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50 Jahre Jubiläum

Statistisches Amt an der Rheinstrasse 42 in Liestal

Nach 50 Jahre am Rufsteinweg 4 hat das Statistische Amt an der Rheinstrasse 42 ein neues Gebäude bezogen. (Foto: Guido Schärli)

Rechenwalze «Loga», um 1930

Rechenwalze «Loga», um 1930, Walzenbreite 60 cm. Hersteller: Daemen, Schmidt & Co., Zürich. (Foto Guido Schärli)

Alte Statistische Jahrbücher

(Foto: Guido Schärli)

Seit 50 Jahren wird das Statistische Amt Basel-Landschaft als eigenständige Dienststelle in der kantonalen Verwaltungsorganisation geführt. Die Geschichte der Baselbieter Statistikstelle geht jedoch zurück in die Zeit des ersten Weltkriegs. Ende Juni hat das Statistische Amt an der Rheinstrasse 42 einen neuen Standort bezogen.

Statistiken versuchen so gut wie möglich, die Realität in Zahlen abzubilden und sie dadurch begreif- und steuerbar zu machen. Die öffentliche Statistik liefert somit datenbasierte Entscheidungsgrundlagen und dient der Planung und Steuerung aller Politikbereiche. Gerade im Zeitalter von «Fake News» gewinnen objektive, vergleichbare und fachlich unabhängig erarbeitete Fakten an Wichtigkeit.

Infrastrukturaufgabe des Staates
Als Infrastrukturaufgabe des Staates lassen sich statistische Erhebungen bis weit in die vorchristliche Zeit zurückverfolgen. Bereits die alten Ägypter, Griechen und die Römer führten erste amtliche Volkszählungen sowie Statistiken zum Warenverkehr und Vermögen durch. Diese dienten hauptsächlich der Festsetzung von Steuern sowie der Rekrutierung von Wehrpflichtigen. In der Schweiz wurde die Statistik mit der Gründung des modernen Bundesstaates 1848 zur Staatsaufgabe erklärt. 1870 folgte der gesetzliche Auftrag an die Kantone zur Mitarbeit an den statistischen Erhebungen des Bundes. Noch heute wird der grösste Teil der statistischen Tätigkeiten des kantonalen Amts vom Bund festgelegt. Nur einzelne Statistiken, wie die Bodenpreis- oder Energiestatistik wurden aufgrund eines kantonalen politischen Bedürfnisses aufgebaut. Das Statistische Amt liefert u. a. in den Bereichen Bevölkerung, Bauwesen, Bildung, Gesundheit und Finanzen umfangreiche Daten an den Bund und stellt diese dann auf den eigenen Webseiten der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Im Baselbiet fällt der erste Vorstoss für eine zentral organisierte innerkantonale Statistik in die Zeit des Ersten Weltkriegs – über 50 Jahre nach der Gründung des Eidgenössischen Statistischen Amts. «Der Mangel einer Statistik in der Staatsverwaltung sei schon vielfach fühlbar gewesen», äusserte sich damals die landrätliche Finanzkommission und bat den Regierungsrat die Frage nach der Schaffung eines Statistischen Amts näher zu prüfen. Aufgrund mangelnder Staatsfinanzen wurde dies jedoch als nicht angezeigt erklärt. Erst nach weiteren Vorstössen und der Erkenntnis, dass die statistischen Tätigkeiten im Kanton zu stark dezentral bei den jeweiligen Fachabteilungen verteilt waren, wurde 1939 der erste kantonale Statistiker eingestellt. Gerade die wirtschaftliche Landesverteidigung während des Zweiten Weltkrieges erforderte viele Erhebungen, wie beispielsweise die jährlichen, umfangreichen Anbauerhebungen. 1950 lehnte das Volk die Schaffung eines kantonalen Statistischen Amtes mit 6’355 Ja-Stimmen zu 12'569 Nein-Stimmen bei einer Stimmbeteiligung von 60,3 % klar ab. Die statistische Abteilung wurde dann über 15 Jahre später in der Verordnung zum Organisationsgesetz ab 1.1.1968 in eine Dienststelle überführt. Heute arbeiten knapp 20 Personen in rund 14,5 Vollzeitstellen beim Statistischen Amt, welches nebst der Durchführung der statistischen Erhebungen auch die Führung des Kantonalen Personenregisters arbo und die Finanzaufsicht über die Gemeinden sowie den innerkantonalen Finanzausgleich verantwortet.

