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Carl Spitteler: Bundesrat Berset eröffnet Jubiläum in Liestal

04.04.2019

Rund 300 geladene Gäste aus Politik, Kultur und Wissenschaft eröffneten heute in Liestal das Jubiläumsjahr zu Ehren von Carl Spitteler, der vor 100 Jahren den Literaturnobelpreis erhalten hat. Bundesrat Alain Berset rief in der Stadtkirche die politische Bedeutung des Schriftstellers in Erinnerung. Anschliessend folgte die Feier mit der Bevölkerung in der Rathausstrasse.

Bild Legende:

Als bisher einziger gebürtiger Schweizer hat der in Liestal geborene und in Luzern verstorbene Carl Spitteler (1845-1924) vor 100 Jahren den Literaturnobelpreis erhalten. Erstaunlicherweise sind sein Werk und seine Wirkung in der Öffentlichkeit weitgehend in Vergessenheit geraten. Zur Wiederentdeckung des vielseitigen Schriftstellers und Journalisten lanciert nun der Verein «Carl Spitteler – 100 Jahre Literaturnobelpreis 1919-2019» eine nationale Kampagne – mit Aktivitäten und Veranstaltungen in der ganzen Schweiz.

Bemerkenswerte Widersprüche
Am offiziellen Festakt in der Stadtkirche wies Bundesrat und Präsident des Patronatskomitees Alain Berset auf den «bemerkenswerten Widerspruch» hin, dass dieser Dichter, der sich selber als unpolitisch bezeichnete, ausgerechnet wegen einer politischen Rede zu Beginn des Ersten Weltkriegs in Erinnerung blieb. «Unser Schweizer Standpunkt», sagte Berset, «war eine grosse Schweizer Standpauke, ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die Entfremdung im Innern und für die Neutralität als Identitätsklammer der Schweiz. Spitteler realisierte, dass die Schweiz und ihr nationaler Zusammenhalt, mitunter ihre Existenz als Staat, gefährdet war und meldete sich machtvoll zu Wort.»

Kunst der Neutralität
Das Jubiläum beinhaltet auch eine Wiederentdeckung und Aktualisierung der Rede «Unser Schweizer Standpunkt», wie dies verschiedene Autorinnen und Autoren mit einer neuen, mehrsprachigen Publikation getan haben. «Die ganze Grösse Spittelers zeigt sich in seinem Entwurf einer ästhetischen Politik», sagte Philipp Theisohn, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. «Spitteler hat die Kunst der Neutralität zu einer nationalen Aufgabe erklärt.

Dabei hat er einiges von dem vorweggenommen, was dann von Max Petitpierre bis zu Micheline Calmy-Rey zu den Leitlinien ‘aktiver Neutralitätspolitik‘ avancierte; diese gehören bis heute zur ethischen und kulturpoetischen Selbstverpflichtung der Schweiz».

Kraft der Worte
An die Kraft der Worte Spittelers sowie an seine Jugendzeit erinnerte Monica Gschwind, Regierungspräsidentin des Kantons Basel-Landschaft. Sie wies auch auf die nationale Dimension des Jubiläums im Zeichen der «Kraft der Worte» hin: «Ich freue mich ganz besonders, dass unser Kanton das Jubiläumsjahr hat anstossen können und dass dieses durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kantonen Bern, Luzern und dem Bundesamt für Kultur und dank dem Engagement der Sponsoren zu einem nationalen Projekt geworden ist».

Ungebrochene Aktualität
Während sich Vieles seit Spittelers Wirken geändert habe, verbleibe auch heute noch die Sehnsucht nach der Heimatgemeinde und der darin wohnenden, lieben Menschen, führte Daniel Spinnler, Stadtpräsident von Liestal, angelehnt an Spittelers früheste Erlebnisse aus. Spittelers Schweizer Standpunkt habe ungebrochene Aktualität und könne auch in den Schulen einen wichtigen Beitrag leisten: «Das Erlernen von Frühfranzösisch in den Primarschulen schafft wichtige Voraussetzungen für das gegenseitige tiefere Verständnis, das für unsere Schweizer Willensnation absolut zentral ist und auch Spitteler am Herzen lag».

Die Rede von Bundesrat Alain Berset  ist ab 18:30 Uhr verfügbar

Auskunftspersonen:
Christoph Haering, Regisseur und Vorstandsmitglied Verein «Carl Spitteler – 100 Jahre Literaturnobelpreis», 079 449 93 62

Stefanie Leuenberger, Literaturwissenschaftlerin an der ETH Zürich und Projektverantwortliche Verein «Carl Spitteler – 100 Jahre Literaturnobelpreis», 076 221 18 08,

Marco Fähndrich, Medienbeauftragter Verein «Carl Spitteler – 100 Jahre Literaturnobelpreis», 079 374 59 73, media@spitteler.ch

Bild Legende:
Spitteler ca. 1863/64; NL Spitteler, SLA Bern.©Höflinger, Basel

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