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Vorsorgewerk des Kantons mit unverändertem Leistungsziel

08.06.2017 13:30

Die Vernehmlassung zur Landratsvorlage mit den Anpassungen beim Vorsorgewerk des Kantons bei der Basellandschaftlichen Pensionskasse ist eröffnet. Der Vorschlag des Regierungsrates hält am modellmässigen Leistungsziel von 60 Prozent des letzten versicherten Lohnes fest und enthält einen Umwandlungssatz von neu 5.40 Prozent (bisher 5.80 Prozent). Neben dem Entscheid zum vorteilhafteren Umwandlungssatz sind keine weiteren Abfederungsmassnahmen für die Mitarbeitenden vorgesehen. Dadurch kommt es zu Renteneinbussen. Der neue Umwandlungssatz tritt ab 2019 schrittweise mit einer vierjährigen Übergangsregelung in Kraft.

Der Regierungsrat hat sich für folgende Lösung für die zukünftigen Leistungen der Pensionskasse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantons entschieden:
  • Das modellmässige Leistungsziel von 60 Prozent des letzten versicherten Lohnes wird beibehalten.
  • Der Umwandlungssatz wird nach der Übergangsphase neu 5.40 Prozent betragen (bisher 5.80 Prozent). Dafür leistet der Kanton jährlich einen so genannten Umlagebeitrag in der Höhe von 7.6 Mio. Franken.
  • Den ebenfalls möglichen Umwandlungssatz von 5.00 Prozent, der keinen Umlagebeitrag erfordern würde, lehnt der Regierungsrat als zu tief ab.
  • Die Sparbeiträge werden um 1.40 Prozentpunkte erhöht.
  • Die Sparbeiträge bleiben wie bisher zwischen Arbeitgeber (AG) und Arbeitnehmer (AN) aufgeteilt.
  • Die Risiko- und die Verwaltungskostenbeiträge werden neu paritätisch auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt (Risikobeiträge bisher AG:AN 55:45 resp. Verwaltungskostenbeiträge 100:0).
  • Der tiefere Umwandlungssatz wird modellmässig durch den Umlagebeitrag und höhere Sparbeiträge kompensiert. Bei jüngeren Arbeitnehmenden geht diese Rechnung auf. Bei älteren Arbeitnehmenden sind aber Renteneinbussen von bis zu 7 Prozent möglich.
  • Die jährlichen Mehrkosten betragen für den Arbeitgeber Kanton 2.9 Mio. Franken (Stand 31.12. 2016). Die jährlichen Mehrkosten für die Arbeitnehmenden belaufen sich auf 2.2 Mio. Franken.

Anteil des Arbeitgebers Kanton bleibt unverändert

Der Regierungsrat betrachtet die Aufteilung der finanziellen Mehrbelastung auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer als tragbar. Der Anteil des Arbeitgebers wird nicht reduziert, sondern bleibt unverändert bei 57.4 Prozent. Die schrittweise Senkung des Umwandlungssatzes wirkt als Abfederungsmassnahme für die Mitarbeitenden. Eine frühzeitige Pensionierung für ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist dadurch nicht mehr vordringlich. Wer bleibt, erhält mit jedem Jahr mehr Rente.

Kanton weiterhin als attraktiver Arbeitgeber

Der Regierungsrat sichert mit seinem Vorschlag die berufliche Vorsorge für die im Vorsorgewerk "Kanton Basel-Landschaft" versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dazu zählen auch die Gemeindelehrpersonen (Primarschulen und Musikschulen). Der Regierungsrat ist überzeugt, mit seinem Lösungsvorschlag die Attraktivität als Arbeitgeber in Konkurrenz zu den anderen Kantonen sowie zu grösseren Arbeitgebern in der Nordwestschweiz erhalten zu können.

BLPK senkt technischen Zinssatz und Umwandlungssatz

Der Verwaltungsrat der Basellandschaftlichen Pensionskasse beschloss im Dezember 2016, den technischen Zinssatz ab 2018 von 3.00% auf 1.75% und den Umwandlungssatz ab 2019 bis 2022 in vier Schritten von 5.80% auf 5.00% zu senken. Zusätzlich werden die künftigen Ehegatten- und Lebenspartnerrenten von heute zwei Drittel auf 60% der Alters- bzw. Invalidenrenten gesenkt. Mit diesen Massnahmen passt die BLPK ihre versicherungstechnischen Grundlagen an die veränderten Bedingungen an den Anlagemärkten an.

Unterdeckung bei den Pensionierten erfordert Rückstellung

Die Senkung des technischen Zinssatzes führt beim Vorsorgewerk Kanton Basel-Landschaft zu einer Unterdeckung, da die bisherigen Renten auf einem Satz von 3.00% basieren und sich infolge der Senkung ihre Rentenkapitalien um über 10% erhöhen. Die Unterdeckung bedingt eine Sanierung nach § 16 des Pensionskassendekrets. In einem ersten Schritt erfolgt die Sanierung automatisch durch das Einlösen der vom Landrat im Rahmen der Reform der BLPK gesprochenen Arbeitgeberbeitragsreserve. Nur falls diese nicht ausreichen sollte, sind weitere Sanierungsmassnahmen zu beschliessen. Der Regierungsrat nahm im Rahmen der Staatsrechnung 2016 eine entsprechende Rückstellung vor.

- Entwurf Landratsvorlage
- Präsentation Medienorientierung vom 08.06.2017

Für Rückfragen:
- Regierungsrat Dr. Anton Lauber, Vorsteher der FKD, 061 552 52 05
- Roger Heiniger, Projektleiter, Finanzverwaltung, FKD, 061 552 63 14

Weitere Informationen.

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