Webartikel vom 16.06.2022, Bevölkerungsdaten 2022 mit Fokus Ukraine

Ausserordentliche Bevölkerungszunahme im ersten Quartal 2022

In Folge des Kriegs in der Ukraine verzeichnet der Kanton Basel-Landschaft in den ersten Monaten 2022 einen Zustrom an schutzsuchenden Personen. Dies zeichnet sich nun auch in den Quartalsdaten per 31.03.2022 der kantonalen Bevölkerungsstatistik ab, denn die Schutzsuchenden werden in den Einwohnerregistern geführt und zählen zur niedergelassenen Wohnbevölkerung. Tagesaktuelle Daten zu den ukrainischen Flüchtlingen liefert jedoch der Bund, der für die Gesuche und Verteilung der Schutzsuchenden auf die Kantone zuständig ist.

Per Ende März ist die Kantonsbevölkerung auf 295'444 Einwohnerinnen und Einwohner angestiegen. Die Zunahme im ersten Jahresquartal entspricht damit 1'128 Personen. Dabei werden alle Personen gezählt, die in einer Baselbieter Gemeinde Niederlassung haben. Mit einem Plus von 0,4% innerhalb von drei Monaten ist das ein ausserordentlich hohes Wachstum. In den vorangehenden zehn Jahren war der durchschnittliche Zuwachs im ersten Jahresquartal mit +0,03% eher verhalten. Ausschlaggebend für die hohe Zunahme im ersten Quartal 2022 ist der positive Wanderungssaldo von über 1’300 Personen. Die Geburten lagen leicht unter, die Todesfälle leicht über dem Langzeitschnitt.

Hauptgrund für den hohen Wanderungssaldo seit Jahresbeginn sind die Zuzüge aus der Ukraine. Am Stichtag der kantonalen Bevölkerungsstatistik (31.03.2022) führten die Baselbieter Gemeinden bereits gegen 1’000 Personen mit Schutzstatus S in ihren Registern. Für tiefere und zeitlich aktuellere Auswertungen sind allerdings die Bundesdaten des Staatssekretariats für Migration (SEM), der für die Ausländerbewilligungen zuständigen Behörde, herbeizuziehen. Diese Daten werden bis auf Weiteres an dieser Stelle monatlich aktualisiert.

Aktuell sind rund 2'000 schutzsuchende Ukrainer/innen im Kanton wohnhaft
Gemäss den Meldungen des SEM leben derzeit (Stand Ende Mai 2022) gegen 2’000 schutzsuchende Ukrainer/innen im Kanton. Bisher wurden insgesamt 1’949 Schutzgewährungen erteilt, bei einzelnen weiteren Personen war das Gesuch am Stichtag noch hängig. Nur wenige Gesuche werden abgelehnt oder beispielsweise aufgrund von Abreise oder fehlender Auffindbarkeit abgeschrieben. Insgesamt sind bisher 1'985 Gesuche eingegangen. Der anfänglich starke Anstieg an Schutzsuchenden mit über 400 Gesuchen in der zweiten Märzwoche (Kalenderwoche 11/2022) ist zwischenzeitlich abgeflacht. In den letzten beiden Maiwochen (Kalenderwochen 21/2022 und 22/2022) gingen noch je 13 bzw. 14 neue Gesuche ein.

Fast ein Drittel der Schutzsuchenden ist unter 15 Jahre alt
Rund 44% der ukrainischen Flüchtlinge sind unter 25 Jahre alt. Allein Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren machen 32% und damit knapp einen Drittel aller Personen mit Schutzgewährung aus. Am 31. Mai wohnten damit 624 aus der Ukraine geflüchtete Kinder mit Schutzstatuts S im Kanton. Weitere 228 Personen sind im Alter von 15 bis 24 Jahren und 1'097 sind 25-jährig oder älter. Der Frauenanteil der 25-Jährigen und älteren Schutzsuchenden beträgt 80%.

Durchschnittlich 6 Personen mit Schutzstatus S auf 1'000 Einwohner/innen
Am 31. Mai 2022 lag die Zahl der Schutzgewährungen schweizweit bei insgesamt gut 52'000 Personen. Gemessen an der Wohnbevölkerung entspricht dies 6,0 Schutzgewährungen auf 1'000 Einwohner/innen. Im Baselbiet liegt dieser Wert mit 6,7 leicht höher. In Basel-Stadt kommen auf 1'000 Einwohner/innen gar 7,9 Schutzgewährungen. Insgesamt sind die Flüchtlinge aus der Ukraine recht gleichmässig auf die Kantone verteilt. Nebst wenigen Ausreissern nach oben gibt es keine groben Ausreisser nach unten.

Methodische Anmerkung: Die aus der Ukraine geflüchteten Personen werden hier unabhängig ihrer Staatsangehörigkeit als Ukrainer/innen bezeichnet.

Weitere Aktualisierungen der Abbildungen 2 bis 4 folgen im Monatsrhythmus an dieser Stelle. Letzte Aktualisierung: 16. Juni 2022.