Webartikel vom 07.07.2021, Statistik der Lernenden 2020

Bildungslaufbahn bei Mädchen geradliniger als bei Knaben

Im Schuljahr 2020/21 besuchten 32'584 Lernende im Kanton die obligatorische Schule, der Grossteil in einer öffentlichen Schule. 11'289 Lernende besuchten eine Ausbildung auf der Sekundarstufe II. Während der obligatorischen Schulzeit verlieren Knaben öfter ein Jahr als Mädchen.

Die 32'584 Schülerinnen und Schüler in obligatorischen Baselbieter Schulen bedeuten eine Zunahme von 0,8% gegenüber dem Vorjahr. In den zehn Jahren seit 2010 gab es eine Zunahme von 5,6%.

92% absolvieren die obligatorische Schulzeit in einer öffentlichen Schule
Mit 92% absolviert der Grossteil der Lernenden die obligatorische Schulzeit in einer öffentlichen Schule. Schüler/innen der öffentlichen Schulen sind zu 96% in einer Regelklasse und zu 4% in einer Sonderklasse (Klein- und Einführungsklassen sowie Integrationsklassen für Fremdsprachige). 5,7% der Lernenden besuchen eine Privatschule und 1,9% eine Sonderschule (separative Sonderschulung inklusive Heimschulen).

Mädchen weniger häufig in Sonderschulen
Sowohl in den Sonderklassen der öffentlichen Schulen als auch in den Sonderschulen sind die Mädchen gegenüber den Knaben deutlich untervertreten. In den Sonderklassen haben sie einen Anteil von 39%, in den Sonderschulen von 31%.

Dass die Mädchen tendenziell mit weniger Problemen durch die Primarstufe kommen als die Jungen, zeigt sich auch an einer anderen Stelle: Bis zum Ende der Primarstufe sind wegen späterer Einschulung, dem Besuch einer Einführungsklasse oder Repetitionen bereits 19% der Knaben älter, als man es aufgrund eines Regelverlaufs annehmen würde. Bei den Mädchen sind es nur 13%. Diese Anteile sind in den letzten Jahren tendenziell etwas zurückgegangen.

Der Ausländeranteil auf der Primarstufe beträgt insgesamt 29%. Bei den Sonderklassen an öffentlichen Schulen machen die Ausländerinnen und Ausländer die Hälfte der Lernenden aus, dasselbe bei den Privatschulen. Auch bei den Sonderschulen sind sie mit einem Anteil von 39% übervertreten.

Kleinere Gemeinden mit mehr Integration
Abbildung 3 beschäftigt sich mit der Wahl zwischen Integration und Separation im Rahmen der speziellen Förderung in Abhängigkeit der Grösse der Wohngemeinde. Dargestellt sind die Anteile der Lernenden mit ISF (integrative Schulungsform, Integration in einer Regelklasse anstelle der Separation in einer Klein- oder Einführungsklasse) und in Sonderklassen der öffentlichen Primarschule.

Insgesamt beträgt der Anteil der speziellen Förderung je nach Gemeindegrösse zwischen 15,5% und 17,4% und unterscheidet sich damit nicht sehr stark. Es ist jedoch sichtbar, dass die Wahrscheinlichkeit, in eine Sonderklasse eingeschult zu werden, mit zunehmender Grösse der Wohngemeinde steigt. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass in kleineren Gemeinden Sonderklassen weniger häufig vorhanden sind und deshalb eine separative Förderung auch mit einem Wechsel des Schulorts verbunden wäre.

Je höher das Sek-Niveau, desto tiefer der Ausländeranteil
Bezüglich Geschlecht und Nationalität zeigt sich auf der Sekundarstufe ein ähnliches Bild wie auf der Primarstufe. Auf der Sekundarstufe I beträgt der Ausländeranteil im Baselbiet 28%. Je höher das Sek-Niveau, desto tiefer ist der Ausländeranteil: Im Niveau A machen die Ausländerinnen und Ausländer 39% aus, mehr als das Zweieinhalbfache als im Niveau P (15%). In den Sonderklassen liegt der Ausländeranteil gar bei zwei Dritteln. Auch in Sonderschulen mit 32% und in Privatschulen mit 58% sind Ausländerinnen und Ausländer übervertreten.

Männer sind ebenfalls im Niveau A (57%) sowie in den Sonderklassen und –schulen (je 63%) übervertreten. Bis am Ende der obligatorischen Schule haben 33% der Männer verglichen mit dem Regelverlauf ein Jahr verloren, während es bei den Frauen 23% sind.

Frauen eher in Allgemeinbildung, Männer in Berufsbildung
In den Baselbieter Schulen der Sekundarstufe II befanden sich 2020 11'289 Lernende in einer Ausbildung. Über zwei Drittel davon besuchten entweder ein Gymnasium oder eine duale, drei- bis vierjährige Berufslehre.

Das Gros der Ausbildungen auf der Sekundarstufe II lässt sich auf zwei Bereiche aufteilen: Die allgemeinbildenden Ausbildungen (Fachmittelschule, Fachmaturitätsschule und Gymnasium) sowie die berufliche Grundbildung (duale Berufslehren und Wirtschaftsmittelschule). Frauen entscheiden sich nach der obligatorischen Schule eher für eine allgemeinbildende Ausbildung, Männer eher für die berufliche Grundbildung.

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