Abzug von besonderen Berufskosten für Expatriates

Kurzmitteilung Nr. 511, 21. Januar 2016
Abzug von besonderen Berufskosten für Expatriates

Per 1. Januar 2016 ist die revidierte Expatriates-Verordnung (ExpaV) des Bundes in Kraft getreten. Die ExpaV regelt, wer als Expatriate qualifiziert und als solcher zusätzlich zu den herkömmlichen Berufskosten weitere sogenannte Expatriates-Kosten steuerlich zum Abzug bringen kann. Die Bestimmungen der ExpaV werden in der Praxis wie bisher auch für die Staats- und Gemeindesteuer übernommen.

Expatriates: Mit der Revision der Verordnung wird die Personengruppe der Expatriates enger definiert: Neu gelten nur noch jene leitenden Angestellten und Spezialisten mit besonderer beruflicher Qualifikation als Expatriates, die von ihrem ausländischen Arbeitgeber vorübergehend (befristetes Arbeitsverhältnis für maximal 5 Jahre) in die Schweiz entsandt werden. Spezialisten, welche im Ausland selbständig erwerbstätig waren und vorübergehend in der Schweiz angestellt werden, qualifizieren somit in Zukunft nicht mehr als Expatriates. Vielmehr bedarf es auch hier einer vorübergehenden Entsendung durch einen ausländischen Arbeitgeber.

Zentral für die Qualifikation eines Expatriates bleibt weiterhin eine vorübergehende bzw. zeitlich genau befristete Erwerbstätigkeit in der Schweiz, verbunden mit einer entsprechenden Absicht zur Rückkehr ins Ausland (Rückkehrabsicht; vgl. Entscheid des Steuergerichts [StGE] Nr. 510 15 22 vom 25. September 2015; publiziert in: Basellandschaftliche und Baselstädtische Steuerpraxis [BStPra], Heft 1 März 2016).

Besondere Berufskosten: Die revidierte ExpaV präzisiert die Ausgestaltung der einzelnen Abzüge. Je nach individueller Wohnsituation, sei dies in der Schweiz oder im Ausland, gehören zu den besonderen Berufskosten von Expatriates folgende Aufwendungen:
Im Ausland wohnhafte Expatriates
a) Die notwendigen Kosten für Reisen zwischen dem ausländischen Wohnsitz und der Schweiz;
b) die angemessenen Wohnkosten in der Schweiz bei Beibehaltung einer ständig für den Eigengebrauch zur Verfügung stehenden Wohnung im Ausland.

In der Schweiz wohnhafte Expatriates
a) Die notwendigen Kosten für den Umzug in die Schweiz und zurück in den früheren ausländischen Wohnsitzstaat sowie die notwendigen Hin- und Rückreisekosten des Expatriates und seiner Familie bei Beginn und Ende des Arbeitsverhältnisses;
b) die angemessenen Wohnkosten in der Schweiz bei Beibehaltung einer ständig für den Eigengebrauch zur Verfügung stehenden Wohnung im Ausland. Wird die Wohnung im Ausland vermietet, ist kein Abzug möglich;
c) die Kosten für den Unterricht der minderjährigen fremdsprachigen Kinder an fremdsprachigen Privatschulen (d.h. nur Schulgelder, nicht jedoch weitere Auslagen für Bücher, Transport, Schulbus, Verpflegung, Betreuung vor und nach dem Unterricht, freiwillige Kurse etc.), sofern die öffentlichen Schulen keinen Unterricht in deren Sprache anbieten.

Übergang und Inkrafttreten: Ein heute bereits bestehender Status als Expatriate kann bis zum Ablauf der noch laufenden Entsendefrist beibehalten werden, auch wenn diese Person nach den neuen Bestimmungen nicht mehr dazu qualifizieren würde. Die revidierten Abzugsmöglichkeiten von sog. Expatriates-Kosten gelten ab der Steuerperiode 2016, und zwar auch für die bereits bestehenden Expatriates.

Steuerverwaltung Kanton Basel-Landschaft
Peter B. Nefzger, Vorsteher

Verordnung des EFD