Loverboy

«Loverboys» sind Menschenhändler und Zuhälter. Sie gaukeln minderjährigen Mädchen und Jungen erst die grosse Liebe vor und machen sie dann von sich abhängig. Meist läuft dies über Chatrooms in sozialen Medien.

Loverboys sind oft selbst noch Teenager. Erst umgarnen sie ihre Opfer und spielen ihnen die grosse Liebe vor. Sie machen ihre Opfer so systematisch von sich abhängig und sondern sie zunehmend von Freunden und Familie ab. Ist diese Abhängigkeit erst einmal erreicht, kann der Loverboy fast alles von den Betroffenen verlangen: z. B. Prostitution, Pornographie und kriminelle Delikte. Das Ziel des Loverboys ist, möglichst viel Geld zu verdienen. Das Alter der Betroffenen liegt zwischen 12–18 Jahren. Minderjährige sind auch in der Schweiz betroffen, darunter ebenfalls Jungen, die in homosexuellen Kreisen ausgebeutet werden.

Wie erkenne ich ein Opfer?

Folgende Merkmale können ein Hinweis darauf sein, dass die Person in die Fänge eines «Loverboys» geraten ist. Viele Indikatoren könnten auch auf «normale» Teenager zutreffen und müssen deshalb in der Kombination betrachtet werden und vor allem, wenn sie im Zusammenhang mit einem neuen «Freund» stehen:

  • Ununterbrochenes Chatten und häufiges Ausgehen
  • Plötzlich viel Geld und teure Sachen
  • Viele Absenzen in der Schule, unstimmige Begründungen, schlechtere Noten
  • Verändertes Verhalten, Rückzug von Eltern und Freunden
  • Verändertes Aussehen: provokativ und sexy
  • Niedriges Selbstwertgefühl, Identitätskrise
  • Schmerzen im Unterleib, Blutungen, psychosomatische Beschwerden
  • Depressionen, Selbstverletzungen

Wer Verdacht schöpft, dass jemand von Menschenhandel betroffen sein könnte, kann helfen: Melden Sie den Fall bei der Meldestelle (auch anonym möglich) - per Online-Formular oder via Hotline 0840 212 212. Betroffene Frauen finden Beratung bei der  FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration .

Der Kanton Basel-Landschaft hat einen Leitfaden zum Thema Menschenhandel und insbesondere zum Schutz des Selbstbestimmungsrechts der Frauen erarbeitet. Ein Runder Tisch Menschenhandel tauscht sich regelmässig über die Umsetzung aus.