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Beide Basel einigen sich auf gemeinsame Stundentafeln

29.06.2012
Gemeinsame Medienmitteilung der Bildungs- und Kulturdirektion Basel-Landschaft und des Erziehungsdepartements Basel-Stadt

Die beiden Basel begnügen sich bei der Umsetzung des HarmoS-Konkordats nicht damit, ihre Schulstrukturen zu vereinheitlichen. Im Zuge der Umstellung werden auch für alle Schulstufen (Kindergarten und Primarschule, Sekundarschule, Gymnasium) gleiche Stundentafeln eingeführt. Mit der schweizweit bisher einmaligen Angleichung aller Stundentafeln werde dem Willen der Bevölkerung Rechnung getragen, die Unterschiede in den kantonalen Schulsystemen auf ein Minimum zu reduzieren, erklärten die zuständigen Regierungsräte Urs Wüthrich (BL) und Christoph Eymann (BS) an einer Medienorientierung in Liestal.

Den beiden Basel ist im Bestreben, die heute bestehenden Differenzen in ihren Schulsystemen abzubauen, ein weiterer Durchbruch gelungen: Der Bildungsrat von Basel-Landschaft und der Erziehungsrat von Basel-Stadt haben am 11. bzw. 13. Juni 2012 grünes Licht zur Einführung von Jahresstundentafeln gegeben, die bis auf marginale Unterschiede an allen Schulen der beiden Kanton identisch sein werden. Diese neuen Stundentafeln werden in beiden Kantonen bei den Volksschulen ab dem Schuljahr 2015/16 schrittweise mit der Einführung des Lehrplans 21 und abgestimmt auf die Umstellung der Schulstrukturen eingeführt. Beim vierjährigen Gymnasium wird die neue Stundentafel ab dem Schuljahr 2014/2015 wirksam.
Die beiden Basel werden damit die ersten beiden Kantone in der Schweiz sein, in denen an der ganzen Volksschule und an den Gymnasien die gleichen Stundentafeln, das heisst die gleiche zeitliche Dotierung der Fächergruppen und Fächer, gelten werden. Die Stundentafeln sind dabei so gestaltet, dass sie kohärente Schullaufbahnen vom Kindergarten bis zur Matur und eine hohe Durchlässigkeit zwischen den Leistungsniveaus ermöglichen. Den teilautonomen Schulen und Lehrpersonen wird bei der Umsetzung viel Gestaltungsspielraum überlassen, um die Vorgaben der Jahresstundentafeln im Laufe eines Schuljahrs zu erfüllen.

Fremdsprachen-Unterricht bereits an der Primarschule
Im Kindergarten werden auch in Zukunft nur die obligatorisch zu erteilenden Jahreslektionen festgelegt. Eine Fachaufteilung gibt es keine. Im Laufe der Primarschule, die auf sechs Jahre verlängert wird, steigt die Lektionenzahl insbesondere wegen der Einführung des Französisch (3. Klasse) und des Englisch (5. Klasse) von anfänglich 26 auf 30 Wochenstunden an. Neu wird neben dem freiwilligen kirchlichen Religionsunterricht auch das Fach „Ethik und Religion“ in der Stundentafel verankert. Der Fachbereich Gestalten ist mit fünf Wochenlektionen ab dem 3. Schuljahr höher dotiert als im Lehrplan 21 empfohlen. Im Kanton Basel-Landschaft wird im letzten Schuljahr die fünfte Lektion Gestalten durch eine zusätzliche sechste Stunde Mathematik ersetzt.

Wahlpflichtfächer und Projektarbeit an der Sekundarschule
Auf der Sekundarstufe I, die neu in beiden Kantonen drei Jahre dauern und in drei Leistungszüge aufgeteilt sein wird, müssen alle Schülerinnen und Schüler pro Woche mindestens 34 Lektionen (plus allenfalls freiwillig zwei weitere Lektionen in einem Freifach) besuchen. Ab dem 8. Schuljahr stehen neben 30 Pflichtlektionen diverse Wahlpflichtfächer zur Auswahl. Um eine möglichst hohe Durchlässigkeit zu ermöglichen, ist die Fächerdotation in allen drei Leistungszügen gleich. Zum Volksschulabschluss für alle am Ende der Sekundarschule gehört auch eine Projektarbeit. Das generell höhere Gewicht, das den Naturwissenschaften und der Mathematik in der Stundentafel der Sekundarschule eingeräumt wird, kommt in der Jahresstundenzahl und in der Einführung des Pflichtwahlfaches MINT zum Ausdruck.

Gymnasien rücken noch näher zusammen
Die bereits sehr enge Zusammenarbeit bei den Gymnasien wird durch die Einführung gemeinsamer Jahresstundentafeln für alle Basler und Baselbieter Gymnasien weiter vertieft. In Zukunft werden nicht nur die Maturitätsprüfungen so aufeinander abgestimmt, dass deren Resultate vergleichbar sind, und eine beschränkte Wahlfreiheit über die Kantonsgrenzen eingeführt.
In beiden Kantonen wird auch die Dotation der Fächer und der Anteil der individuellen Wahlmöglichkeiten analog geregelt. Im neu vierjährigen gymnasialen Bildungsgang werden alle Schülerinnen und Schüler insgesamt 128 (BS 129) Jahreslektionen besuchen. Das entspricht auf die Schulwoche umgerechnet einem Schnitt von 32 Lektionen pro Schülerin und Schüler. Die einzelnen Gymnasien sind frei, wie sie die für jedes Fach vorgeschriebene Lektionenzahl auf die insgesamt acht Semester verteilen wollen.  

Neue Gefässe des Austausches zwischen den Schulen
Damit die Einführung gemeinsamer Stundentafeln im Schulalltag gelingt, sollen für die Umsetzung neue Gefässe der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geschaffen werden. Nach dem Vorbild der Sekundarstufe II, wo diese Zusammenarbeit bereits heute praktiziert wird, sollen auch in der Volksschule bikantonale Schulleitungskonferenzen gebildet werden, an denen ein bis zwei Mal jährlich ein direkter Austausch zwischen den Schulleitungen stattfinden kann. Um den direkten Kontakt zwischen den Schulen zu fördern, wird auch ein zweikantonales Netzwerk Schulentwicklung aufgebaut, über das ein Austausch unter Schulleitungen beider Kantone, gegenseitige Besuche, Hospitationen und Schulpartnerschaften organisiert und gepflegt werden können.

Beilagen:
Weitere Auskünfte:
  • Regierungsrat Dr. Christoph Eymann, Tel. 061 267 84 41
    Vorsteher Erziehungsdepartement des Kantons Basel-Stadt
  • Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli, Tel. 061 552 50 51Vorsteher Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion des Kantons Basel-Landschaft
  • Pierre Felder, Telefon +41 (0)61 297 62 92
    Leiter Volksschule Basel-Stadt
  • Alberto Schneebeli, Telefon +41 (0) 61 552 50 53
    Leiter Stabsstelle Bildung, Projektleiter Bildungsharmonisierung

29. Juni 2012

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