Webartikel vom 14.01.2021, Wohn-/Arbeitsort 2018

Fast die Hälfte der Baselbieter/innen arbeitet in einem anderen Kanton

45% der erwerbstätigen Baselbieterinnen und Baselbieter gehen einer Arbeit ausserhalb der Kantonsgrenzen nach. Im Gegenzug sind 44% der im Baselbiet beschäftigten Personen ausserkantonal wohnhaft. Ein besonders reger Austausch von Erwerbstätigen findet mit dem Kanton Basel-Stadt und dem Ausland statt.

Von den gegen 290’000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die das Baselbiet Ende 2018 zählte, waren rund 142’000 erwerbstätig. Gezählt werden dabei alle Erwerbstätigen mit einem sozialversicherungspflichtigen Einkommen von mindestens 2’300 Franken pro Jahr. 78’025 der erwerbstätigen Baselbieter/innen, d.h. mehr als die Hälfte (55%) verfügen über eine Arbeitsstelle auf Kantonsgebiet. Weitere 32% arbeiten in Basel-Stadt und 12% in einem anderen Kanton ausserhalb der beiden Basel. Die Zahl der Baselbieterinnen und Baselbieter mit einem Arbeitsort im Ausland kann nur geschätzt werden und liegt bei rund 480 Personen.

44% der im Kanton erwerbstätigen Personen kommen von ausserhalb
44% der im Kanton beschäftigten Personen kommen aus anderen Kantonen oder dem Ausland ins Baselbiet zur Arbeit. Darunter sind die ausländischen Grenzgänger/innen mit 21’774 vergleichsweise stark vertreten, gefolgt von 17’006 Personen aus Basel-Stadt und je 9’135 bzw. 8'957 Erwerbstätigen aus den nahegelegenen Kantonen Solothurn und Aargau.

Negativer Erwerbstätigensaldo
Zusammenfassend ist der Fluss der Erwerbstätigen aus Sicht des Kantons Basel-Landschaft leicht negativ (–2'683 Erwerbstätige). Insbesondere im Austausch mit Basel-Stadt resultiert aufgrund der rund 46’000 Baselbieter/innen, deren Arbeitsstelle sich im Stadtkanton befindet, gegenüber den rund 17’000 Städter/innen, die im Baselbiet arbeiten, ein Saldo von minus 29’057 Personen. Der Saldo mit dem Ausland ist geprägt durch die hohe Zahl der Grenzgänger/innen aus dem Ausland, denen schätzungsweise nur wenige Personen gegenüberstehen, die im Baselbiet wohnen und eine Anstellung im Ausland haben.

Erwerbstätige aus dem Bezirk Arlesheim pendeln am häufigsten nach Basel-Stadt
Erwerbstätige mit Wohnbezirk Arlesheim verfügen zu rund 44% über einen Arbeitsplatz im nahegelegenen Stadtkanton. Aus allen anderen Bezirken gehen deutlich weniger Erwerbstätige im Stadtkanton zur Arbeit. Am kleinsten ist dieser Anteil bei Erwerbstätigen aus dem Bezirk Waldenburg mit 13%. Erwerbstätige aus dem Bezirk Waldenburg haben dagegen besonders häufig in einen anderen Bezirk innerhalb der Kantonsgrenzen Arbeit. Der Anteil der Erwerbstätigen, die innerhalb der Bezirksgrenzen eine Anstellung haben, ist hier, wie auch im Bezirk Laufen, vergleichsweise klein. Mit 45% bleiben im Bezirk Liestal am meisten Erwerbstätige innerhalb der Bezirksgrenzen, gefolgt von den Bezirken Arlesheim und Sissach.

Bezirk Liestal mit deutlich positivem Erwerbstätigensaldo
Der Bezirk Liestal verfügt als einziger über eine deutlich positive Arbeitsplatzbilanz. Hier weisen hauptsächlich die Stadt Liestal (+8’168) sowie auch Pratteln (+6’426) deutliche Überschüsse an Erwerbstätigen aus. Im Bezirk Arlesheim haben die Gemeinden Münchenstein, Muttenz, Reinach und Arlesheim (absteigende Reihenfolge) im Gegensatz zu den anderen Gemeinden im Bezirk ebenfalls einen Überschuss an Erwerbstätigen von ausserhalb.

Lediglich jede fünfte Person im Kanton wohnt und arbeitet in der gleichen Gemeinde
Rund 22% der Baselbieterinnen und Baselbieter wohnen und arbeiten im gleichen Ort. Das ist weniger als im Durchschnitt der Schweiz (37%). Die allgemeine Tendenz ist abnehmend. Nicht nur im Vergleich zur Schweiz, auch innerhalb des Kantons sind die Anteile der «Nichtpendler/innen» sehr unterschiedlich. Einige grössere aber auch gewisse kleinere, ländliche Gemeinden verfügen über einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Personen, deren Arbeitsort in der Wohngemeinde ist.  

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Methode:
Die vorliegenden Auswertungen zu den Pendlerströmen (ausgenommen die Angaben zu Auslandpendler/innen) stammen aus einer Registerverknüpfung des Bundesamts für Statistik (BFS), die auf Basis der folgenden Datenquellen erstellt wurde:

  • Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP):
    Enthält Meldungen der Einwohnerregister der Gemeinden und liefert den Wohnort.
  • Register der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV-Register):
    Enthält Meldungen der AHV-Ausgleichskassen. Liefert das Unternehmen, in welchem eine Person arbeitet (ab Jahreseinkommen von 2'300 Franken).
  • Unternehmensstatistik (STATENT):
    Gibt Auskunft über den Standort der verschiedenen Arbeitsstätten (d.h. Filialen, Niederlassungen usw.) der Unternehmen und die Anzahl der dort arbeitenden Personen.

Zur möglichst vollständigen Abbildung der Erwerbstätigenströme in und aus dem Kanton ergänzt das Statistische Amt BL die Angaben aus dieser Registerverknüpfung in seinen Darstellungen durch Angaben aus der Grenzgängerstatistik und aus der Strukturerhebung. Die Grenzgängerstatistik erfasst die ausländischen Grenzgänger/innen aus dem Ausland, welche im Baselbiet erwerbstätig sind. Im Ausland wohnhafte Schweizerinnen und Schweizer, die im Kanton erwerbstätig sind, werden im Rahmen der Grenzgängerstatistik jedoch nicht erfasst und fehlen in den Darstellungen. Baselbieterinnen und Baselbieter mit ständigem Wohnsitz im Kanton, deren Arbeitsort sich im Ausland befindet, werden ebenfalls nicht systematisch erfasst, können anhand der Daten aus den jährlichen Strukturerhebungen aber hochgerechnet, bzw. geschätzt werden und sind in den Darstellungen, wo dies möglich ist, berücksichtigt.

Links

Tabellen
Grafiken
Datengrundlage BFS
Grenzgängerstatistik

Kontakt

Tamara Bobst
Info-Management, Soziales
T 061 552 56 40

Statistisches Amt des
Kantons Basel-Landschaft
Rheinstrasse 42
CH-4410 Liestal
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