Abzug von Mitgliederbeiträgen an Berufsverbände

Kurzmitteilung Nr. 409, 4. April 2007

In zwei neueren Entscheiden (StGE vom 22.9.2006 und 13.10.2006; letzterer publ. in BStPra, Band XVIII, S. 432 ff.) hat das kantonale Steuergericht festgehalten, dass bei Beiträgen an mehrere Berufsverbände und -organisationen immer im Einzelfall zu prüfen ist, ob der betroffenen Person ein Verzicht auf diese Beiträge zugemutet werden kann, d.h. ob diese Beiträge zur Erzielung des jeweiligen Erwerbseinkommens notwendig sind. Aus dem Gewinnungskostencharakter gemäss StHG Art. 9 Absatz 1 ist zu schliessen, dass auch Beiträge an mehrere Berufsverbände zum Abzug zugelassen werden müssen. Der reine Wortlaut in der kantonalen Verordnung zum Steuergesetz, wo vom «Berufsverband» (Singular) gesprochen wird, ist deshalb zu eng gefasst. Es können deshalb ab sofort auch Mitgliederbeiträge an mehrere Berufsverbände zum Abzug gebracht werden.

Dieses Problem tritt bei der direkten Bundessteuer kaum auf, da dort in der Regel die Berufskostenpauschale von 3 % des Nettoerwerbs zum Tragen kommt, nur in ganz seltenen Fällen werden die effektiven Kosten geltend gemacht.

Steuerverwaltung Kanton Basel-Landschaft
Peter B. Nefzger, Vorsteher


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