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Barrierefreie Websites – mehr als leichte Sprache
Was nützt die beste Information, wenn sie niemand findet? Der virtuelle Stammtisch mit Jessica Meier zeigt: Barrierefreiheit beginnt lange vor dem Text – bei Struktur, Orientierung und Zugänglichkeit.
AI-generiertes ThemenbildJessica Meier, Projektleiterin Inklusion bei Augusta Raurica, stellte zentrale Erkenntnisse aus ihrer CAS-Arbeit «Adressatengerechte und barrierefreie Kommunikation» vor. Im Fokus stand die Frage, welche Hürden Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen bei der Nutzung von Websites erleben – und wie sich diese gezielt abbauen lassen.
Zentrale Erkenntnisse
Barrierefreiheit geht über leichte Sprache hinaus. Entscheidend sind eine klare Seitenstruktur, eine verständliche Navigation, gut sichtbare Kontaktmöglichkeiten, grosse und eindeutig erkennbare Schaltflächen sowie ein konsistentes Design. Besonders relevant für die Website eines Publikumsbetriebs wie Augusta Raurica sind Informationen zu Anreise, Öffnungszeiten, Preisen, Kontakt und Bezahlung.
Sprache: einfach und gezielt ergänzt
Tests mit einer Prüfgruppe von Pro Infirmis zeigen: Websites werden selten linear gelesen. Nutzerinnen und Nutzer suchen gezielt nach konkreten Informationen. Es wird wenig gescrollt – Inhalte im sichtbaren oberen Bereich sind daher zentral. Unklare Piktogramme, neue Fenster oder komplexe Menüs erschweren die Orientierung zusätzlich.
Statt vollständiger Parallelversionen in Leichter Sprache empfiehlt sich eine durchgehend einfache Grundsprache. Ergänzend sollten besonders relevante Inhalte gezielt in Leichter Sprache angeboten werden. Das reduziert Komplexität und Pflegeaufwand.
Schwellen abbauen in der Vermittlung
Aus der Runde der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kam der wichtige Hinweis, dass digitale Information allein nicht genügt. Gerade bei Kulturangeboten braucht es oft auch persönliche Vermittlung, Kooperationen mit Verbänden und begleitete Erstzugänge.
Der Austausch machte deutlich: Barrierefreie Kommunikation beginnt nicht erst beim Text. Sie umfasst Struktur, Gestaltung, Sprache, Technik und die Frage, welche Informationen Menschen tatsächlich brauchen, um selbst bestimmt an Kultur teilhaben zu können.
Der Virtuelle Stammtisch ist eines von vier Formaten aus dem Amt für Kultur des Kantons Basel-Landschaft, das Inklusion und Teilhabe fördert.
Informationen und Termine: Inklusion und Teilhabe - Kanton Basel-Landschaft
Text: Claudia Puzik