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Bildungsbericht Nordwestschweiz

01.06.2017 09:00

Zum zweiten Mal liegt eine vergleichende Gesamtschau des Bildungsraums Nordwestschweiz, also der Bildungssysteme der vier Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn, vor. In erster Linie stellt der vierkantonale Bildungsbericht die vier Bildungssysteme einander gegenüber und zeigt Entwicklungen seit dem ersten Bericht 2012 auf. Das Hauptgewicht der Darstellungen und Analysen liegt bei den Gemeinsamkeiten und Besonderheiten im Bildungsraum Nordwestschweiz. Neue Themen sind die vierkantonalen Leistungstests und Finanzdaten.

Im Unterschied zum Bildungsbericht Schweiz erlaubt der Bildungsbericht Nordwestschweiz eine Fokussierung auf den Vergleich von vier Kantonen. Zusätzliche Daten, welche nur auf Kantonsebene vorliegen, können ebenfalls für die Auswertung genutzt werden. Dies ermöglicht Quervergleiche zwischen den vier Kantonen des Bildungsraums und initiiert im Idealfall ein voneinander Lernen im vierkantonalen Austausch. Dazu – und zur Weiterentwicklung der Bildungssysteme in den vier Kantonen - liefert der vorliegende Bericht Anstösse.

Die Erarbeitung eines vierkantonalen Bildungsberichts ist in der Regierungsvereinbarung über die Zusammenarbeit im Bildungsraum Nordwestschweiz verankert. Der Regierungsausschuss hat das Institut für Bildungsevaluation (IBE), ein assoziiertes Institut der Universität Zürich, beauftragt den Bildungsbericht Nordwestschweiz 2017 zu verfassen und herauszugeben. Der Bildungsbericht ist öffentlich zugänglich und abrufbar auf der Webseite des Bildungsraums Nordwestschweiz unter www.bildungsraum-nw.ch.

Inhalte des neuen Bildungsberichts

Der Bildungsbericht Nordwestschweiz 2017 umfasst die Schuljahre 2010/11 bis und mit 2015/16 und deckt alle Schulstufen von der Vorschule bis zur Tertiärstufe ab. Gegenüber dem Bericht von 2012 wurden zwei neue Themen aufgenommen: Einerseits die vierkantonalen Leistungstests, also die Checks. Sie erlauben es, Aussagen zum Leistungsstand und zur Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler im Bildungsraum zu machen. Die Checks haben einen grossen Stellenwert im Bildungsraum. Deshalb ist ihnen ein eigenes Kapitel gewidmet. Andererseits wurden erstmals vergleichende Finanzdaten für die Bildungssysteme der vier Kantone zusammengestellt. Diese Daten sind in den entsprechenden Kapiteln abgebildet.


Einige Kernaussaugen aus dem Bildungsbericht

  • Die Checkresultate zeigen kantonal unterschiedliche Durchschnittsleistungen. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in den Kantonen sind die Unterschiede aber schwach ausgeprägt. Zudem haben sich die kantonalen Durchschnittleistungen angenähert. Zu beobachten ist ferner ein Trend zu einem immer besseren Abschneiden der Schülerinnen und Schüler bei den Leistungstests. Das kann mit einem Gewöhnungseffekt erklärt werden (vgl. Kapitel 8).

  • Im Bereich der Sonderpädagogik erschweren unterschiedliche Terminologien in den vier Kantonen einen Vergleich. Die Qualifikation des Personals ist vereinheitlicht. Die Zuweisung und die Ressourcensprechung für sonderpädagogische Massnahmen unterscheiden sich im Bildungsraum nur in Details (vgl. Kapitel 6).

  • Die Strukturharmonisierung ist abgeschlossen. Auf einen obligatorischen, zweijährigen Kindergarten folgt eine sechsjährige Primarschule und eine dreijährige Sekundarstufe I. Auch auf der Sekundarstufe II wird die Strukturharmonisierung nächstes Jahr abgeschlossen sein. Das Gymnasium dauert dann in allen vier Kantonen vier Jahre (vgl. Kapitel 2–4).

  • Bei den Übergängen ist die Praxis in den vier Kantonen unterschiedlich. Dies zeigt sich beim Schuleintritt, bei den jährlichen Übergängen aber auch beim Übertritt in die Sekundarstufe I, wo zum Beispiel die Anschlussmöglichkeiten an die Schultypen unterschiedlich geregelt sind (vgl. Kapitel 7).

  • In den letzten Jahren ist in allen Bildungsraumkantonen ein quantitativer Ausbau des Angebots familienergänzender Betreuung erfolgt. Unterschiedliche Zuständigkeiten und Verpflichtungen (Kantone, Gemeinden) erschweren die Zusammenarbeit im Bildungsraum. Im Bereich der frühen Sprachförderung haben die vier Kantone aber eine Vorreiterrolle eingenommen. Gemeinsam haben sie das auf wissenschaftlicher Basis erstellte Handbuch zur frühen Sprachförderung „Nashorner haben ein Horn“ publiziert (vgl. Kapitel 1).

  • Die Massnahmen im Bildungsraum gegen den Mangel an Lehrpersonen haben Wirkung gezeigt. Aktuell gibt es keine Mangelsituation. Die Prognosen des Bundesamts für Statistik (BFS) über ansteigende Schüler/innenzahlen und Pensionierungswellen deuten aber weiterhin auf grosse Herausforderungen hin (vgl. Kapitel 2–4).

  • Im Tertiärbereich nimmt die gemeinsame Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) eine zentrale Rolle ein. Im Bereich der höheren Berufsbildung und der Fachhochschule nehmen die Studierendenzahlen kontinuierlich zu und seit 2010 sind im Bildungsraum zahlreiche neue Angebote entstanden (vgl. Kapitel 5).

  • Die Entwicklung der Fachhochschulen führte in den letzten Jahren zu einer Aufwertung der entsprechenden Abschlüsse. Auch bei den Studierenden aus dem Bildungsraum Nordwestschweiz ist die Abschlussquote an Fachhochschulen inzwischen höher als an universitären Hochschulen (vgl. Kapitel 9).

Die Erkenntnisse des aktuellen Bildungsberichts werden nun sowohl einzeln in den vier Kantonen als auch kantonsübergreifend im Bildungsraum ausgewertet und mögliche Handlungsoptionen werden anschliessend ausgearbeitet und diskutiert.


Weitere Auskünfte erteilen die Mitglieder des Regierungsausschusses (RRA) und der Auftragnehmer:

Regierungsrat Dr. Conradin Cramer, Kanton Basel-Stadt, Vorsitzender des RRA
T 061 267 56 30 (erreichbar von 12.00 bis 14.30 Uhr)

Regierungsrat Alex Hürzeler, Kanton Aargau
T 062 835 20 00 (erreichbar von 09.30 bis 10.30 Uhr, ruft zurück)

Regierungsrätin Monica Gschwind, Kanton Basel-Landschaft
T 061 552 50 60 (ruft zurück)

Landammann Dr. Remo Ankli, Kanton Solothurn
T 032 627 29 01 (erreichbar von 14.00 bis 16.00 Uhr)

Prof. Dr. Urs Moser, Institut für Bildungsevaluation (IBE)
T 079 206 41 92

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