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Editorial Kulturbericht 2025

Kultur ist ein Spiegel unserer Zeit – sie zeigt, was uns bewegt, was uns antreibt, was uns fehlt. Sie ist Motor für Veränderung, Mittel gegen Sprachlosigkeit, manchmal auch Zumutung – oder sie bringt uns schlicht zum Staunen. Kultur macht sichtbar, was sonst verborgen bleibt: was uns unterscheidet, was uns verbindet.
Das Amt für Kultur versteht sich als Drehscheibe für die Vernetzung verschiedener Akteurinnen und Akteure, Interessen und Bedürfnisse, Fragestellungen und Lösungsideen – alle im vielfältigen Bereich der Kultur. Kulturpolitik bedeutet in diesem Sinne die bewusste Gestaltung von Rahmenbedingungen, damit Menschen sich ausdrücken, teilhaben und weiterentwickeln können – unabhängig von Herkunft, Alter oder Bildung. Wir sind mitverantwortlich für kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Seit Inkrafttreten des Behindertenrechtegesetzes im Januar 2024 nimmt das Thema Inklusion und Teilhabe einen zentralen Platz in der Kulturpolitik des Kantons ein. Ein starkes Zeichen in diesem Zusammenhang setzte der dritte Kulturgipfel mit Vertreterinnen und Vertretern der Einwohner- und Bürgergemeinden, der ganz im Zeichen von Inklusion und kultureller Teilhabe stand. Persönliche Erfahrungsberichte von Kulturschaffenden mit Behinderungen sowie konkrete Vorschläge zur barrierefreien Gestaltung machten deutlich, wie zentral unterschiedliche Perspektiven für die Entwicklung inklusiver Kulturarbeit sind.
Der Kulturbericht 2025 legt dar, welche Bedeutung Inklusion und kulturelle Teilhabe in der Arbeit aller vier Hauptabteilungen des Amts für Kultur einnehmen. Im Rückblick auf das Jahr 2024 wie im Ausblick wird deutlich, mit welchem Engagement die Mitarbeitenden im Auftrag des Kantons Basel-Landschaft daran arbeiten, Kultur für alle zugänglich und erlebbar zu machen. Zudem werden auch Massnahmen und Prozesse sichtbar, die entscheidend für eine offene und zugängliche Kulturentwicklung sind.
Die Römerstadt Augusta Raurica wurde für ihre überregionale Bedeutung mit dem Anerkennungspreis «Starke Region» ausgezeichnet – ein eindrückliches Zeichen für die Strahlkraft des kulturellen Erbes. In Liestal verzeichnete die Kantonsbibliothek über 180’000 Besucherinnen und Besucher. In Workshops, Literaturformaten und Medienbildungsangeboten wurde klar: Die Bibliothek ist nicht nur ein Ort des Wissens, sondern ein Ort des gemeinsamen Lernens, des Austauschs und des Vertrauens. Die Archäologie Baselland dokumentierte bedeutende neue Funde, entwickelte inklusive Vermittlungsformate und brachte mit dem Portal KIMnet das kulturelle Gedächtnis der Region in die digitale Zukunft. Auch in der Kulturförderung wurden die bestehenden Strukturen konsequent weiterentwickelt – mit über 1’100 Fördergesuchen und der vertieften Zusammenarbeit mit den Baselbieter Gemeinden in der Projektförderung. Dabei zeigt sich: Kulturförderung erfordert Aufmerksamkeit, Dialogbereitschaft und die Fähigkeit, Bedarfe neu zu gewichten – damit der Zugang zu Kunst und Kultur für alle möglich wird.
Die gezielte Stärkung der kulturellen Grundversorgung im Baselbiet bleibt ein zentraler Bestandteil der kantonalen Kulturpolitik – durch niederschwellige Förderzugänge, verstärkte Beratung und den Aufbau lokaler Strukturen, im Sinne eines politischen Handelns, das vielfältige Bedürfnisse im Blick behält.
All dies entsteht nicht aus Einzelleistungen. Es ist Ausdruck einer Haltung, die davon ausgeht, dass Kultur ein gemeinschaftliches Gut ist – offen, vielfältig, sinnstiftend. Kultur ist kein Nebenprodukt des gesellschaftlichen Lebens – sie ist dessen lebendiger Kern. Sie schafft Räume für Dialog und Ausdruck, fördert kritisches Denken und stärkt die Fähigkeit, Unterschiede auszuhalten. In einer Zeit, in der Polarisierung und Unsicherheit zunehmen, bleibt Kultur eine zentrale Ressource für ein gesellschaftliches Miteinander. Sie ermöglicht Begegnung, schafft Zugehörigkeit, fördert Selbstwirksamkeit – und stärkt die Demokratie.
Die Kulturpolitik des Kantons Basel-Landschaft ist ein aktiver Beitrag an eine demokratische und friedliche Gesellschaft. Sie setzt auf langfristige und verbindliche Strukturen, fördert neue Zugänge und bleibt offen für Wandel – damit Kultur auch künftig ihre ganze Kraft entfalten kann, für alle, die hier leben.
Ich danke allen, die daran mitwirken – für ein Baselbiet, das kulturell lebt, wächst und verbindet.
Monica Gschwind
Vorsteherin der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion
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