Webartikel vom 01.06.2022, Grundstücksmarkt 2021

Der Umsatz von Grundstücken nimmt um rund 18% auf über 3 Milliarden Franken zu

Im Jahr 2021 wurden im Kanton Basel-Landschaft insgesamt 2918 Grundstücke verkauft, was einer Zunahme von 12,3% entspricht. Der Umsatz nahm gegenüber dem Vorjahr um 484 Mio. auf 3143 Mio. Franken zu (+18,2%). Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Wohnbauland erhöhte sich im Kanton um 5,4% auf 1’303 Fr./m2.

Die privaten Haushalte zeigten sich im Jahr 2020 als grosse Stütze des Grundstücksmarkts, die den damaligen Umsatzrückgang ein wenig auffingen. Ein Jahr später, 2021, investierten insbesondere Architekten-, Bau- und Immobilienbüros wie auch Kreditinstitute und Versicherungen wieder in den Grundstücksmarkt und führen gemeinsam mit den privaten Haushalten den Umsatz auf einen neuen Höchststand. Des Weiteren nahmen 2021 die durchschnittlichen Preise für Bauland weiter zu, wenn auch nicht in allen Bezirken und Gemeinden.

Zunahme der Verkäufe in allen Bezirken
Bei 81,7% der 2‘918 Freihandkäufe handelt es sich um überbaute Grundstücke, bei 13,1% um Bauland und bei den restlichen um Verkäufe von Land ausserhalb Baugebiet sowie landwirtschaftliche Anwesen. 44,2% aller Verkäufe wurden im Bezirk Arlesheim getätigt, weitere 19,6% im Bezirk Liestal und 17,1% im Bezirk Sissach. Die restlichen Grundstücksverkäufe verteilten sich auf die Bezirke Waldenburg (9,7%) und Laufen (9,5%).

Wertmässig machten die überbauten Grundstücke 90,5% und unbebautes Bauland 8,7% des gesamten Umsatzes von 3‘143 Mio. Franken aus. In allen Bezirken nahm der Umsatz gegenüber dem Vorjahr zu. Besonders deutlich erhöhte sich der Umsatz im Bezirk Waldenburg mit +83,4%, gefolgt vom Bezirk Liestal mit +39,1% und dem Bezirk Laufen mit +28,4%. Der Bezirk Arlesheim wies mit einer Steigerung von +5,3% die geringste Umsatzveränderung aus.

Bei der gehandelten Fläche von insgesamt 614 Hektaren wurde im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von –13% verzeichnet. Der Rückgang ist vor allem durch den geringeren Flächenumsatz der landwirtschaftlichen Anwesen (–74 Hektaren) und Land ausserhalb Baugebiet (–43 Hektaren) begründet.  

Private Haushalte bestimmen weiterhin den Grundstücksmarkt
2021 gaben die privaten Haushalte insgesamt 2‘241 Mio. Franken für unbebaute und bebaute Grundstücke aus (+14,2%). Diese deutliche Zunahme ist insbesondere durch den Kauf von Wohnungen im Stockwerkeigentum von 756 Mio. Franken begründet (+36,1%). Die Käufe von Wohnbauten nahmen bei Privaten um 5,8% auf 1‘298 Mio. Franken zu. Die Einnahmen aus den Verkäufen lagen im Vergleich zum Vorjahr insgesamt sogar um 19,7% höher bei 2‘235 Mio. Franken.

Der deutlich gestiegene Umsatz beruht auch auf verstärkten Investitionen der Architekten-, Bau- und Immobilienfirmen, die sich um 46,4% auf 516 Mio. Franken erhöhten. Investiert wurde vor allem in Wohnbauten mit 302 Mio. Franken (+63,9%) und Bauland mit 100 Mio. Franken (+17,3%). Die Einnahmen nahmen insgesamt um ein gutes Viertel auf 563 Mio. Franken zu. Die Verkäufe von Wohnbauten nahmen um 39,1% auf 235 Mio. Franken und die Verkäufe von Wohnungen sogar um 74,1% auf 229 Mio. Franken zu. Im gleichen Zeitraum lagen die Investitionen der Kreditinstitute und Versicherungen um 70,8% höher als ein Jahr zuvor. Sie erwarben insbesondere Wohnbauten mit 91 Mio. Franken sowie Gewerbe-, Industrie- und Bürogebäude mit 76 Mio. Franken. Gleichzeitig reduzierten die Kreditinstitute und Versicherungen die Einnahmen durch Verkäufe um –20,9% auf 66 Mio. Franken.

Die Investitionen der Pensionskassen in den Grundstücksmarkt reduzierten sich deutlich um –68,6% auf 32 Mio. Franken, dies im Gegensatz zu den Verkäufen, die sich um 7,7% auf 73 Mio. Franken erhöhten.

