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Bundesasylzentrum ist in Muttenz kaum sichtbar

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Die Betreuer von der Firma ORS Service AG organisieren täglich Aktivitäten. An diesem Morgen spielt einer von ihnen mit Bewohnern Darts. Foto: Judith Hirsbrunner

Seit Mitte November 2016 ist das Bundesasylzentrum (BAZ) Feldreben in Muttenz in Betrieb. Hier werden Menschen, die in der Schweiz Asyl beantragen, registriert und erstmalig befragt, bevor sie an die Kantone verteilt werden oder das Land wieder verlassen. Wie ist die Lage im und ums BAZ Feldreben, einige Monate nachdem die ersten 24 Asylsuchenden angekommen sind? Ein Augenschein.

In diesen Tagen deutet von aussen nichts darauf hin, dass hier in Muttenz ein Bundesasylzentrum steht. Der hohe Zaun um das Gelände ist für ein Industriegebiet nichts Ungewöhnliches und es sind weit und breit keine Menschen zu sehen, die nicht ins gewohnte Bild passen. Auch der mit Bäumen in Holzkübeln gestaltete Aussenbereich des BAZ ist menschenleer. Jetzt im Frühsommer wirkt der Platz trotz Sonnenschein noch nicht besonders einladend.

Strenge Ein- und Ausgangskontrollen
Am unscheinbaren Eingang erwartet Christoph Moser, Leiter des BAZ Feldreben, seinen Besuch und meldet ihn an. Die Firma Securitas ist für die Sicherheit auf dem Gelände zuständig. Securitas-Mitarbeitende registrieren jeweils, wer wann das BAZ verlässt und betritt. «Bei ihrer Ankunft erhalten die Asylbewerbenden einen provisorischen Ausweis mit einem Strichcode, der am Ein- und Ausgang eingelesen wird. Es ist wichtig, dass wir immer die Kontrolle darüber haben, wer sich im BAZ aufhält und wer draussen unterwegs ist. Zudem gibt es bei jeder Rückkehr ins BAZ einen Sicherheitscheck, um sicherzustellen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner keine unerlaubten Gegenstände hineinbringen», erklärt Moser. Neu ankommenden Asylsuchenden erklärt ein Betreuer als erstes die Hausordnung. «Die Verständigung klappt eigentlich immer. Es findet sich hier im BAZ immer jemand, der oder die übersetzen kann», sagt Moser. Danach erhalten die Gesuchstellenden Bettwäsche und wenn nötig eine Grundausstattung an Toilettenartikel und Kleidung.

Ein geregelter Tagesablauf ist wichtig
Zum Schlafen sind die Asylbewerbenden in kleinen Wohneinheiten in zwei Hallen untergebracht: Familien und alleinstehende Frauen in der einen, alleinstehende Männer in der anderen Halle. Jetzt, um 11 Uhr, sind die Hallen wie im Tagesablauf vorgesehen ziemlich leer. «Die Einhaltung der Hausordnung ist ganz wichtig. Sie regelt den Tagesablauf», sagt Roger Lang, Chef Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel, der inzwischen dazu gestossen ist. Es gibt feste Essenszeiten und die obligatorische Mithilfe bei den Haushaltspflichten. Die Asylsuchenden können sich frei bewegen. Wer nicht für medizinische Checks, Befragungen oder für Hausarbeit zur Verfügung stehen muss, kann vormittags ab 9 Uhr, nachmittags bis 17 Uhr und am Wochenende in den Ausgang gehen. Zum Beispiel ins Café «Mama Muttenz», das direkt neben dem BAZ liegt, von der «Roundtable Kirchen Muttenz Pratteln» gegründet wurde und das Asylsuchenden nicht nur Kaffee und Kuchen bietet, sondern auch praktische Beratung sowie seelsorgerische Betreuung. Auch das BAZ bietet den Asylsuchenden Sprechstunden für ihre Anliegen an und die Internationale Organisation für Migration (IOM) ist vor Ort, falls Asylsuchende sich entscheiden, freiwillig die Heimreise anzutreten.

