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Vereinbarkeit

Gleichstellung bedeutet, eine echte Wahlmöglichkeit zu haben, wie die Engagements in Familie und Beruf aufgeteilt werden. Damit das gelingt, braucht es Anstrengungen von allen Beteiligten: den Eltern, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand.

Nur wenn Frauen und Männer über die gleichen Lohn- und Karrierechancen verfügen, können Eltern die Aufteilung der Betreuungsaufgaben frei wählen. Zudem braucht es ein ausreichendes Angebot an familienergänzender Kinderbetreuung, und die unbezahlte Arbeit in der Familie muss sozial gut abgesichert sein.

Wichtig ist auch, dass Teilzeitarbeit und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle (Home Office, Jahresarbeitszeit, Job-Sharing usw.) für Frauen wie Männer und auch in Führungspositionen möglich sind.

Teilzeitarbeit und Kinderbetreuungsangebote ermöglichen Rollenteilung
Berufliche Karrieren sind auch mit Teilzeitarbeit möglich, das zeigt das Projekt teilzeitmann.ch. Mütter und Väter, die Erwerbsarbeit und Familienverantwortung unter einen Hut bringen wollen, erhalten nützliche Informationen bei Fairplay-at-work.

Ein gutes Angebot an familienergänzender Kinderbetreuung fördert eine egalitäre Rollenverteilung, wie eine Nationalfondsstudie gezeigt hat. Für die Eltern sind nicht nur Krippen und Tagesstätten, sondern auch informelle Angebote (Grosseltern, Nachbarn) wichtig. 
 
Betreuungsangebote im Kanton vermittelt Kinderbetreuung Schweiz.
 
Vereinbarkeit ist auch für die Wirtschaft von Vorteil
Massnahmen zur Vereinbarkeit und Familienfreundlichkeit bringen den Unternehmen entscheidenden Nutzen, sogar mehr als sie kosten: sie steigern die Attraktivität des Unternehmens, sparen Kosten für die Personalrekrutierung, fördern die Effizienz, steigern die Motivation der Mitarbeitenden und verbessern das Arbeitsklima. Die Studie: «Familienfreundliche Unternehmenspolitik – Eine Kosten-Nutzen-Analyse für die Wirtschaftsregion Basel» beziffert den «Return of Investment» mit 8 Prozent. Dass sich Investitionen in die Frühförderung von Kindern positiv auf die gesamte Schweizer Volkswirtschaft auswirken, hat zudem eine Untersuchung von BAK Economics gezeigt: Ein Ausbau der Betreuungskapazitäten für null- bis vierjährige Kinder um 21'000 Vollzeit-Betreuungsplätze würde das Schweizer Bruttoinlandprodukt langfristig um 3,25 Milliarden Franken erhöhen. Weil dann mehr Haushalte, die einer Kita bedürfen, einen Kitaplatz auf sicher hätten – und vor allem die Mütter daher (vermehrt) erwerbstätig würden. Zusätzlich verschafft die gute Betreuung Kindern höhere Bildungsfähigkeit, was dazu führt, dass sie später Berufe mit höherem Einkommen ausüben.

Mutterschaftsurlaub
Die Frage der Arbeitsteilung in der Familie beginnt bei der Geburt des Kindes. In der Schweiz haben Mütter Anspruch auf einen «Urlaub» von 14 Wochen mit 80%-iger Lohnfortzahlung. Manche Arbeitgebende bieten grosszügigere Regelungen.

Vaterschaftsurlaub
Ein Elternurlaub auf gesamtschweizerischer Ebene existiert noch nicht. Verschiedene Vorschläge liegen auf dem Tisch. Im September 2020 hat das Schweizer Stimmvolk einem gesetzlich verankerten zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub zugestimmt. Die Gesetzesänderung gilt seit 1. Januar 2021. Väter in der Bundesverwaltung haben bereits seit ein paar Jahren Anspruch auf einen zweiwöchigen bezahlten Vaterschaftsurlaub und das Recht auf eine 20%-ige Reduktion der Arbeitszeit. Auch zahlreiche weitere Arbeitgebende gewährten Vätern schon vor 2021 einen (bezahlten) Urlaub.

Der Bund fördert seit Jahren die Schaffung von familienexternen Betreuungsplätzen. Eine Studie hat gezeigt, dass ein gutes Angebot an Krippen und Horten zu einem Abbau der traditionellen Arbeitsteilung und zu einer stärkeren Beteiligung der Väter an der Familienarbeit führt.