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Unterbringung für unbegleitete minderjährige Asylsuchende

22.12.2015
Kanton Basel-Landschaft organisiert Unterbringung für unbegleitete minderjährige Asylsuchende

Der Kanton Basel-Landschaft wird ab Februar 2016 für zwei Jahre ein Heim für unbegleitete minderjährige Asylsuchende betreiben. Dies zur Entlastung der Gemeinden.


Zwecks temporärer Entlastung der Gemeinden hat der Regierungsrat beschlossen, im Sinne eines Pilotprojekts ein Heim für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) für die Jahre 2016 und 2017 bereit zu stellen und zu betreiben. Die UMA werden dem neu geschaffenen Erstaufnahmeheim zugewiesen. Zugleich erfolgt die Information an die kantonale Migrationsbehörde, an die Anlaufstelle für Asylsuchende und an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde am Standort des Erstaufnahmeheims.

Das UMA-Heim befindet sich in Arlesheim, im ehemaligen Gebäude der Gehörlosen- und Sprachheilschule, besser bekannt als Wielandschule. Das Areal umfasst eine grosse Parzelle mit Grünfläche sowie ein grosses Gebäude mit vielen Zimmern, Nasszellen, Aufenthaltsräumen u.a.m. Dank dieser Infrastruktur kann eine altersgerechte Unterbringung ohne Problem sichergestellt werden. Zudem werden die UMA von Fachpersonen des Vereins Erlenhof rund um die Uhr betreut. Die Finanzierung der Miet- und Betreuungskosten erfolgt ausschliesslich mit Bundesgeldern durch eine pauschale Abgeltung des Bundes pro UMA.

Das Erstaufnahmeheim stellt für die UMA eine angepasste Beschulung sicher, vor allem mit Deutschunterricht sowie sozialpädagogische Begleitung. Zudem werden eine altersgerechte Freizeitgestaltung und Tagesstruktur angeboten. Das Erstaufnahmeheim klärt innerhalb von sechs Monaten, welche Unterbringung für die/den jeweilige/n UMA angebracht ist. Anschliessend erfolgt eine Zuweisung an die Gemeinden, welche die UMA wie bisher betreuen. Ziel ist es, innerhalb von maximal sechs Monaten eine adäquate Unterbringung mit Beteiligung aller involvierten Stellen zu finden. Durch die maximale Verweildauer von sechs Monaten wird gewährleistet, dass im UMA-Heim laufend freie Plätze vorhanden sind.

Dem Kanton Basel-Landschaft sind im Jahr 2015 bis Ende November 2015 79 UMA zugewiesen worden. Das entspricht einer Zunahme von mehr als 50 %. Aufgrund des Umstands, dass die überwiegende Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen definitiv in der Schweiz bleiben können und nur wenige nach Erreichen der Volljährigkeit in den Heimat- oder in einen Drittstaat ausgeschafft werden, ist eine altersgerechte und professionelle Betreuung notwendig. Der hohe Zeitdruck und die vielen Fälle führen bei der Unterbringung der UMA in die Gemeinden teilweise zu Lösungen bei der Unterbringung, die nicht alters- oder situationsgerecht oder nicht die kostengünstigste Lösung sind.

Ob die Zahlen der UMA weiterhin so hoch bleiben, ist nicht vorhersehbar. Deshalb wird der Betrieb des UMA-Heims vorläufig auf zwei Jahre befristet. Hinzu kommt, dass das gemietete Objekt nur bis Ende 2017 zur Verfügung steht und ein dauernder kantonaler Betrieb der Aufgabenteilung von Kanton und Gemeinden widersprechen würde. In den zwei Jahren soll aber die Zeit genutzt werden, um Erfahrungen zu sammeln und um zu prüfen, inwieweit die gewählte Lösung zielführend ist. Entsprechend wird für die Begleitung des Projektes eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe gebildet.

  
Für Rückfragen
Rolf Rossi, Leiter der Koordinationsstelle für Asylbewerber, Finanz- und Kirchendirektion (FKD), 061 552 56 46
 
  
 
  


Weitere Informationen.

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