Neuer Höchstwert für Wohnbauland von 1303 Fr./m2
Der durchschnittliche kantonale Quadratmeterpreis nahm im Jahr 2021 um 5,4% auf 1‘303 Franken zu, obwohl nur im Bezirk Arlesheim die Preise für Wohnbauland gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Neu muss im Bezirk Arlesheim für ein Grundstück durchschnittlich 2‘024 Fr./m2 bezahlt werden (+11,9%). Der Quadratmeterpreis liegt somit erstmals über 2‘000 Franken. In allen anderen Bezirken sank der Quadratmeterpreis für Wohnbauland im gleichen Zeitraum. Die grösste Abnahme von –8,1% auf 521 Fr./m2 verzeichnete der Bezirk Laufen, gefolgt vom Bezirk Sissach mit –5,9% (647 Fr./m2) und dem Bezirk Liestal mit –5,7% (1‘017 Fr./m2). Am günstigsten wurde Wohnbauland mit 384 Fr./m2 im Bezirk Waldenburg gehandelt (–5,2%).

Die Preise für Land ausserhalb Baugebiet pendeln seit 2001 zwischen 3 und 4 Fr./m2 und wurden wie im letzten Jahr zu 4 Fr./m2 gehandelt.

Regionale Unterschiede der Bodenpreise von Wohnbauland
Die Bodenpreise von Wohnbauland sind im Bezirk Arlesheim am höchsten. Alle Gemeinden des Bezirks Arlesheim weisen im Vierjahresdurchschnitt 2018/2021 einen Quadratmeterpreis von mehr als 1‘200 Fr./m2 auf. Die teuersten Grundstücke befinden sich wie in den Jahren zuvor in den Gemeinden Bottmingen mit 2‘280 Fr./m2 und Binningen mit 2‘272 Fr./m2 gefolgt von den Gemeinden Reinach mit 2‘121 Fr./m2 und Oberwil mit 2‘061 Fr./m2. Ausserhalb des Bezirks Arlesheim werden durchschnittliche Preise von über 1‘200 Fr./m2 nur noch in den Gemeinden Pratteln mit 1‘266 Fr./m2 und Liestal mit 1‘235 Fr./m2 bezahlt. Werte unter 300 Fr./m2 für Wohnbauland sind nur in den Bezirken Sissach und Waldenburg zu finden. Der tiefste Vierjahresdurchschnitt weist die Gemeinde Buckten mit 220 Fr./m2 aus.

Starke Nachfrage nach Wohnungen im Stockwerkeigentum
Im Jahr 2021 wurden insgesamt 2‘383 überbaute Grundstücke veräussert (+14,1%). Gut zwei Drittel der verkauften, bebauten Grundstücke lagen im Bezirk Arlesheim (47,5%) sowie im Bezirk Liestal (20,7%). Im Bezirk Laufen wurden mit 192 überbauten Grundstücken am wenigsten verkauft (8,1%). Besonders begehrt waren Wohnungen im Stockwerkeigentum, deren Nachfrage sich gegenüber dem Vorjahr um 235 auf 919 Wohnungen erhöhte (+34,4%). Insbesondere im Bezirk Arlesheim wurden 2021 mit einem Anteil von 56,1% am meisten Wohnungen verkauft (516). Am beliebtesten sind mit einem Anteil von 46,2% weiterhin 4-Zimmer-Wohnungen, gefolgt von 3-Zimmer-Wohnungen mit einem Anteil von 32,6%. Eine 4-Zimmer-Wohnung kostete 2021 im Durchschnitt 925‘000 Franken, für eine 3-Zimmer-Wohnung lag der Verkaufspreis bei 690‘000 Franken.

Der Verkauf von Einfamilienhäusern nahm im gleichen Zeitraum moderat um 2,7% auf 1‘049 Einheiten zu.

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Erhebung und Methode:

Die kantonale Bodenpreisstatistik beruht auf den Handänderungsanzeigen des Grundbuchamts, die seit 1979 elektronisch erfasst werden und dient vor allem der Markttransparenz. Ab dem Jahr 2007 werden nur noch die freiwilligen Verkäufe ohne Erbgänge, Steigerungen, Tauschgeschäfte und Schenkungen ausgewiesen. Diese Freihandkäufe liefern jährlich Informationen zur Anzahl Fälle, Fläche und Preis bebauter und unbebauter Grundstücke. Die Auswertungen werden weiter nach Bezirk und Gemeinden differenziert und nach weiteren Merkmalen (Zone, Nutzung) ausgewertet. Insbesondere der Quadratmeterpreis von Wohnbauland stösst in der Öffentlichkeit auf Interesse. Wohnbauland umfasst alle Parzellen, welche vollständig im Baugebiet liegen, sich in der Wohn- und in der Wohn- und Geschäftszone befinden und einen Quadratmeterpreis ab 30 Franken sowie eine Fläche zwischen 100 und 2‘500 m2 aufweisen. Das Wohnbauland eignet sich besser als Indikator für die Preisentwicklung des Baulands als die Menge aller Baulandparzellen, da Ausreisser aus der Betrachtung ausgeschlossen werden.

 

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