Aktive Mitwirkung im Statistiksystem Schweiz

In der Schweiz werden die statistischen Erhebungen in Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen durchgeführt. Die Konferenz der regionalen Statistikstellen der Städte und Kantone (KORSTAT) koordiniert dabei die Interessen der Regionen und leistet einen Beitrag zur Erfüllung der Bedürfnisse der verschiedenen Statistikbenutzer. Aktuell wird die KORSTAT vom Baselbieter Kantonsstatistiker, Johann Christoffel, präsidiert und ermöglicht so dem Baselbiet die aktive Mitwirkung im Statistiksystem Schweiz.

Seit 2008 verfügt das Baselbiet über ein kantonales Statistikgesetz  und die zugehörige Verordnung. So sind die Zuständigkeiten und die Prozesse der Datenbeschaffung im Gesetz klar geregelt und die Verordnung schafft Transparenz über die verschiedenen statistischen Erhebungen und deren Einzelheiten.

Die Statistikstellen des Bundes  und der Kantone folgen bei Ihrer Arbeit den Prinzipien der Charta der öffentlichen Statistik. Auch das Statistische Amt Basel-Landschaft hat sich diesem Verhaltenskodex angeschlossen und verpflichtet sich somit, sich bei seinen Statistiktätigkeiten an die Grundprinzipien zu halten. So sind die fachliche Unabhängigkeit, die Transparenz und Professionalität bei der Erstellung von Statistiken oder die Wahrung des Datenschutzes zentrale Pfeiler der Arbeit staatlicher Statistikstellen. Die Grundprinzipien wurden zudem in die kantonale Statistikverordnung aufgenommen.

Höhere Anforderungen an die Datenaufbereitung

In Zukunft stellen sich für die öffentliche Statistik verschiedene Herausforderungen. Im Zeitalter der Digitalisierung besteht der allgemeine Wunsch nach schnell verfügbaren und möglichst aktuellen Daten, was sich nicht immer mit den aufwändigen Bearbeitungs- und Qualitätssicherungsprozessen der Statistikämter vereinbaren lässt. Auch die sich stets wandelnden Politikbereiche erschweren den Statistikern die Darstellung von Zeitreihen ohne Datenbrüche. Die Datenbeschaffung hat sich im Verlauf der letzten Jahre ebenfalls gewandelt. Wo immer möglich, werden Daten aus amtlichen Registern erhoben, wie z. B. aus den Einwohnerregistern. Ebenfalls wird vermehrt auf Stichprobenbefragungen zurückgegriffen an Stelle von flächendeckenden Befragungen der Gesamtbevölkerung im Rahmen der Volkszählung. Diese Umstellungen mindern den Aufwand für die Befragten, stellen aber höhere Anforderungen an die Datenaufbereitung und Publikation der Daten bei den Statistikstellen.

Das Statistische Amt Basel-Landschaft möchte die vorhandenen Daten möglichst effizient und in geeigneter Form der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Nebst den Tabellen aus über 20 Themengebieten im Baselbieter Zahlenfenster , werden die Daten neu vermehrt grafisch aufbereitet. Das jüngste Beispiel dazu sind dynamische Grafiken in den statistischen Webartikeln und im Baselbieter Zahlenfenster für die kantonale Wasserstatistik (Link). Diese Art der visuellen Datenaufbereitung wird in Zukunft auch in weiteren Statistikbereichen umgesetzt. Auf der Webseite des Statistischen Amts kann ein Newsletter abonniert werden, um jeweils über die Aufschaltung der aktuellsten Daten informiert zu werden.

Weitere Informationen.

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