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Armutsbericht für den Kanton Basel-Landschaft

03.06.2015
Regierungsrat unterbreitet erstmals Armutsbericht für den Kanton Basel-Landschaft

In Erfüllung eines landrätlichen Postulates legt der Regierungsrat erstmals einen Armutsbericht für den Kanton Basel-Landschaft vor. Dieser zeigt auf, dass die Armutssituation im Kanton geringer ist als im Durchschnitt der Gesamtschweiz sowie im Vergleich zu den Kantonen Basel-Stadt und Aargau. Dennoch lebt auch hier eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Menschen unterhalb des sozialen Existenzminimums.

Der Bericht hält positiv fest, dass die Anstrengungen des Kantons, den Menschen eine existenzsichernde Lebensgrundlage zu ermöglichen, ihre Wirkung nicht verfehlen. Zu diesen kantonalen Massnahmen zählen etwa die Berufsberatung, die berufsintegrativen Angebote und Berufsbildungsprogramme, die Wiedereingliederungs- und Arbeitsmarktmassnahmen, die bedarfsabhängigen Sozialleistungen, die Integrationsmassnahmen für die Migrationsbevölkerung und die Sozialhilfe. Auch wenn weitere Faktoren, wie etwa die allgemeine gute wirtschaftliche Lage, eine wichtige Rolle spielen, sind die Anstrengungen des Kantons wichtige Gründe für eine im Vergleich zur Gesamtschweiz geringere Armutsquote.

16‘700 Personen von Armut betroffen
Die Armutsquote im Jahr 2012 für die Nordwestschweiz betrug 6,0% (Gesamtschweiz 7,7%). Aufgrund dieser Quote schätzt der Bericht, dass im Jahr 2012 im Kanton Basel-Landschaft 16‘678 Menschen von Armut betroffen waren. Dabei sind Frauen im Vergleich zu Männern etwas stärker von Armut betroffen, Ausländerinnen und Ausländer leben häufiger unterhalb des sozialen Existenzminimums und jede siebte Person kann Rechnungen aus finanziellen Gründen nicht mehr fristgerecht zahlen. Auch die Sozialhilfequote des Kantons Basel-Landschaft lag im Jahr 2012 mit 2,5% unter dem Bundesdurchschnitt von 3,1%. Im Weiteren zeigt sich, dass Alleinerziehende, geschiedene Ausländerinnen sowie Kinder und Jugendliche überproportional häufig von der Sozialhilfe abhängig sind.

Acht Empfehlungen

Der Bericht spricht acht Empfehlungen aus, wie Armut im Kanton Basel-Landschaft weiter vermindert werden kann. So sollen etwa Bildungsangebote zielgerichtet und chancengleichheitsfördernd weiterentwickelt und die Wiedereingliederung von IV-Bezügerinnen und -Bezügern in den Arbeitsmarkt wirksam gestaltet werden. Auch sind Schwelleneffekte in der Sozialhilfe zu vermeiden und Angebote nach Risikogruppen auszurichten. Zudem empfiehlt der Bericht, die hohe Integration von Erwerbspersonen in den ersten Arbeitsmarkt beizubehalten und ein eigentliches Armutsmonitoring zu etablieren.

Der Regierungsrat schliesst sich im Grundsatz den Empfehlungen des Armutsberichtes an. Insbesondere begrüsst er, dass der Bericht aufzeigt, wo weitere Anstrengungen zur Armutsbekämpfung vorgenommen oder solche intensiviert werden müssen. Dabei ist sich der Regierungsrat bewusst, dass mit dem Bericht ein erster Schritt getan ist, dem weitere folgen werden. Der Regierungsrat hat das Ziel, die Empfehlungen wenn immer möglich und unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen umzusetzen.

Von welchem Armutsverständnis wird in der kantonalen Sozialpolitik ausgegangen?
Armut ist ein vielschichtiges Phänomen, das neben der geringen finanziellen und materiellen Ausstattung von Individuen und Haushalten eine Unterversorgung in wichtigen Lebensbereichen bedeutet. Dies z.B. bei der Bildung, beim Wohnen, bei der Ernährung und Gesundheit, aber auch bei Mangel an Partizipationsmöglichkeiten und Mangel an sozialen Kontakten in einer Gesellschaft.
Der vorliegende Armutsbericht kann die verschiedenen Facetten von Armut aufgrund der Datenlage nur annäherungsweise erfassen. Als armutsbetroffen gelten Menschen, wenn diese unterhalb des sozialen Existenzminimums gemäss SKOS leben. Als armutsgefährdet gelten dagegen Menschen, wenn diese weniger als 60 Prozent des gesamtschweizerischen medianen Äquivalenzeinkommens zur Verfügung haben. Beide Armutsdefinitionen berücksichtigen die Haushalte, in denen die Menschen leben. Als weitere Kennziffern werden materielle Entbehrungen und Zahlungsrückstände sowie kantonale Bedarfsleistungen berücksichtigt.


Für Rückfragen
  • Prof. Dr. Jörg Dittmann, Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Soziale Arbeit, 061 337 27 54
  • Sebastian Helmy, Leiter Kantonales Sozialamt, Finanz- und Kirchendirektion (FKD), 061 552 56 41

Weitere Informationen.

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