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Webartikel vom 22.02.2017, Pendlerströme 2011

Die Erwerbstätigkeit kennt keine Kantonsgrenzen

Gegen die Hälfte der erwerbstätigen Baselbieterinnen und Baselbieter geht einer Arbeit ausserhalb der Kantonsgrenzen nach. Im Gegenzug pendeln rund 40% der im Baselbiet beschäftigten Personen von ausserhalb in den Kanton. Ein besonders reger Austausch findet mit dem Kanton Basel-Stadt und dem Ausland statt. Insgesamt hat der Kanton einen leichten Überschuss von rund 6000 Wegpendlern.

Dank der erstmals vorliegenden Verknüpfung verschiedener Datenquellen durch das Bundesamt für Statistik können die Pendlerströme der Erwerbstätigen in und aus dem Baselbiet bis auf Gemeindeebene dargestellt werden. Die Grundlage hierfür bilden Daten aus den Einwohnerregistern, den AHV-Registern und der Unternehmensstatistik (STATENT) mit Referenzzeitpunkt Ende 2011. Im Herbst folgen die Daten mit Referenzzeitpunkt 2014.

Von den rund 277 000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die das Baselbiet Ende 2011 zählte, sind rund 134 400 erwerbstätig. Gezählt werden dabei alle Erwerbstätigen mit einem sozialversicherungspflichtigen Einkommen von mindestens 2300 Fr. pro Jahr. 75 265 der erwerbstätigen Baselbieterinnen und Baselbieter, d.h. mehr als die Hälfte (56%) verfügen über eine Arbeitsstelle auf Kantonsgebiet. Weitere 33% arbeiten in Basel-Stadt und 11% in einem anderen Kanton ausserhalb der beiden Basel. Die Zahl der Arbeitspendler ins Ausland kann nur geschätzt werden und liegt bei rund 480 Personen.

Rund 40% der im Kanton erwerbstätigen Personen kommen von ausserhalb

Zwei von fünf im Kanton Basel-Landschaft beschäftigten Personen pendeln aus anderen Kantonen oder dem Ausland ins Baselbiet. Darunter sind die ausländischen Grenzgänger mit 18 695 relativ zahlreich vertreten, gefolgt von 14 178 Personen aus Basel-Stadt und je 8010 bzw. 7185 Arbeitspendlern aus den nahegelegenen Kantonen Solothurn und Aargau.

Insgesamt leichter Überschuss an Wegpendlern

Zusammenfassend verfügt der Kanton Basel-Landschaft damit über rund 6000 mehr Weg- als Zupendler. Insbesondere im Austausch mit Basel-Stadt resultiert aufgrund der rund 44 000 Baselbieter, deren Arbeitsstelle sich im Stadtkanton befindet, gegenüber den rund 14 000 Städtern, die zur Arbeit ins Baselbiet pendeln, ein Pendlersaldo von minus 30 000 Personen. Den über 18 000 Grenzgängern aus dem Ausland stehen geschätzte 480 Baselbieter gegenüber, die zur Arbeit ins Ausland pendeln.

Erwerbstätige aus dem Bezirk Arlesheim pendeln am häufigsten nach Basel-Stadt

Erwerbstätige Einwohnerinnen und Einwohner des Bezirks Arlesheim verfügen zu rund 44% über einen Arbeitsplatz im nahegelegenen Stadtkanton. In allen anderen Kantonsteilen pendeln deutlich weniger Erwerbstätige zur Arbeit in den Stadtkanton. Am kleinsten ist dieser Anteil bei Erwerbstätigen aus dem Bezirk Waldenburg mit 14%. Erwerbstätige aus dem Bezirk Waldenburg pendeln dagegen besonders häufig in einen anderen Bezirk innerhalb der Kantonsgrenzen. Der Anteil der Erwerbstätigen, die innerhalb der Bezirksgrenzen eine Anstellung haben, ist hier hingegen vergleichsweise klein. Mit 48% bleiben im Bezirk Liestal am meisten Erwerbstätige innerhalb der Bezirksgrenzen, gefolgt von den Bezirken Arlesheim und Sissach.

Bezirk Liestal als einziger mit mehr Zu- als Wegpendlern

Einzig der Bezirk Liestal verfügt über eine positive Arbeitspendlerbilanz. Hier weisen hauptsächlich die Stadt Liestal (+6754) als auch Pratteln (+5721) deutliche Überschüsse an Zupendlern aus. Im Bezirk Arlesheim haben die Gemeinden Münchenstein, Muttenz, Reinach und Arlesheim (absteigende Reihenfolge) im Gegensatz zu den anderen Gemeinden im Bezirk ebenfalls einen Überschuss an Zupendlern.

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Methode:

Die vorliegenden Auswertungen zu den Pendlerströmen stammen aus einer Registerverknüpfung des Bundesamtes für Statistik, die auf Basis der folgenden Datenquellen erstellt wurde:

-    Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP):
     Enthält Meldungen der Einwohnerregister der Gemeinden.
-    Register der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV-Register):
     Enthält Meldungen der AHV-Ausgleichskassen. Liefert das Unternehmen, in welchem
     eine Person arbeitet (ab Jahreseinkommen von 2300 Franken).
-    Unternehmensstatistik (STATENT):
     Gibt Auskunft über den Standort der verschiedenen Arbeitsstätten (d.h. Filialen,
     Niederlassungen usw.) der Unternehmen und die Anzahl der dort arbeitenden
     Personen.

Details siehe Methode (BFS)

Zur möglichst vollständigen Abbildung der Pendlerströme in und aus dem Kanton ergänzt das Statistische Amt BL die Angaben aus dieser Registerverknüpfung in seinen Darstellungen durch Angaben aus der Grenzgängerstatistik und aus der Strukturerhebung. Die Grenzgängerstatistik erfasst die ausländischen Grenzgänger aus dem Ausland, welche im Baselbiet erwerbstätig sind. Im Ausland wohnhafte Schweizerinnen und Schweizer, die im Kanton erwerbstätig sind, werden im Rahmen der Grenzgängerstatistik jedoch nicht erfasst und fehlen in den Darstellungen. Baselbieterinnen und Baselbieter mit ständigem Wohnsitz im Kanton, deren Arbeitsort sich im Ausland befindet, werden ebenfalls nicht systematisch erfasst, können anhand der Daten aus den jährlichen Strukturerhebungen aber hochgerechnet, bzw. geschätzt werden und sind in den Darstellungen ebenfalls berücksichtigt.

Vorschau:
2018 sind die Pendlermatrizen aus den Registerverknüpfungen für das Jahr 2014 verfügbar und es wird eine Aktualisierung des vorliegenden Artikels erfolgen.

Weitere Informationen.

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Links

Zahlenfenster: Pendlermatrix
Methode (BFS)

Kontakt

Tamara Bobst
Info-Management, Soziales
T 061 552 56 40

Statistisches Amt des
Kantons Basel-Landschaft
Rheinstrasse 42
CH-4410 Liestal
www.statistik.bl.ch

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