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Arbeitsteilung

Das Gesetz gibt keine bestimmte innerfamiliäre Rollenverteilung mehr vor. Trotzdem folgt die Mehrheit der Paare, auch ohne Kinder, dem einen Modell: Für die Haus- und Betreuungsarbeit ist in erster Linie die Frau, für den materiellen Unterhalt hauptsächlich der Mann zuständig. Paare, die sich die Verantwortung für Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit hälftig teilen, sind in der Minderheit.

In einem Schweizer Familienhaushalt mit Kind(ern) unter 7 Jahren fallen durchschnittlich 91 Stunden Haus- und Betreuungsarbeit an. Rund 64% davon erbringen die Frauen. Von den durchschnittlich 52 Erwerbsarbeitsstunden übernehmen die Männer 73%, die Frauen 27%. Auch bei Paarhaushalten ohne Kinder leisten die Frauen fast 59% der anfallenden Hausarbeit, Männer 59% der Erwerbsarbeit. (Zahlen aus 2016)

Rahmenbedingungen beeinflussen die Arbeitsteilung von Paaren mit Kindern
In den meisten Schweizer Familien sind Frauen teilzeitlich erwerbstätig, die Männer vollzeitlich. Die Gründe dafür sind einerseits die nach wie vor verbreiteten Rollenstereotype, anderseits aber auch handfeste Nachteile, die sich bei einer egalitären Rollenteilung ergeben: das Familieneinkommen ist geringer, da die Frau in vielen Fällen weniger verdient als der Mann; das Steuersystem benachteiligt egalitäre Familienmodelle; die Kosten für familienergänzende Kinderbetreuung sind hoch.

Bei ungleicher Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit bedarf die rechtliche und sozialversicherungsrechtliche Absicherung der Person, welche die Hauptverantwortung für die unbezahlte Arbeit übernimmt, besonderer Aufmerksamkeit.

Die Tücken der unbezahlten Arbeit
Wer zugunsten der Familie seine Erwerbsarbeit stark einschränkt oder unterbricht, hat Einbussen beim Verdienst, was sich auch auf die Altersvorsorge auswirkt. Ausgeglichen wird dies nur in geringem Mass durch Erziehungsgutschriften in der AHV. Und dadurch, dass im Fall einer Scheidung die Vorsorgeguthaben nach Gesetz hälftig geteilt werden sollten. Dies muss in der Praxis allerdings oft explizit eingefordert werden.

Nimmt man die Freiwilligenarbeit ausserhalb der Familie dazu, dann werden in der Schweiz jährlich rund 9,2 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit geleistet, 61% davon von Frauen (2016). Insgesamt umfasst die unbezahlte Arbeit mehr Stunden als die bezahlte Arbeit (7,9 Milliarden im 2018).

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