«Planung und Praxis gehen manchmal ziemlich auseinander»

Bilden und Bauen - zur gleichen Zeit, am gleichen Ort. Wie geht das? Die Schulleiter Gaston Caviezel (Sekundarschule Laufental) und Matthias Schafroth (Sekundarschule Sissach) erzählen, wie sich die Bauarbeiten an ihren Schulen auf den Betrieb auswirkten und was sich mit den neuen Räumlichkeiten verändert hat.

Der Unterricht findet schon seit rund einem Jahr in den neuen Räumlichkeiten statt. Wie haben Sie sich eingelebt?

Gaston Caviezel: Wir haben uns in den neuen Räumlichkeiten der Sekundarschule Laufental von der ersten Sekunde an richtig wohl gefühlt. Die Gruppennischen, das offene Arbeiten und die lichtdurchfluteten Räume tragen zu einem angenehmen Arbeitsklima bei.

Matthias Schafroth: Die Klassen und die Lehrpersonen haben sich recht gut eingelebt. Jede unserer Jahrgangsstufen ist nun dank des neuen Schulhauses in einem eigenen Gebäude untergebracht, was die Zusammenarbeit sehr erleichtert und die Wege kürzer macht. 
Auch die neuen naturwissenschaftlichen Räume ermöglichen einen modernen Unterricht. Gewöhnungsbedürftig waren die in den übergrossen Schulzimmern des Leistungszugs A integrierten Gruppentische anstelle eines abgetrennten Gruppenraums. Die Bilanz nach einem Jahr ist jedoch durchwegs positiv.

Was waren die grössten Herausforderungen während der Bauarbeiten und beim anschliessenden Umzug?

GC: Was in der Planung relativ einfach aussah, zeigte sich in der Praxis als echte Herausforderung. Die grösste Unsicherheit war der Sportunterricht. Durch diverse Bauverzögerungen standen wir ein Jahr ohne Halle da und suchten immer wieder nach neuen Lösungen. So reduzierten wir die Anzahl der Sportlektionen, nutzten die Halle des Gymnasiums in unbelegten Randstunden, turnten im Freien, besuchten die Eishalle und verlegten die Lektionen ins nahegelegene Fitnessstudio. Corona erschwerte uns das Leben zusätzlich. Der Umzug verlief dank dem grossen Einsatz des Kollegiums und der sorgfältigen planerischen Hilfe von Guido Rabaglio (ehemaliger langjähriger Schulleiter) reibungslos.

MS: Während der Bauarbeiten kam es auf dem zentralen Platz vor dem Schulhaus A zu Lärm und baubedingten Absperrungen, die teilweise grosse Umwege zur Folge hatten. Beim Umzug fiel auf, dass der Stauraum in den neuen Schulzimmern recht begrenzt war und keine weiteren Schränke oder Regale Platz hatten. Deshalb musste viel Material entsorgt werden. Eine ebenso grosse Herausforderung war die Hitze, die im Spätsommer aufgrund der grossen Fenster und der beschränkten Lüftungsmöglichkeit entstand. Das Raumklima im allgemeinen, wie auch die Probleme mit der Lüftung und dem Lärm in der Lernhalle, werden nun von den Verantwortlichen der BUD angegangen.

Was hat sich mit der neuen Anlage verbessert?

GC: Wir haben nun alles unter einem Dach: die Schulanlage verfügt über eine Infrastruktur für 18 Klassen. Die integrierte Doppelsporthalle, die multifunktionale Aula und die grosszügige Mediathek bieten neue Bewegungs- und Aktionsmöglichkeiten für Aufführungen, Projektwochen, Schulfeste, individuelles Lernen oder den Aufenthalt über Mittag. Der von aussen etwas fabrikartig wirkende Bau mit Sheddach entpuppt sich im Innern als wohnliches Gebäude mit hellen Räumen und meist sogar offenem Blick zum Himmel.  Einen Quantensprung erlebten wir auch im Bereich der Technik: multifunktionale Wandtafeln, eine modern ausgerüstete Aula, nachhaltiges Heizungssystem mit Erdsonden und Photovoltaikanlage und vieles mehr.

MS: Das neue Gebäude und die renovierten Gebäudeteile ermöglichen es uns, mit der Bevölkerungsentwicklung mitzuhalten – prognostiziert sind in den nächsten Jahren mehr als 40 Klassen in Sissach. Nebst der nötigen Anzahl Klassenzimmer und Spezialräumen verfügt die Sekundarschule Sissach nun auch über eine moderne, grosse Aula und den nötigen Platz für den Mittagstisch. Erwähnenswert ist auch die neu gestaltete Umgebung mit Sitzgelegenheiten, Sonnenschirmen, Tischtennis- und Tischfussballtischen, welche von den Schülerinnen und Schülern in den Pausen und vor bzw. nach dem Unterricht rege genutzt wird. Die Bepflanzung wurde mit einheimischen Bäumen und Sträuchern sowie Magerwiesen nach ökologischen Kriterien ausgeführt.