Steuerliche Behandlung der verschiedenen Arten von Hypotheken

Kurzmitteilung Nr. 118, 13. November 1985

(Weisung)
An die Einschätzungsbeamten der Gemeinden und der kantonalen Steuerverwaltung

Die Banken und teilweise auch die Versicherungsgesellschaften bieten verschiedene Arten von Hypotheken an, die in Bezug auf die Zinszahlung und Amortisation recht unterschiedlich sind. Nachdem in letzter Zeit vermehrt Anfragen über die steuerliche Behandlung eingegangen sind, fassen wir die erteilten Auskünfte wie folgt zusammen:

Steuerliche Behandlung
Die Normal-, Festzins- und Renova-Hypothek bieten bei der Steuerveranlagung keine weiteren Probleme. Die in der entsprechenden Bemessungsperiode fällig gewordenen Schuldzinsen sind vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Bei den übrigen Hypothekenarten ist folgendes zu beachten:

1. Zinsstufen-Hypothek

Bei der Einkommensveranlagung kann der gesamte, im Bemessungszeitraum fällig gewordene Zins abgezogen werden, ebenso beim Vermögen die Hypothek in ihrer vollen Höhe als Schuld.

Die jährliche Zins- und Saldobestätigung sollte deshalb folgende Angaben enthalten:

-   fällig gewordener Zins, der Hypothek belasteter Zinsanteil und die tatsächlich bezahlten Zinsen;

-   der Saldo der Hypothek per Jahresanfang, der aufgerechnete Zinsanteil, die Amortisationsquote oder allfällige zusätzliche Erhöhung der Hypothekarschuld, der Saldo per Jahresende und die entsprechenden Zinstermine.

2. Stabil-Hypothek
Der halbjährlich zu bezahlende Fixbetrag muss in der Zins- und Saldobestätigung in Zins- und Amortisationsquote aufgeteilt werden. Der Zinssatz entspricht dem marktüblichen Satz.

3. Hypothek mit gleichzeitigem Abschluss einer Lebensversicherung

Der Hypothekarzins kann vollumfänglich vom Einkommen und die Hypothekarschuld vom Vermögen in Abzug gebracht werden.

Die Prämien für die Lebensversicherung können im Rahmen des allgemeinen Versicherungsabzuges vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, der Rückkaufswert ist beim Vermögen zu deklarieren.

Tritt der Versicherungsfall infolge Todes des Versicherungsnehmers ein, so unterliegt die Versicherungssumme im Nachlass des Hypothekarschuldners kantonalrechtlich der Erbschaftssteuer, weil sich das Nachlassvermögen durch Wegfall der Hypothekarschuld zufolge Verrechnung mit der Versicherungssumme um diesen Betrag erhöht.

Der Steuerverwalter Salzgeber

Liestal, 13. November 1985



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