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Sozialhilfestatistik 2010: Stabile Situation

23.08.2011
Ende 2010 unterstützten die Baselbieter Gemeinden 1.7 Prozent der Bevölkerung oder 4562 Personen im Rahmen der Sozialhilfe. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der unterstützten Personen um 2.9 Prozent angestiegen, wobei diese leichte Zunahme allein auf den Flüchtlingsbereich zurückzuführen ist. Dadurch hat sich auch der Anteil der ausländischen Unterstützten im Vergleich zu 2009 von 47 auf 49 Prozent erhöht. Ein erhöhtes Sozialhilferisiko tragen unter anderem Personen aus Nicht-EU-Staaten sowie alleinerziehende Frauen mit ihren Kindern, die über einen Drittel der unterstützten Personen ausmachen.

Das Statistische Amt des Kantons Basel-Landschaft publiziert jährlich gemeinsam mit dem Kantonalen Sozialamt die aktuellsten Zahlen aus der Sozialhilfe. Daten ab 2004 sind auf der Webseite des Statistischen Amtes im Themenbereich 13 des Baselbieter Zahlenfensters verfügbar ( www.statistik.bl.ch ).

Stabile Situation trotz leichter Zunahme
Wie bereits 2009 ist die Zahl der Sozialhilfeempfänger im Jahr 2010 erneut leicht angestiegen. Ende 2010 wurden 2653 Sozialhilfefälle mit durchschnittlich 1.7 Personen von den Gemeinden unterstützt. Die Unterstützungsdauer lag etwas tiefer als im Vorjahr bei rund 600 Tagen. Insgesamt kann im Bereich der Sozialhilfe von einer stabilen Situation gesprochen werden, da die leichte Zunahme hauptsächlich auf den Flüchtlingsbereich zurückzuführen ist. Im letzten Jahr hatten Personen aus dem östlichen Afrika den grössten Anteil an den Flüchtlingen.
Personen aus europäischen Nicht-EU-Staaten hatten im letzten Jahr ein über sechs Mal höheres Sozialhilferisiko als Schweizerinnen und Schweizer. Die oft geringere Berufsqualifikation, schlechtere Arbeitsmarktchancen, aber auch eine Familienstruktur mit durchschnittlich mehr Kindern sind Gründe dafür. Ende 2010 waren im Baselbiet rund 49 Prozent der Sozialhilfeempfänger ausländischer Herkunft, wobei der Ausländeranteil in der Bevölkerung bei 19.7 Prozent lag.

Grosse Unterschiede auf Bezirks- und Gemeindeebene
Nicht alle Gemeinden sind gleich stark von der Sozialhilfe betroffen. So hatten 11 Gemeinden Ende 2010 keinen einzigen Sozialhilfefall zu betreuen. Weitere 36 der insgesamt 86 Baselbieter Gemeinden unterstützten eine bis zehn Personen. Zusammen machten diese rund 3 Prozent der gesamten Sozialhilfeempfänger des Kantons aus. Die restlichen 97 Prozent der unterstützen Personen verteilten sich auf die verbleibenden 39 Gemeinden. Die vier am stärksten durch Sozialhilfefälle betroffenen Gemeinden Pratteln, Liestal, Allschwil und Münchenstein unterstützten zusammen 36 Prozent aller Empfängerinnen und Empfänger. Am höchsten lag die Stichtagsquote der Sozialhilfe Ende 2010 mit 2.6 Prozent im Bezirk Liestal. Die Quote lag dort deutlich über dem Durchschnitt von 1.7 Prozent. Die Bezirke Sissach und Laufen sind mit einer Quote von 0.8 Prozent sowie 1.1 Prozent weniger stark belastet.
Der unterschiedlichen Sozialhilfebelastung wird im neuen Baselbieter Finanzausgleich seit 2010 Rechnung getragen. Im Jahr 2011 werden rund 8.1 Mio. Franken an insgesamt 15 überdurchschnittlich betroffene Gemeinden ausbezahlt. Dabei werden Beträge zwischen 52'000 und 2.5 Mio. Franken ausgeschüttet. In die Berechnung der Verteilung dieses Betrags fliessen unter anderem Daten aus der Sozialhilfestatistik des Kantons Basel-Landschaft mit ein.

Rückerstattungen um 10.5 Prozent angestiegen
Im letzten Jahr wendeten die Baselbieter Gemeinden insgesamt rund 82 Mio. Franken für Sozialhilfeleistungen auf. Der Bruttoaufwand ist somit zum zweiten Mal in Folge leicht angestiegen, liegt jedoch noch knapp unter dem Wert von 2006. Die Hälfte des Aufwands floss in Form von Rückerstattungen (von Sozialversicherungen oder Privaten) in die Gemeindekassen zurück. Es verblieb ein im Vergleich zum Vorjahr um 5.7 Prozent höherer Nettoaufwand von 41 Mio. Franken oder von 151 Franken pro Einwohner.

> Statistik Baselland Nr. 1/2011 [PDF]

Weitere Auskünfte:
Rudolf Schaffner, Vorsteher des Kantonalen Sozialamtes (KSA),
Finanz- und Kirchendirektion, Telefon 061 552 56 41.

Liestal, 23. August 2010

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