Webartikel vom 07.02.2024, Wohn-/Arbeitsort 2020

Fast die Hälfte der Baselbieter/innen arbeitet in einem anderen Kanton

45% der erwerbstätigen Baselbieterinnen und Baselbieter gehen einer Arbeit ausserhalb der Kantonsgrenzen nach. Im Gegenzug sind ebenfalls 45% der im Baselbiet beschäftigten Personen ausserkantonal wohnhaft. Ein besonders reger Austausch von Erwerbstätigen findet mit dem Kanton Basel-Stadt und dem Ausland statt.

Von den rund 292’000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die das Baselbiet Ende 2020 zählte, waren rund 139’000 erwerbstätig. Gezählt werden dabei alle Erwerbstätigen mit einem sozialversicherungspflichtigen Einkommen von mindestens 2’300 Franken pro Jahr. 75’922 der erwerbstätigen Baselbieter/innen, d.h. mehr als die Hälfte (55%) verfügen über eine Arbeitsstelle auf Kantonsgebiet. Weitere 32% arbeiten in Basel-Stadt und 13% in einem anderen Kanton ausserhalb der beiden Basel. Die Zahl der Baselbieterinnen und Baselbieter mit einem Arbeitsort im Ausland kann nur geschätzt werden und liegt bei rund 400 Personen.

 

45% der im Kanton erwerbstätigen Personen kommen von ausserhalb

45% der im Kanton beschäftigten Personen kommen aus anderen Kantonen oder dem Ausland ins Baselbiet zur Arbeit. Darunter sind die ausländischen Grenzgänger/innen mit 22’569 vergleichsweise stark vertreten, gefolgt von 16’832 Personen aus Basel-Stadt und je 9’524 bzw. 9'185 Erwerbstätigen aus den angrenzenden Kantonen Solothurn und Aargau.

 

Ausgeglichener Erwerbstätigensaldo

Zusammenfassend ist der Fluss der Erwerbstätigen aus Sicht des Kantons Basel-Landschaft nahezu ausgeglichen (–453 Erwerbstätige). Im Jahr 2014 war der Erwerbstätigensaldo im Kanton Basel-Landschaft noch deutlicher negativ (–4’322 Erwerbstätige). Mehr Baselbieter/innen arbeiteten also ausserhalb der Kantonsgrenzen als auswärtige Personen im Kanton Basel-Landschaft beschäftigt waren. Seit dem Jahr 2014 hat insbesondere die Anzahl Grenzgänger/innen aus dem Ausland zugenommen. Aber auch der Saldo der Nachbarkantone Aargau und Solothurn hat zugelegt, während der negative Saldo von Basel-Stadt leicht rückläufig war.

 

Erwerbstätige aus dem Bezirk Arlesheim arbeiten am häufigsten in Basel-Stadt

Erwerbstätige mit Wohnbezirk Arlesheim verfügen zu rund 44% über einen Arbeitsplatz im nahegelegenen Stadtkanton. Aus allen anderen Bezirken gehen deutlich weniger Erwerbstätige im Kanton Basel-Stadt zur Arbeit. Am kleinsten ist dieser Anteil bei Erwerbstätigen aus dem Bezirk Waldenburg mit 13%. Erwerbstätige aus dem Bezirk Waldenburg haben dagegen besonders häufig in einem anderen Bezirk innerhalb der Kantonsgrenzen Arbeit. Der Anteil der Erwerbstätigen, die innerhalb der Bezirksgrenzen eine Anstellung haben, ist hier, wie auch im Bezirk Laufen, mit gut 30% vergleichsweise klein. Mit 44% bleiben im Bezirk Liestal am meisten Erwerbstätige innerhalb der Bezirksgrenzen, gefolgt von den Bezirken Arlesheim und Sissach.

 

Bezirk Liestal mit deutlich positivem Erwerbstätigensaldo

Der Bezirk Liestal verfügt als einziger über eine deutlich positive Arbeitsplatzbilanz. Hier weisen hauptsächlich die Stadt Liestal (+7’897) sowie auch Pratteln (+6’498) deutliche Überschüsse an Erwerbstätigen aus. Im Bezirk Arlesheim haben die Gemeinden Münchenstein, Muttenz, Reinach, Arlesheim und Allschwil (absteigende Reihenfolge) im Gegensatz zu den anderen Gemeinden im Bezirk ebenfalls einen Überschuss an Erwerbstätigen von ausserhalb.

 

Lediglich jede fünfte Person im Kanton wohnt und arbeitet in der gleichen Gemeinde

Rund 20% der Baselbieterinnen und Baselbieter wohnen und arbeiten in der gleichen Gemeinde. Das ist weniger als im Durchschnitt der Schweiz (34%). Die allgemeine Tendenz ist abnehmend. Nicht nur im Vergleich zur Schweiz, auch innerhalb des Kantons sind die Anteile der «Nichtpendler/innen» sehr unterschiedlich. Einige grössere, aber auch gewisse kleinere, ländliche Gemeinden verfügen über einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Personen, deren Arbeitsort in der Wohngemeinde ist.

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Methode:
Die vorliegenden Auswertungen zu den Pendlerströmen (ausgenommen die Angaben zu Auslandpendler/innen) stammen aus einer Registerverknüpfung des Bundesamts für Statistik (BFS), die auf Basis der folgenden Datenquellen erstellt wurde:

  • Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP):
    Enthält Meldungen der Einwohnerregister der Gemeinden und liefert den Wohnort.
  • Register der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV-Register):
    Enthält Meldungen der AHV-Ausgleichskassen. Liefert das Unternehmen, in welchem eine Person arbeitet (ab Jahreseinkommen von 2'300 Franken).
  • Unternehmensstatistik (STATENT):
    Gibt Auskunft über den Standort der verschiedenen Arbeitsstätten (d.h. Filialen, Niederlassungen usw.) der Unternehmen und die Anzahl der dort arbeitenden Personen.

Zur möglichst vollständigen Abbildung der Erwerbstätigenströme in und aus dem Kanton ergänzt das Statistische Amt BL die Angaben aus dieser Registerverknüpfung in seinen Darstellungen durch Angaben aus der Grenzgängerstatistik und aus der Strukturerhebung. Die Grenzgängerstatistik erfasst die ausländischen Grenzgänger/innen aus dem Ausland, welche im Baselbiet erwerbstätig sind. Im Ausland wohnhafte Schweizerinnen und Schweizer, die im Kanton erwerbstätig sind, werden im Rahmen der Grenzgängerstatistik jedoch nicht erfasst und fehlen in den Darstellungen. Baselbieterinnen und Baselbieter mit ständigem Wohnsitz im Kanton, deren Arbeitsort sich im Ausland befindet, werden ebenfalls nicht systematisch erfasst, können anhand der Daten aus den jährlichen Strukturerhebungen aber hochgerechnet, bzw. geschätzt werden und sind in den Darstellungen, wo dies möglich ist, berücksichtigt.

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Datengrundlage BFS

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