Nur noch eine Dienstordnung für die ganze Direktion

Per 1. Januar 2022 ist die neue Dienstordnung für die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) in Kraft getreten. Die Dienstordnungen der Dienststellen wurden durch Reglemente ersetzt. Was sind die Gründe dafür? Und welche Auswirkungen hat diese Anpassung konkret? Severin Faller führt dies am Beispiel des Generalsekretariats aus.

2015 löste unsere Vorsteherin Monica Gschwind den Auftrag zur Weiterentwicklung der Direktionsstrukturen aus. In der Folge wurden im Rahmen des Projekts "avanti BKSD" unter anderem die Bereiche Berufsbildung, Mittelschulen und Hochschulen (BMH) in einer Dienststelle zusammengefasst, der Schulpsychologische Dienst (SPD) ins Amt für Volksschulen (AVS) eingegliedert und die Fachstelle Erwachsenenbildung Baselland (FEBL) wurde in die beiden Dienststellen AVS und BMH integriert. Des Weiteren wurden die Schul- und Büromaterialverwaltung (SBMV) in die Abteilung Rechnungswesen, Einkauf und Logistik (REL) des Generalsekretariats und der aus dem SBMV herausgelöste Kantonsverlag in die Zuständigkeit der Kantonsbibliothek überführt.

Die BKSD besteht nun neu aus sechs Dienststellen. Insbesondere im Bereich Bildung wurden Aufgaben gebündelt und die Zusammenarbeit zwischen den relevanten Stellen effizienter und einfacher gestaltet. Diese veränderten Strukturen müssen nun auch in den gesetzlichen Grundlagen abgebildet werden, welche die Organisation der Verwaltung regeln.


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Severin Faller, zu Beginn des Jahres wurde die Dienstordnung für die Direktion erneuert und durch ein Reglement ersetzt. Was bedeutet das?
Für mich ist die neue Dienstordnung auf Direktionsebene der Ausdruck eines modernen, gemeinsamen Verständnisses der Zusammenarbeit zwischen den Dienststellen. Sie setzt einen Schlusspunkt unter die Reorganisation der BKSD und läutet eine neue Ära ein: weg von den historisch gewachsenen, schwerfälligen Silos, hin zu einer schlanken, flexibleren Organisation, die sich rascher an veränderte Aufgaben anpassen kann und diese effizient erfüllt. Die Dienstordnung ist auf das Wesentliche reduziert und regelt die Struktur der BKSD, das heisst, sie führt die Dienststellen auf und umreisst deren Aufgaben grob. Wie jede Dienststelle sich organisiert, um ihre Aufgaben im Detail wahrzunehmen, welche Einheiten welche Zuständigkeiten haben und wie diese sich zusammensetzen und zusammenarbeiten, wird künftig in je einem Reglement und nicht mehr in einer Verordnung festgehalten. Das hat den grossen Vorteil, dass notwendige oder zweckmässige Anpassungen in der Organisation künftig im Kompetenzbereich unserer Vorsteherin liegen – eine Schlaufe über den Regierungsrat entfällt. Im Grunde können wir nun das vom Landrat im Verwaltungsorganisationsgesetz verankerte Subsidiaritätsprinzip konsequent durchziehen und alle Angelegenheiten auf der Ebene regeln, die jeweils auch Sinn macht.

Eine überarbeitete Dienstordnung alleine sorgt nicht für eine bessere Kooperation zwischen den Dienststellen oder für zielgerichtetes Arbeiten innerhalb einer Dienststelle. Ist das Dokument nicht einfach ein Papiertiger?
Diese Gefahr sehe ich nicht. Die Dienstordnung und die Reglemente sind ja nicht Produkte einer Schreibtischtäterschaft, sondern das Ergebnis eines Prozesses, der sorgfältig und unter Einbezug aller Dienststellen stattgefunden hat. Sie bildet die erarbeiteten Veränderungen ab und gibt einen kompakten Überblick über Aufgaben und Zuständigkeiten - die Dienstordnung ist nun ein lesbares, brauchbares Instrument.

Im neuen Reglement des Generalsekretariats wurden alle Stäbe in Abteilungen umbenannt. Welche Überlegung steckt hinter diesem Schritt?
Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens waren die Stäbe des Generalsekretariats im klassischen Sinne gar nie welche. Denn neben der Beratung und Unterstützung der Dienststellen haben sie die Fachverantwortung in diversen Bereichen und übernehmen Aufgaben des täglichen Betriebs oder in der Projektleitung. Die Bezeichnung "Stab" war also teilweise irreführend und im Vergleich mit den anderen Direktionen erst noch exotisch – es gab sie nämlich nur in der BKSD. Das hat immer wieder Fragen und Unsicherheiten ausgelöst. Dazu ist in den letzten Jahren eine neue Kultur der Zusammenarbeit entstanden, die Rollen und Zuständigkeiten innerhalb unserer Direktion haben sich geschärft. Die Umbenennung gewichtet das nun adäquat. Sie ist eine Anpassung an die gelebte Wirklichkeit.