Lernende ausbilden

Hier finden Sie zahlreiche Tipps und Hinweise für die erfolgreiche Ausbildung von Lernenden: von der Auswahl der geeigneten Person über die Schnupperlehre bis zur ersten Arbeitswoche. 

Die richtige Wahl der Lernenden
Eine Absage verfassen
Schnupperlehre
Vor dem ersten Ausbildungstag
Die erste Arbeitswoche

Probezeit

Die richtige Wahl der Lernenden

Eine seriöse Auswahl der Lernenden ist der Grundstein einer erfolgreichen Ausbildung! Dazu müssen verschiedene Aspekte zu einem Gesamtbild zusammengetragen werden, welches das Risiko einer Fehlbesetzung reduziert. Es gibt kein Rezept und keinen einzelnen Test dafür, denn auch subjektive Eindrücke wie das Bauchgefühl sind wichtig. 

Bei der Beurteilung von Zeugnissen auf Sekundarstufe I können Sie dank der Harmonisierung der Bildungssysteme zunehmend von überregional vergleichbaren schulischen Leistungen ausgehen. Hilfreich ist, die Checks in der Sekundarschule mit den Anforderungsprofilen Ihres Berufs zu vergleichen.

Übersicht Checks und Anforderungsprofile

Eine sehr gute Methode, Ihre zukünftigen Lernenden näher kennenzulernen, ist die Schnupperlehre.

Eine Absage verfassen

Nicht immer erhalten Sie geeignete Bewerbungen auf Ihr Lehrstellenangebot und müssen eine Absage erteilen. Fairerweise sollte die Person, die ja eine Enttäuschung hinnehmen muss, wissen, warum es nicht geklappt hat und wie sie sich gegebenenfalls verbessern kann. Für eine konstruktive Rückmeldung finden Sie hier einen Musterbrief und eine Vorlage für die Begründung.

Vorlage Begründung (PDF)

Schnupperlehre

Eine Schnupperlehre kann zwischen einem und mehreren Tagen dauern. Die junge Person sollte ein möglichst abgerundetes und authentisches Bild des Berufs erhalten. Wichtig ist auch, dass der Betrieb die jugendliche Person anleitet, auf sie eingeht und sie ermutigt, Fragen zu stellen. 

Die Arbeitsabläufe und die Arbeitsorganisation müssen Sie nicht umstellen. Die Arbeiten sollten so gestaltet sein, dass die junge Person diese selbstständig ausführen kann. Es ist sinnvoll, ein spezifisches Schnupperlehr-Programm in Form von Tagesabläufen zu erstellen. 

Während der ganzen Schnupperlehrzeit sollte die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner für die Betreuung verantwortlich sein. Für einzelne Arbeiten können auch andere Mitarbeitende und Lernende eingesetzt werden. Die Schnuppernden sollten sich mit den Lernenden im Betrieb austauschen können. 

Es ist sinnvoll, dass die junge Person ein Schnupperlehr-Tagebuch führt. Auch können Sie sie bitten, am Ende einen Schlussbericht über ihre persönlichen Eindrücke zu schreiben. Tagebuch und Bericht dient den Jugendlichen als Gedankenstütze beim Schlussgespräch und können in ihr persönliches Dossier integriert werden.

Um eine möglichst ganzheitliche Beurteilung der Jugendlichen zu erreichen, sollten nicht nur einzelne Arbeiten, sondern auch Sozial- und Selbstkompetenzen wie Hilfsbereitschaft, Benehmen und Interesse bewertet  werden. 

Weitere Hinweise, rechtliche Rahmenbedingungen und Checklisten finden Sie in diesem Merkblatt.

SDBB-Merkblatt Schnupperlehre

Vor dem ersten Ausbildungstag

  • Stellen Sie rechtzeitig alle Informationen zusammen, die Sie den Lernenden in den ersten Tagen und Wochen abgeben wollen.
  • Überlegen Sie sich das Arbeitsprogramm für die ersten Tage. Bereiten Sie den Arbeitsplatz vor und betrauen Sie die Lernenden mit Arbeiten, die rasche Erfolgserlebnisse garantieren.
  • Informieren Sie die Mitarbeitenden über die neu eintretenden Lernenden und bestimmen Sie die für Ausbildung und Betreuung verantwortlichen Personen.
  • Planen Sie frühzeitig Aussprachegelegenheiten. Sie bilden damit eine Vertrauensbasis und können Schwierigkeiten rechtzeitig erkennen.

Tipps für eine erfolgreiche Ausbildung (PDF)

 Die erste Arbeitswoche

  • Zeigen Sie den Lernenden den Arbeitsplatz und stellen Sie jene Mitarbeitenden vor, mit denen die Lernenden zusammenarbeiten werden.
  • Erklären Sie den Lernenden den Verlauf der ersten Tage und Wochen.
  • Informieren Sie die Lernenden über die Betriebsphilosophie, über Verhaltensregeln und Sicherheitsvorschriften.
  • Informieren Sie die Lernenden über den schulischen Unterricht, die betriebliche Ausbildung, die Anstellungsbedingungen (Arbeitszeiten, Ferien, Absenzen, Überbetriebliche Kurse) etc.
  • Weisen Sie die Lernenden auf mögliche Schwierigkeiten hin, die in den ersten Tagen auftreten können. Sagen Sie ihnen, an wen sie sich wenden können.

Checkliste Erste Arbeitswoche (PDF)

Probezeit

Die übliche Probezeit dauert drei Monate. Prüfen Sie in den ersten Wochen und Monaten in individuellen Intervallen, ob die Lernenden im Betrieb, im Team, im Beruf ankommen. Bereiten Sie sich auf das Probezeitgespräch vor, an dem Sie die Lernenden und ihre gesetzliche Vertretung mit den betrieblichen Bewertungskriterien vertraut machen können. Sie können dazu die interaktiven Formulare Bildungsbericht und QualiCarte nutzen.

Bildungsbericht
QualiCarte

Haben Sie vor oder während dem Probezeitgespräch Zweifel an der erfolgreichen Fortführung der Lehre, können Sie eine Verlängerung der Probezeit bis auf maximal 6 Monate vereinbaren. Das bedeutet eine Vertragsänderung, die Sie allseitig unterzeichnet einsenden müssen: Betriebliche Ausbildung, Rosenstrasse 25, 4410 Liestal.

Formular zur Verlängerung der Probezeit (PDF)