Startschuss für die SPORTAMTag-Challenge

08.06.2020
Jason Joseph und Mario Dolder haben am 8. Juni 2020 die SPORTAMTag-Challenge eröffnet. Das neue Angebot des Sportamts Baselland bietet Bewegung, Interaktion sowie Baselbieter Natur und steht der Bevölkerung ab sofort zur Verfügung.

Die Laufschuhe geschnürt, das Handy bereit und schon kann es losgehen. So einfach ist die Teilnahme an der vom Sportamt Baselland initiierten SPORTAMTag-Challenge, die am Montagnachmittag in Aesch beim Löhrenacker vorgestellt wurde. Dem Namen alle Ehre erweisend, eröffneten Sportamt Leiter Thomas Beugger und der im März zurückgetretene Biathlet und Olympionike Mario Dolder die erste Strecke, in dem sie diese gleich selber absolvierten. Bei der Eröffnung wurden die beiden von Jason Joseph, dem besten Hürdenläufer der Schweiz und Mitglied des Baselbieter Olympiateams, unterstützt.

Interaktiver Wettkampf für jedes Laufniveau

Pünktlich zur weitgehenden Normalisierung von Sportaktivitäten fällt somit der Startschuss zu einer neuen Herausforderung. Bei der SPORTAMTag-Challenge handelt es sich um ein flexibles Trainingsangebot, das die Bevölkerung zum „Sport am Tag“ animieren soll und gleichzeitig aber auch eine Interaktion über eine Web-Applikation mit anderen Sporttreibenden ermöglicht. „Damit liegt das Sportamt Baselland vollkommen im Trend“, hält Thomas Beugger an der Medienorientierung mit Blick auf den Ende Mai durchgeführten One Million Run fest. Zudem könnte die Challenge eine der wenigen Wettkampf-Formen bieten, die Lauffreudigen in den nächsten Wochen coronabedingt zur Verfügung stehe.

Die Grundlage bilden beschilderte und permanent eingerichtete Laufstrecken an drei verschiedenen Standorten. Über die Web-Applikation auf dem eigenen Smartphone kann die Laufzeit gestoppt werden. Anschliessend erscheint die gemessene Zeit auf der Internet-Plattform des Sportamts Baselland. Dies soll den Laufenden sowie Walkenden einerseits ein einzigartiges Sporterlebnis in der Natur, gleichzeitig aber auch einen interaktiven Wettkampf oder den Vergleich mit sich selber ermöglichen.

Die SPORTAMTag-Challenge zeichnet sich durch Strecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade aus. Einsteigende sammeln auf den eher kurzen Strecken erste Erfahrungen, während durch die Zeitmessung und den damit verbundenen Vergleichsmöglichkeiten auch Gelegenheits- und Wettkampfsporttreibende auf ihre Kosten kommen.

Drei verschiedene Standorte

Die drei Standorte der Challenge sind über den Kanton verteilt. Im Birs- und Birsigtal befinden sich drei Rundstrecken, die zwischen 3.75 und 9.65 Kilometer lang sind. Alle drei können von Aesch und Reinach aus gestartet werden, die längste Strecke zusätzlich von Ettingen und Therwil. Der Standort «Oberbaselbiet» ist ähnlich konzipiert: In Itingen, Sissach und Zunzgen stehen den Laufenden wiederum drei Strecken in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Längen zwischen 4.91 und 10.03 Kilometern zur Verfügung.

Ergänzt wird das Angebot um eine 1.7 Kilometer lange Strecke in Liestal, die nicht umsonst «Gipfelstürmer» getauft wurde: Die einzige Richtung, die es bei ihr gibt, ist bergauf. Insgesamt werden zwischen dem Startpunkt beim Rotackerschulhaus und dem Ziel auf der Sichtern 125 Höhenmeter überwunden. Die Strecke lässt sich auch mit dem Bike zurücklegen. Die Startpunkte sind gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und jeweils mit einer Infotafel ausgestattet, welche die wichtigsten Informationen auf einen Blick bereithält.

