Steuerbegünstigte Bausparrücklagen

Kurzmitteilung Nr. 174, 15. April 1991

(Weisung)
An die Einschätzungsbeamten der Gemeinden und der kantonalen Steuerverwaltung

Als Ergänzung der Kurzmitteilung Nr. 170 wird im folgenden die Nachfolgeregelung bei Tod oder Trennung/Scheidung in Bezug auf das steuerbegünstigte Bausparen erläutert.

Tod des Bausparers
Der Tod des Steuerpflichtigen gilt als Grund zur Nachbesteuerung, sofern die Sparanlage nicht vom überlebenden Ehegatten oder den Nachkommen für die Restzeit als eigene Bausparrücklage fortgesetzt wird (vgl. § 29bis Abs. 8 StG). Wenn der Nachkomme bereits ein eigenes Bausparmodell besitzt, so kann er wählen, ob er sein eigenes weiterführen oder dasjenige des Erblassers fortsetzen will. Führt er sein eigenes weiter, so wird dasjenige des Erblassers (bei den Erben) nachbesteuert. Übernimmt er das Bausparmodell des Erblassers, so kommt sein bisheriges zur Nachbesteuerung. Die Restlaufzeit ergibt sich aus dem jeweiligen Bausparmodell. Für die Höhe der abziehbaren Beiträge sind die (neuen) Verhältnisse (allein stehend oder in ungetrennter Ehe lebend) des Übernehmers massgebend. Hat der (in ungetrennter Ehe lebende) Erblasser bisher Fr. 18'432.- p.a einbezahlt und ist der (allein stehende) Übernehmer künftig nur noch zur Beitragszahlung von Fr. 9'216.- berechtigt, so findet auf dem "im nachhinein zuviel einbezahlten Betrag des Erblassers" keine Nachbesteuerung statt.

Trennung / Scheidung
Nach der Trennung/Scheidung kann jeder Ehegatte sein "eigenes" Bausparmodell je für sich weiterführen. Verzichtet der eine Ehegatte auf die Weiterführung, indem er dem anderen seinen angesparten Anteil überlässt, so hat der Verzichtende diesen Anteil nach zu versteuern.

Der Steuerverwalter: Salzgeber

15.4.1991


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