes Berufsfeld eine Übersichtsgrafik, welche das themenspezifische Wissen sowie die berufsspezifischen Kompetenzen kurz vorstellt.
- Minimalstandards für Aus- und Weiterbildung im Berufsfeld Geburtshilfe
- Minimalstandards für Aus- und Weiterbildung im Berufsfeld Journalismus und Medien
- Minimalstandards für Aus- und Weiterbildung im Berufsfeld Recht
- Minimalstandards für Aus- und Weiterbildung im Berufsfeld Psychiatrie und Psychologie
- Minimalstandards für Aus- und Weiterbildung im Berufsfeld Polizei
- Minimalstandards für Aus- und Weiterbildung im Berufsfeld Gesundheit und Pflege
- Minimalstandards für Aus- und Weiterbildung im Berufsfeld Medizin
- Minimalstandards für Aus- und Weiterbildung im Berufsfeld Schule und Pädagogik
- Minimalstandards für Aus- und Weiterbildung im Berufsfeld Migration
- Minimalstandards für Aus- und Weiterbildung im Berufsfeld Soziale Arbeit

Übersichtsgrafik Geburtshilfe

Übersichtsgrafik Journalismus & Medien

Übersichtsgrafik Recht
Diaspora TV - Informations- und Sensibilisierungvideos

Diaspora TV hat mehrsprachige Informations- und Sensibilisierungsvideos zu den Themen psychische Gesundheit und häusliche Gewalt produziert
Alter ohne Gewalt - nationale Sensibilisierungskampagne

Altersbedingte körperliche oder geistige Veränderungen machen den älteren Menschen besonders verletzlich. Der Verlust der Selbstständigkeit, Isolation, Demenz sowie emotionale oder finanzielle Abhängigkeit erhöhen das Risiko für ältere Menschen, Opfer von Misshandlung oder Missbrauch zu werden.
Weitere Informationen sind erhältlich unter:
www.alterohnegewalt.ch
www.opferhilfe-schweiz/gewalt-im-alter.ch