Berufliche Vorsorge (2. Säule); Definition des Begriffs "Einkauf von Beitragsjahren"

Kurzmitteilung Nr. 146, 28. April 1989

(Weisung)
An die Einschätzungsbeamten der Gemeinden und der kantonalen Steuerverwaltung

Gemäss § 29 Abs. 1 lit. quater und Art. 22 Abs. 1 lit. h BdBSt ist der Abzug von Beiträgen für den Einkauf von Beitragsjahren ausgeschlossen, wenn der Steuerpflichtige vor dem Jahre 2002 pensioniert wird. Diese Regelung will eine Rückwirkung der Besteuerungsregeln für die berufliche Vorsorge ausschliessen und verhindern, dass Steuerpflichtige, die nicht bereits vor 1985 regelmässig Beiträge an eine Vorsorgeeinrichtung bezahlt haben, indirekt die entsprechenden Beiträge für diese Jahre in Form von Einkäufen in Abzug bringen können. Sie sichert auch die Gleichbehandlung zwischen den Steuerpflichtigen, die vor 1985 ordentliche Beiträge bezahlt haben und diese nicht in Abzug bringen konnten und denjenigen, die erst nach 1985 eine berufliche Vorsorge begründet haben.

Erfolgt die Pensionierung vor dem Jahre 2002, so ist zwischen dem nicht abzugsberechtigten "Einkauf von Beitragsjahren" und den übrigen abzugsberechtigten Einkäufen zu unterscheiden. Bei einer Pensionierung nach dem Jahre 2001 sind die Beiträge aber auf jeden Fall abzugsfähig, so dass sich eine Unterscheidung erübrigt!

Die Kommission BVG der Konferenz staatlicher Steuerbeamter hat sich mit diesem Thema eingehend befasst und vier mögliche Lösungsvarianten näher untersucht. Neben der Beurteilung des Einkaufs von Beitragsjahren nach geläufigen Kriterien legt sie in einer zweiten Lösungsvariante wirtschaftliche Kriterien zugrunde, während in einer dritten Lösung den Einkauf von Beitragsjahren quantitativ definiert, was zu umfangreichen Berechnungen im Einzelfall führen müsste. Als vierte Lösung wird der Einfachheit halber eine Lösung vorgeschlagen, die den Einkauf von Beitragsjahren mehr pragmatisch definiert. Diese möchten wir aus Praktikabilitätsgründen übernehmen, sie sieht wie folgt aus:

Nicht als "Einkauf von Beitragsjahren" sind folgende Fälle anzusehen, so dass hier die entsprechenden Prämien immer abzugsfähig sind:

-     Einkauf für eine Lohnerhöhung (Nachzahlung von Beiträgen für eine Erhöhung des Jahreslohnes oder für eine Lohnerhöhung infolge Beförderung);

-     Einkauf für Lohnbestandteile, die vorher nicht versichert waren (z.B. 13. Monatslohn);

-     Einkauf für eine Lohnerhöhung infolge Erhöhung des Beschäftigungsgrades (z.B. Übergang von halb- zu ganztägiger Beschäftigung);

-     Einkauf bei Stellenwechsel wegen besserer Leistungen der neuen Vorsorgeeinrichtung;

-     Einkauf infolge einer Verbesserung des Versicherungsplanes innerhalb der gleichen Versicherung.

Folgende Fälle gelten steuerlich noch als "Einkauf von Beitragsjahren" oder werden diesem gleichgestellt, d.h. ein Abzug der Beiträge bei einer Pensionierung vor dem Jahre 2002 ist nicht möglich:

-      Einkauf bei Stellenwechsel mangels Freizügigkeit;

-      Einkauf zur Senkung des Rücktrittalters;

-      Einkauf mit dem Zweck, den Zeitpunkt des Anschlusses des Vorsorgenehmers bei der Vorsorgeeinrichtung zeitlich vorzuverlegen.

Der Steuerverwalter: Salzgeber

Liestal, 28. April 1989



Back to Top