Vermehrte Kontaktnahme mit dem Steuerpflichtigen bzw. seinem Rechtsvertreter bei Korrekturen von Gewinnungskosten etc.

Kurzmitteilung Nr. 117, 2. September 1985

(Weisung)
An die Einschätzungsbeamten der Gemeinden und der kantonalen Steuerverwaltung

Eine grössere Treuhandgesellschaft, die im Kanton Basel-Landschaft viele Steuermandate hat, hat kürzlich bei uns vorgesprochen und uns darauf hingewiesen, dass bei der Beurteilung von Gewinnungskosten durch die basellandschaftlichen Veranlagungsbehörden namentlich bei den effektiven Gebäudeunterhaltskosten bezüglich der Abgrenzung der Werterhaltenden und Wertvermehrenden Aufwendungen oft erhebliche Unterschiede festzustellen seien, trotzdem sie sich bei der Ausarbeitung der Steuererklärung der wertvollen Arbeitsunterlage der Kurz-Mitteilung Nr. 83 (Katalog mit Aufgliederung der Kostenarten) bediene.

Diese Feststellung verwundert an sich nicht, ist doch gerade in diesem Bereich der Ermessensspielraum trotz unserem Katalog als Wegweiser recht gross, so dass hier in einem vertretbaren Rahmen unterschiedliche Resultate in Kauf zu nehmen sind. Man denke nur an die Beurteilung der Kosten in Verbindung von eigentlichen Umbauten, wo schon aufgrund der technischen Fortentwicklung von Apparaten und Einrichtungen auch im Renovationsbereich zweifellos Wertvermehrende Anlagen enthalten sein können.

Andererseits begreifen wir die Argumentation einer berufsmässigen Steuervertreterin, deren Klientschaft eigentlich erwartet, dass sie in der Lage sein sollte, eine Steuererklärung sachgemäss so auszuarbeiten, dass Korrekturen durch die Veranlagungsbehörden im Regelfall nicht notwendig sein sollten.

Wenn dies aufgrund der dargelegten unterschiedlichen Beurteilung nicht immer möglich ist, würde es das Verfahren aber sehr erleichtern und abkürzen, wenn sich der Veranlagungsbeamte im Einschätzungsverfahren mit dem Steuervertreter telefonisch in Verbindung setzen und ihm den Grund seiner beabsichtigten Veranlagungskorrektur bereits bekannt geben würde.

Wir möchten dieses vorgeschlagene Vorgehen allgemein und namentlich bei grösseren Korrekturen von Positionen im Ermessensbereich sehr begrüssen. Auf diese Weise lassen sich auf beiden Seiten vielleicht tatbeständlich nicht restlos offen liegende Verhältnisse ohne grossen Aufwand abklären und bestehende Missverständnisse ausschalten. Wir bitten Sie deshalb, von dieser Kontaktnahme mit Steuerpflichtigen bzw. seinem Rechtsvertreter vermehrt

Gebrauch zu machen. Wir sind überzeugt, dass wir uns auf diese Weise sehr viele Einsprachen, die mehr Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen als ein Verhandlungsgespräch mit dem Steuerpflichtigen, ersparen können und zudem aus der Sicht des Steuerzahlers und seines Vertreters zu einer bürgernahen Verwaltung beitragen.

Wir danken Ihnen für dieses Verständnis.

Der Steuerverwalter Salzgeber

Liestal, 2. September 1985


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