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Christoph Moser, rechts, ist der Leiter des Bundesasylzentrums Feldreben; er bespricht sich mit seinem Vorgesetzten Roger Lang, links, Chef Empfangs- und Verfahrens-zentrum Basel, zu dem auch das BAZ Feldreben gehört. Foto: Judith Hirsbrunner

Spiel, Sport und Arbeit
Maximal drei Wochen wohnen die Asylsuchenden jedoch im BAZ in Muttenz. Die Wohneinheiten, in denen sie schlafen, stehen in kleinen Gruppen, damit kleine Gänge und Plätze entstehen. «Diese Anordnung schafft einerseits Rückzugsmöglichkeiten und kleine Aufenthaltsbereiche für die Bewohnerinnen und Bewohner, andererseits verhindern wir so grössere Menschenansammlungen, die ein Risiko bedeuten können», erklärt Roger Lang. Trotz des durchdachten Konzeptes wirken die Hallen mit dem spärlichen Tageslicht und den eintönigen Wohneinheiten ziemlich trostlos. Da sind die Aufenthaltsräume im Obergeschoss einiges angenehmer. Die meisten der aktuell rund 80 bis 100 Asylsuchenden des BAZ Feldreben befinden sich irgendwo hier, denn bald ist Essenszeit. Sie sitzen in kleinen Gruppen zusammen, ein paar spielen Tischtennis oder Darts mit einem Betreuer der Firma ORS oder schauen TV. Es geht auffallend ruhig zu und her. Die Betreuungsorganisation ORS bietet täglich ein Beschäftigungsprogramm an, an dem die Gesuchstellenden nach Lust und Laune mitmachen können. Wer seine obligatorische Mithilfe gut erledigt, kann auch an gemeinnützigen Arbeitseinsätzen für die Gemeinde Muttenz teilnehmen. «Das ist bei den Asylsuchenden sehr beliebt, weil sie bei dieser Arbeit 30 Franken pro Tag verdienen können. Ohne diese zusätzlichen Arbeitseinsätze erhalten sie drei Franken pro Tag», sagt Roger Lang.

Kinder schaffen positive Atmosphäre
Plötzlich kommt ein kleiner Junge den Gang entlang gerannt, hält vor Christoph Moser, um mit ihm zu scherzen. Ein zweiter Junge tut es ihm gleich. «Die Kinder haben keine Berührungsängste», sagt Moser. «Die Menschen hier kommen aus ganz unterschiedlichen Kulturen, sie haben unterschiedliche, zum Teil traumatische Erlebnisse hinter sich. Viele der Kinder gehen einfach auf alle offen zu und schaffen so eine positive, fröhliche Atmosphäre.»

Kürzlich hat das Bundesasylzentrum Feldreben eine Einladung zum Fussball-Grümpelturnier der Fachhochschule Nordwestschweiz in Muttenz erhalten und mit Freude angenommen. Das kurzfristig zusammengestellte Team hat sich in einer hervorragenden Form präsentiert und das Turnier gleich gewonnen. Mit Stolz haben die Spieler ihren Preis „nach Hause“ getragen. «Im Moment sind gar nicht so viele Asylbewerber hier», erklärt Christoph Moser. «So ist das BAZ in Muttenz kaum sichtbar. Viele Asylsuchende sind aber in Muttenz auf positive Art und Weise präsent.»

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Um 12 Uhr gibt es im BAZ Feldreben Mittagessen. Wer sein Essen bezieht, wird über den Strichcode auf seinem Ausweis registriert. Das Essen wird von Extern geliefert und von Bewohnerinnen und Bewohnern als Ämtli geschöpft. Foto: Judith Hirsbrunner

Zur Medienmitteilung der Begleitgruppe Bundesasylzentrum Feldreben vom März 2017 geht es hier.

5.4.2017 / 8.6.2017 / Text: Isabelle Pryce

Weitere Informationen.

Kontakt

Kantonales Sozialamt
Koordinationsstelle für Asylbewerber
Rheinstrasse 22
4410 Liestal

Rolf Rossi
Abteilungsleiter / Asylkoordinator BL
Tel.: 061 552 56 46
Salvador Fontanilles
Sachbearbeiter Asylwesen
Tel.: 061 552 56 63
salvador.fontanilles@bl.ch
Cristina Corpataux
Sachbearbeiterin Asylwesen
Tel.: 061 552 55 10
Agnesa Syla
Sachbearbeiterin Asylwesen
Tel.: 061 552 64 65
agnesa.syla@bl.ch

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