Webartikel vom 31.03.2021, Tourismus 2020

Tourismus leidet stark unter der Coronakrise

Die Coronakrise trifft die Tourismus-Branche besonders hart. Dies zeigt sich auch in den Baselbieter Hotelbetrieben, deren Übernachtungszahlen für das Jahr 2020 noch halb so hoch ausfallen wie im Vorjahr. Insbesondere die internationalen Gäste bleiben aus. Dies zeigt sich auch am Flughafen Basel-Mulhouse, dessen Passagierzahlen 2020 sogar um 72% eingebrochen sind.

Im Durchschnitt über alle Monate 2020 wurden im Baselbiet rund 46 geöffnete Hotelbetriebe gezählt. Das sind nur zwei weniger als im Jahr 2019. Jedoch verzeichneten diese Betriebe nur noch 148'000 Übernachtungen und damit lediglich etwa halb so viele (–48%) wie im Jahr 2019 als noch 283'000 Logiernächte gezählt wurden. Aufgrund der Einreisebeschränkungen fällt dabei der Rückgang bei den ausländischen Gästen erwartungsgemäss um einiges höher aus (–64%) als bei den Gästen aus dem Inland (–33%). Dieser historische Einbruch widerspiegelt sich auch in der Bettenauslastung. Während über das Jahr 2019 durchschnittlich 36% der Betten besetzt waren, betrug der Wert im vergangenen Jahr noch 21%.

Nach den neusten Zahlen waren im Januar 2021 38 Betriebe geöffnet (mindestens an einem Tag). Diese verzeichneten zusammen 7'300 Übernachtungen. Das sind 55% weniger als im Januar des vergangenen Jahres als die Pandemie kurz bevorstand. Daraus resultiert eine aktuell sehr tiefe Bettenauslastung von 13%. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass der Januar auch in einem normalen Jahr üblicherweise der schwächste Monat ist.

Insbesondere internationaler Tourismus eingebrochen
Während des Lockdowns im Frühjahr ist die Zahl der Übernachtungen bis im April 2020 auf ein Rekordtief von 5'100 gefallen. Dies entspricht noch einem Viertel der Logiernächte verglichen mit April 2019. Danach haben sich die Zahlen bis in den Spätsommer etwas verbessert – im September 2020 wurden verglichen mit dem Vorjahresmonat immerhin wieder zwei Drittel der Logiernächte erreicht. Mit der erneuten Verschärfung der Coronakrise im Herbst sind die Übernachtungszahlen wieder stärker gefallen als dies sonst üblich ist. Insbesondere von Oktober auf November sind die Logiernächte mit einem Minus von 33% deutlich zurückgegangen. Zur selben Zeit im Vorjahr 2019 betrug der Rückgang –10%.

In den letzten Jahren war rund die Hälfte der Übernachtungen auf ausländische Gäste zurückzuführen. Dieser Anteil ist zwar saisonalen Schwankungen unterworfen, über ein gesamtes Jahr betrachtet war der Wert zuletzt aber relativ konstant. Dies hat sich in der Coronakrise nun deutlich verschoben. Insbesondere während des Lockdowns im Frühjahr 2020 ist der Anteil der Gäste aus dem Ausland auf 14% geschrumpft. Während der Sommermonate stieg der Anteil wieder auf zwischenzeitlich 40% und ist danach erneut gesunken. Über das gesamte Jahr betrachtet liegt der Wert bei 33%. Nie erholt hat sich dabei die Zahl der Gäste von ausserhalb Europas. Von allen Übernachtungen der Auslandsgäste entfielen 2020 nur noch 10% auf aussereuropäische Gäste – 2019 waren es noch 29%.

72% weniger Flugpassagiere
Der Rückgang ausländischer, nicht grenznaher Gäste lässt sich eindrücklich am starken Einbruch der Flugpassagierzahlen aufzeigen. Anfang 2020 konnte der Flughafen Basel-Mulhouse monatlich noch mehr als eine halbe Million Passagiere verzeichnen und befand sich damit auf dem Niveau des Vorjahrs. Mit dem Lockdown im Frühjahr ist der Flugverkehr dann praktisch vollständig zum Erliegen gekommen. Im April zählte der Flughafen Basel-Mulhouse weniger als Tausend Passagiere.

Erst während der Sommerferien im Juli und August sind die Passagierzahlen wieder bedeutender angestiegen auf annähernd 400’000. Seither verläuft die Entwicklung der Passagierzahlen zwar wieder nach einem ähnlichen saisonalen Muster wie 2019, jedoch weiterhin auf einem sehr viel tieferen Niveau. Zuletzt im Dezember wurde nur ein Fünftel der Vorjahresbewegungen erreicht. Über das gesamte Jahr 2020 betrug der Rückgang der Passagiere –72% verglichen mit 2019.

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