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Neue Leiterin der Kulturförderung trifft Baselbieter Kulturinstitutionen
Beim Kennenlern-Apéro mit der neuen Leiterin der Kulturförderung Baselland, Helena Mettler, bot sich Gelegenheit, Perspektiven, Herausforderungen und Erwartungen auszutauschen und erstmals persönlich zu begegnen.
Eingeladen hatte das Amt für Kultur die kulturellen Institutionen und Trägerschaften, die vom Kanton Basel-Landschaft mit einer jährlichen Finanzhilfe unterstützt werden. Das Treffen machte sichtbar, wie unterschiedliche Netzwerke und Institutionen einen grossen Teil der kulturellen Grundversorgung Infrastruktur gewährleisten.
KULTURFÖRDERUNG ALS GRUNDLAGE KULTURELLER VIELFALT
In den Gesprächen wurden Erwartungen, Sorgen und Perspektiven der Kulturszene deutlich. Thematisiert wurden unter anderem finanzielle Unsicherheiten, der Wunsch nach verlässlicher Zusammenarbeit, die Bedeutung freiwilligen Engagements sowie die Frage, wie Kulturförderung gesellschaftliche Veränderungen aufnehmen und kulturelle Teilhabe langfristig sichern kann.
Dabei wurde auch sichtbar, dass Kulturförderung weit über finanzielle Unterstützung hinausgeht: Sie stärkt Beziehungen, Ehrenamt und kulturelle Vielfalt. Viele Teilnehmende beschrieben persönliche Begegnungen und funktionierende Netzwerke als zentrale Grundlage kulturellen Lebens im Kanton.
KULTUR UND KULTURFÖRDERUNG ALS GESELLSCHAFTLICHER MOTOR
Olivia Jenni, Co-Leiterin der Kunsthalle Palazzo, unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung von Kultur. Kultur sei «ein Teil von unserem Gedächtnis» und müsse weitergelebt werden.
Sabine Himmelsbach, Direktorin des HEK – Haus der elektronischen Künste, brachte die Bedeutung der Kulturförderung auf den Punkt: «Ohne die Kulturförderung würde es nicht gehen für uns.» Gleichzeitig verwies sie auf neue Anforderungen an Kulturinstitutionen: «Wie muss man aufgestellt sein als Haus, zum Beispiel um möglichst inklusiv zu sein?»
KULTUR ZWISCHEN EHRENAMT UND GESELLSCHAFTLICHER IDENTITÄT
Wie stark Kultur auch vom freiwilligen Engagement lebt, betonte Rea Köppel, Co-Geschäftsstellenleiterin des Verbunds Museen Baselland, der über 40 Museen im Baselbiet vertritt: «Die kulturelle Grundversorgung lebt von sehr vielen Freiwilligen, die ohne Bezahlung für die Museen arbeiten.»
Auch die Rolle der Kultur in einer zunehmend beschleunigten Gesellschaft wurde angesprochen. Fredi Kilchherr, Präsident des Verbunds Museen Baselland, sagte: «Überall wird alles technisiert, es muss schneller gehen. Kultur bildet einen gewissen Gegensatz zu dieser Schnelllebigkeit – einfach ein bisschen Bodenständigkeit.»
ZWISCHEN SPARZWANG UND ZUKUNFTSFRAGEN
Auch die finanzielle Situation vieler Kulturinstitutionen war Thema. Beatrice Kunovits vom Neuen Theater Dornach, das im Grenzraum zu Basel-Landschaft und Solothurn liegt, schilderte die zunehmenden Herausforderungen: «Die Gemeinden haben sehr grosse finanzielle Schwierigkeiten.» Kultur sei oft zuerst von Sparmassnahmen betroffen.
Die Kulturförderung Baselland begleitet Institutionen oft ganz konkret. So berichtet Susanne Köhler vom Theater im Pfarrhauskeller in Waldenburg vom Verlust der bisherigen Spielstätte aufgrund neuer Sicherheitsanforderungen. Bis eine neue Spielstätte gefunden sei, spiele der Kulturverein als Wandertheater an verschiedenen Orten weiter und sei froh um die kompetente Beratung durch die Kulturförderung.
NETZWERKE UND ZUSAMMENARBEIT ALS SCHLÜSSEL
Beat Richiger, Co-Präsident des Kulturvereins Marabu in Gelterkinden, hob die Bedeutung vertrauensvollen Miteinanders hervor: «Wir haben bisher eine sehr gute Zusammenarbeit gehabt und hoffen, dass es so weitergeht.»
Für Marcus Rehberger, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit beim ROXY Birsfelden, muss Kulturförderung beweglich bleiben: «Gesellschaftliche Veränderungen müssen auch in der Kulturförderung laufend mitgedacht werden.»
Patric Fasel, Geschäftsleiter der IG Lebendige Traditionen, betonte die Bedeutung einer gemeinsamen Förderstrategie für die Laienkultur: Vieles müsse erst entwickelt werden: «Wir haben noch keine fertigen Lösungen – das müssen wir zusammen erarbeiten.»
KULTURFÖRDERUNG BASEL-LANDSCHAFT
Mit Helena Mettner wird die Kulturförderung Basel-Landschaft neu eigenständig geführt. Die neue Struktur ist Teil der Organisationsentwicklung des Amts für Kultur unter der Leitung von Esther Roth. Mit der Trennung der Funktionen von Amtsleitung und Leitung der Kulturförderung stärkt das Amt gezielt den Bereich Kulturförderung und schafft Raum für eine intensivere Begleitung der Kulturszene.
- Infos: Kulturförderung
- Bericht: Amt für Kultur stellt sich für die Zukunft auf
Text: Claudia Puzik; Fotos Eva Flury