Kilometer- und Zeitenjagd

Die Challenge soll nicht nur Wettkampfsportlerinnen und -sportler ansprechen, sondern alle, die sich gerne in der Natur bewegen. Deshalb hat das Sportamt für diese interaktive Wettkampf-Form verschiedene Kategorien kreiert. Neben der klassischen «Einzelwertung», welche die schnellsten Zeiten für jede Strecke misst, gibt es auch die sogenannte «Kilometerjagd», die das Absolvieren von möglichst vielen Kilometern zum Ziel setzt. Weder die Zeit noch die Fortbewegungsart spielen dabei eine Rolle. Ferner kann diese Kategorie sowohl individuell als auch gruppenweise bestritten werden. «Rennend durchs Baselbiet», «Gipfelstürmer» oder «Sportskanone» heissen die verbleibenden Kategorien, bei denen die Zeiten ausgewählter Strecken zusammengezählt werden. Den Teilnehmenden der SPORTAMTag-Challenge winken tolle Preise. Wer unter anderem bis Ende Sommerferien eine Strecke absolviert hat, nimmt automatisch an einer Verlosung teil. Die Basellandschaftliche Kantonalbank, Partnerin der SPORTAMTag-Challenge, verschenkt drei Baselland-CARD im Wert von je 100 Franken.

Lob von Spitzensportler-Seite

Jason Joseph begrüsst das neue Angebot sehr, gerade auch mit Blick auf die Erlebnisse der vergangenen Monate. „Für mich waren die ersten zwei Wochen der ausserordentlichen Lage sehr schwierig. Meine Wettkämpfe und Saisonhighlights wurden komplett über den Haufen geworfen, was mich in ein Motivationsloch fallen liess“, erinnert sich der Hürdensprinter zurück. „Ich brauchte zuerst eine Weile, um mich wieder auf meine Ziele fokussieren zu können.“ Er könne sich gut vorstellen, dass es auch für Breitensportlerinnen und -sportler schwierig gewesen sei, die Motivation zur Bewegung aufzubringen. „Das Wettkampffeeling, welches diese Challenge kreiert, wird bestimmt bei vielen Menschen etwas auslösen“, fügt der Oberwiler an.

Auch Mario Dolder, dessen Profisportlerkarriere im März aufgrund des Coronavirus ein etwas abruptes Ende nehmen musste, sieht die SPORTAMTag-Challenge als eine sehr positive Entwicklung: „Der Vergleich mit sich selber kann Menschen extrem anspornen und zu Bewegungsfreude beitragen.“ Er selber stellt sich zurzeit zwar anderen Herausforderungen wie dem Vatersein und dem Einstieg in die Berufswelt als Bauingenieur, jedoch wird er vermutlich trotzdem das eine oder andere Mal auf einer Strecke anzutreffen sein. Bei seinem ersten Versuch am Montagnachmittag ist auf alle Fälle der Wettkampfgeist schon kurz aufgeblitzt: Beim Stoppen der eigenen Zeit lag das Mobiltelefon taktisch geschickt bereits vor dem Ziel in der Hand, um die genaue Zeit notieren lassen zu können.

Wer hat’s erfunden?

Anstoss zur Entwicklung der SPORTAMTag-Challenge hat die Raiffeisen Zuger Trophy gegeben, die sich in Zug seit 16 Jahren grosser Beliebtheit erfreut. Im Unterschied zum Baselbieter Modell wechseln dort die Strecken monatlich und der Startpunkt ist auf einen Ort beschränkt. Bis sich die hiesige Challenge in der heutigen Form präsentieren konnte, musste Projektleiter Nicolas Kränzle einige Hürden überwinden. «Das Finden von Streckenstandorten in schöner Umgebung, die einfach zugänglich sind und Platz für drei in der Schwierigkeit aufeinander aufbauende Strecken bieten, war nicht ganz einfach», erinnert er sich. Zudem wirkten elf verschiedene Gemeinden und Organisationen, unter anderem das Amt für Wald beider Basel sowie Wanderwege beider Basel, an diesem Projekt mit. Dies stellte bisweilen eine koordinatorische Herausforderung dar. Umso mehr freut sich Nicolas Kränzle nun darauf, dass sich ab sofort alle Laufsportbegeisterten auf den verschiedensten Strecken messen können.

Eröffnung SPORTAMTag-Challenge

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