Kanton Basel-Landschaft schafft Entlastungsunterkunft für Asylsuchende

24.09.2008
Der Kanton Basel-Landschaft betreibt ab dem 27. Oktober 2008 bis voraussichtlich Ostern 2009 in der Zivilschutzanlage Lachmatt in Pratteln temporär eine Unterkunft für Asylsuchende, welche dem Kanton Basel-Landschaft vom Bund neu zugewiesen werden. Die Unterkunft in Pratteln dient dem Aufenthalt der Asylsuchenden in der Zeit von der Zuweisung des Bundes bis zur Unterbringung durch eine Gemeinde.

Gemäss dem kantonalen Sozialhilfegesetz werden die Asylsuchenden durch den Kanton den Baselbieter Gemeinden zugewiesen und von diesen untergebracht und betreut. Aus verschiedenen Gründen betreibt der Kanton Basel-Landschaft kein eigenes Durchgangszentrum mehr. Die Zuweisungen an die Gemeinden erfolgen direkt von der Bundesempfangsstelle via die Koordinationsstelle des Kantons.

Der Bund weist dem Kanton Basel-Landschaft 3.7 Prozent aller Asylbewerberinnen und Asylbewerber zu. Der Regierungsrat legt die Aufnahmequote der Gemeinden fest. Zur Zeit beträgt die gültige Quote 0.8 Prozent der jeweiligen Wohnbevölkerung. Per 30. Juni 2008 waren 1401 Asylsuchende im Kanton Basel-Landschaft untergebracht (Zum Vergleich: 1999 waren es 4500 Personen).

Die tieferen Zahlen an Neuzuweisungen durch den Bund haben in den letzten Jahren - nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen - dazu geführt, dass die Gemeinden die Bereitstellung von Unterkünften reduzieren konnten. Als strategische Reserve dienten 14 Kollektivunterkünfte in den entsprechenden Gemeinden.

Der jetzige Wiederanstieg von Asylsuchenden, welche auch dem Baselbiet zugewiesen werden, verursacht die erwartete Gegenbewegung. Der Kanton Basel-Landschaft ist sich dabei bewusst, dass das Hochfahren der Infrastruktur für Asylsuchende und die Umsetzung für die Gemeinden nicht einfach und problemlos ist und vor allem auch der Zeitfaktor eine wichtige Rolle spielt. Der optimale, den zugewiesenen Asylsuchenden angepasste Zustand kann nicht von heute auf morgen wieder hergestellt werden. Deshalb sind - nicht zuletzt im Interesse der Gemeinden - frühzeitig verschiedene Wiederausbauphasen geplant und teilweise bereits umgesetzt worden.

Trotz dieser Massnahme wird die Reserve des Kantons Basel-Landschaft in den nächsten Wochen auf den Nullpunkt fallen. Deshalb hat der Kanton - im Sinne eines Auffangbeckens - die zeitlich begrenzte Inbetriebnahme einer Zivilschutzanlage ins Auge gefasst und nach Verhandlungen mit der Gemeinde Pratteln die Eröffnung der Zivilschutzanlage Lachmatt auf den 27. Oktober 2008 beschlossen. Betreut werden die Asylsuchenden durch ein spezialisiertes Unternehmen.

Die Zunahme der Asylsuchenden ist zurzeit ein Kernthema der Medien. Die Zunahme ist auch im Kanton Basel-Landschaft unbestritten und deutlich spürbar. Von einer ausserordentlichen Lage im Asylwesen kann jedoch im Moment nicht gesprochen werden.

Weitere Auskünfte:
Rudolf Schaffner, Vorsteher des Kantonalen Sozialamtes, Finanz- und Kirchendirektion,
Telefon 061 552 56 41

Liestal, 24. September 2008