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Erwerbsarbeit

Trotz Gleichstellungsartikel in der Verfassung sind Frauen und Männer im Erwerbsleben noch nicht gleichgestellt. Frauen arbeiten viel häufiger Teilzeit, bekleiden seltener Führungspositionen und verdienen rund einen Fünftel weniger als Männer.

2013 sind in der Nordwestschweiz 78% der Frauen und 89% der Männer zwischen 15 und 64 Jahren erwerbstätig. Im Baselbiet arbeiten 56% der Frauen und 12% der Männer Teilzeit. Rund ein Viertel der erwerbstätigen Frauen arbeiten weniger als ein halbes Pensum, oft nur wenige Stunden pro Woche.

Ungleiche Verteilung auf Branchen und Berufe
Eine Mehrheit der Frauen arbeitet in der Schweiz in Gesundheits- und Lehrberufen, im Gastgewerbe und bei den persönlichen Dienstleistungen. Männer dominieren in den technischen und handwerklichen Berufen. Ausgeglichen vertreten sind sie in den kaufmännischen Berufen.

Geschlechternormen beeinflussen die Beteiligung am Erwerbsleben
Befristete Stellen, Mini- und Mehrfachjobs, Unterbeschäftigung und schlechte Entlöhnung betreffen Frauen – insbesondere Mütter – stärker als Männer. Hingegen findet man in Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen selten Frauen. Viele Männer möchten ihr Erwerbspensum reduzieren – etwa wenn sie Vater werden. In der Realität gelingt es nur wenigen, weil sie der Ernährerrolle gerecht werden wollen oder müssen, gravierende Nachteile befürchten oder ihr Arbeitgeber ihnen keine Stellenreduktion zugesteht.

Diskriminierung abbauen und Chancengleichheit fördern
Das Gleichstellungsgesetz verbietet in Artikel 3 Ungleichbehandlungen aufgrund des Geschlechts. Es ermöglicht einzelnen Arbeitnehmenden, aber auch Gewerkschaften und Berufsverbänden, Klagen wegen Ungleichbehandlung einzureichen.
Der Bund unterstützt mit Finanzhilfen   Projekte und Programme zur Förderung der Gleichstellung. Neben Beratungsstellen und nicht-gewinnorientierten Organisationen können diese auch von Unternehmen für betriebliche Gleichstellungsprojekte   beantragt werden.

Die SKG   sammelt alle Gerichtsentscheide nach Gleichstellungsgesetz in der Datenbank gleichstellungsgesetz.ch . Sie können nach verschiedenen Kriterien (Thema, Branche, Region usw.) abgerufen werden. 

Gleichstellung in Zahlen

Bild Legende:

Frauen mit Kindern unter 15 Jahren arbeiten insgesamt häufiger Teilzeit als Frauen ohne Kinder. Von den erwerbstätigen Frauen, die keine Kinder unter 15 Jahren haben, arbeitet nur die Hälfte Vollzeit. Bei den Männern ist kein wesentlicher Unterschied zu erkennen.

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