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Sozialhilfestatistik 2009

25.08.2010
Am Stichtag des 31. Dezember 2009 unterstützten die Baselbieter Gemeinden insgesamt 1.6 % der Bevölkerung oder 4434 Personen im Rahmen der Sozialhilfe. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der unterstützten Personen um 8.1 % zugenommen. Dies nach einer Abnahme zwischen 2005 und 2008 von
20.7 %. Ausländische Staatsbürger aus Nicht-EU-Staaten sowie geschiedene und alleinerziehende Frauen mit ihren Kindern tragen ein erhöhtes Sozialhilferisiko.
 
Das Statistische Amt des Kantons Basel-Landschaft publiziert jährlich gemeinsam mit dem kantonalen Sozialamt die aktuellsten Zahlen aus der Sozialhilfe. Daten ab 2004 sind auf der Webseite des Statistischen Amtes im Themenbereich 13 des Baselbieter Zahlenfensters verfügbar ( www.statistik.bl.ch ).
 
Zunahme ist kleiner als erwartet
Erstmals seit Ende 2005 ist die Zahl der Sozialhilfeempfänger im Baselbiet wieder angestiegen. Diese Zunahme kam durch den doppelten Effekt von im Vergleich zum Vorjahr 18 % mehr Neueintritten und 22 % weniger Austritten zustande. Allgemein ist die Zunahme jedoch kleiner als aufgrund der letztjährigen wirtschaftlichen Entwicklungen zu erwarten war. Auch im aktuellen Jahr ist mit einem weiteren Anstieg des Unterstützungsbedarfs zu rechnen, da die Sozialhilfe als letztes Netz der sozialen Sicherung erst in Anspruch genommen wird, wenn vorgelagerte Sicherungssysteme wie zum Beispiel die Arbeitslosenversicherung ausgeschöpft sind. Gerade die Langzeitarbeitslosigkeit wird in mehr als der Hälfte der Fälle als Hauptgrund für den Antrag auf Sozialhilfeunterstützung genannt.
 
Grosse Unterschiede auf Bezirksebene
Nicht alle Baselbieter Bezirke sind gleich stark von der Sozialhilfe betroffen. Im Bezirk Liestal wurden Ende 2009 mit einer Stichtagsquote von 2.4 % am meisten Personen im Verhältnis zur Wohnbevölkerung von der Sozialhilfe unterstützt. An zweiter Stelle folgte der Bezirk Arlesheim mit einer Stichtagsquote von 1.6 %. In den Bezirken Laufen und Waldenburg wurden je 1.1 % der Einwohnerinnen und Einwohner unterstützt, im Bezirk Sissach waren es 0.8 %.
 
Personen aus Nicht-EU-Ländern und Alleinerziehende häufiger betroffen
Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder hatten Ende 2009 einen Anteil von über einem Drittel an den im Kanton unterstützten Personen. Sie tragen ein erhöhtes Sozialhilferisiko, da es ihnen aufgrund von anerkannten Betreuungsaufgaben nicht oder nur teilweise möglich ist zu arbeiten. Alleinerziehende sind auch von einer überdurchschnittlich langen Unterstützungsdauer betroffen. Knapp 32 % dieser Personen werden bereits länger als vier Jahre unterstützt.
 
Ein ebenfalls erhöhtes Sozialhilferisiko trägt die ausländische Wohnbevölkerung. Gründe dafür sind eine oft geringere berufliche Qualifikation und schlechtere Arbeitsmarktchancen sowie eine Familienstruktur mit durchschnittlich mehr Kindern. Ende 2009 waren 46.5 % der Sozialhilfeempfänger im Baselbiet ausländischer Herkunft, während ihr Anteil an der Bevölkerung bei 19.5 % lag. Stark betroffen sind hauptsächlich Personen aus europäischen Nicht-EU-Staaten.
7.1 % dieser Bevölkerungsgruppe wurden Ende 2009 von der Sozialhilfe unterstützt. Im Vergleich dazu lag die Stichtagsquote der Sozialhilfe bei der Schweizer Bevölkerung mit 1.1 % sowie bei Personen aus dem EU-Raum mit 1.4 % wesentlich tiefer.
 
Bruttoaufwand und auch Rückerstattungen leicht angestiegen
2009 wendeten die Baselbieter Gemeinden 76 Mio. Fr. für Sozialhilfeleistungen auf. Knapp die Hälfte davon, 37 Mio. Fr., floss in Form von Rückerstattungen (von Sozialversicherungen oder Privaten) in die Gemeindekassen zurück. Es verblieb ein im Vergleich zum Vorjahr leicht höherer Nettoaufwand von 39 Mio. Fr. oder von 143 Fr. pro Einwohner.
 
Die finanzielle Belastung der Gemeinden im Bereich der Sozialhilfe variiert jedoch stark. In acht der 86 Gemeinden lag der Nettoaufwand für die Sozialhilfe mit einem Betrag von über 200 Fr. deutlich über dem Kantonsdurchschnitt. Elf Gemeinden hingegen hatten Ende 2009 keinen einzigen Sozialhilfefall zu unterstützen. Dieser unterschiedlichen Belastung wird im neuen Baselbieter Finanzausgleich durch die Entrichtung einer Sonderlastenabgeltung im Bereich der Sozialhilfe Rechnung getragen. 2010 werden erstmals rund 8 Mio. Fr. an überdurchschnittlich belastete Gemeinden ausgeschüttet.
 

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