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Webartikel vom 17.08.2016, Sozialhilfestatistik 2015

Zahl der Sozialhilfefälle steigt weiter an

Die Zahl der Sozialhilfefälle ist 2015 weiter angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt die Zunahme 5,3%. Insgesamt wurden 2015 7955 Personen in 4808 Fällen von der Sozialhilfe unterstützt.

Zum siebten Mal in Folge verzeichnet die Sozialhilfe eine Zunahme. 2015 lag die Zahl der Sozialhilfeempfänger/innen bei 7955. Die Sozialhilfequote, d.h. der Anteil der Personen mit Sozialhilfeleistungen gemessen an der Gesamtbevölkerung, ist über die letzten Jahre ebenfalls kontinuierlich angestiegen und erreichte 2015 mit 2,8% das Niveau von 2006. Die ausländische Wohnbevölkerung ist besonders stark von der Zunahme betroffen.

Personen aus Nicht-EU-Ländern mit deutlich höherem Sozialhilferisiko
Knapp die Hälfte der Sozialhilfeempfänger/innen sind Schweizerinnen und Schweizer. Weitere rund 13% stammen aus den EU-28-Staaten und rund 37% aus Regionen ausserhalb der EU. Die Schweizer Bevölkerung weist über den gesamten Zeitraum die geringste Sozialhilfequote aus. Personen aus den EU-Ländern tragen mit der Quote von 2,9% (2015) ein durchschnittliches Sozialhilferisiko. Mit Quoten von über 10% und gegen 16% haben Ausländerinnen und Ausländer aus dem übrigen Europa und dem aussereuropäischen Raum den grössten Unterstützungsbedarf. Dies ist häufig durch schlechtere Berufsqualifikationen und damit schlechtere Arbeitsmarktchancen begründet sowie durch die höhere Kinderzahl pro Familie.

 

Bezugsdauer liegt oft unter einem Jahr
In den Jahren 2013 bis 2015 konnten im Durchschnitt jährlich 1338 Sozialhilfefälle abgeschlossen werden. Bei gut der Hälfte der Fälle konnte das Dossier bereits innerhalb eines Jahres wieder geschlossen werden. In weiteren rund 21% der Fälle endete der Sozialhilfebezug nach ein bis zwei Jahren. Insbesondere Paare ohne Kinder und Einpersonenfälle benötigten weniger lang Unterstützung als beispielsweise Familien mit Kindern. Der Anteil der abgeschlossenen Fälle mit einer Bezugsdauer von vier und mehr Jahren lag bei den Alleinerziehenden mit 16,3% am höchsten.

Nettoaufwand steigt weiter an
Seit 2008 steigt der Nettoaufwand für die Sozialhilfe im Kanton kontinuierlich an und lag 2015 bei knapp 65 Mio. Franken. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 8,9%.

Pro Einwohnerin und Einwohner resultierte im letzten Jahr ein Nettoaufwand von 229 Franken, wobei dieser Betrag je nach Gemeinde einer grossen Spannweite unterworfen ist. Die Gemeinde Liestal weist mit einem Betrag von 607 Franken die höchste Pro-Kopf-Belastung auf, gefolgt von Pratteln und Grellingen mit Beträgen von 482 und 422 Franken. Im Verhältnis zur Wohnbevölkerung wurden in Liestal und in Pratteln mit Sozialhilfequoten von 6,3% resp. 5,8% über doppelt so viele Personen unterstützt wie im Kantonsdurchschnitt. Auch die Gemeinden Grellingen und Waldenburg waren mit einer Sozialhilfequote von knapp 5% überdurchschnittlich stark von der Sozialhilfe betroffen.

Tabelle

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Datei PDF document Kennzahlen und Nettoaufwand der Sozialhilfe 2015 17.3 KB

Methodische Hinweise:

Sozialhilfe: Die vorliegenden Auswertungen basieren auf der Sozialhilfe gemäss kantonalem Sozialhilfegesetz (Sozialhilfe im engeren Sinn). Weitere bedarfsabhängige Geldleistungen wie Krankenkassenverbilligung, Ergänzungsleistungen zu AHV/IV, Alimentenbevorschussung oder Wohnbeihilfen sind nicht berücksichtigt.
Grundgesamtheit: Die Sozialhilfestatistik des Bundes umfasst seit 2009 auch Dossiers von vorläufig Aufgenommenen, die mehr als sieben Jahre in der Schweiz leben (VA7+) sowie von vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen mit einer Aufenthaltsdauer von mehr als sieben Jahren in der Schweiz (F7+). Vorläufig aufgenommene Flüchtlinge mit einer Aufenthaltsdauer von weniger als sieben Jahren in der Schweiz sowie Flüchtlinge mit Aufenthaltsstatus B werden im Rahmen der Sozialhilfestatistik im Flüchtlingsbereich des Bundesamtes für Migration erfasst.
Sozialhilfefall: Die publizierten Zahlen beziehen sich auf Sozialhilfefälle, welche mindestens einmal im relevanten Jahr Sozialhilfeleistungen bezogen haben. Ein Fall kann mehrere unterstützte Personen umfassen.
Abgeschlossener Fall: Für Sozialhilfefälle, welche seit mehr als sechs Monaten keine Auszahlung mehr erhalten haben, wird das Dossier abgeschlossen. Aus diesem Grund werden auch Fälle zum aktuellen Jahr gezählt, welche im Vorjahr eine letzte Auszahlung erhalten haben und im laufenden Jahr abgeschlossen wurden. Falls nach einem Unterbruch von mehr als sechs Monaten erneut ein Antrag auf Sozialhilfe gestellt wird, wird ein neuer Fall eröffnet.
Sozialhilfequote: Die Sozialhilfequote entspricht dem Anteil aller Personen an der Wohnbevölkerung, welche im relevanten Jahr mindestens einmal Sozialhilfeleistungen bezogen haben.

Weitere Informationen.

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Links

Zahlenfenster: Sozialhilfe
Sozialhilfestatistik (BFS)

Kontakt

Tamara Bobst
Info-Management, Soziales
T 061 552 56 40

Statistisches Amt des
Kantons Basel-Landschaft
Rheinstrasse 42
CH-4410 Liestal
www.statistik.bl.ch

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