Transidentität

Von Transidentität wird gesprochen, wenn das Geschlecht, dem sich eine Person zugehörig fühlt, nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das bei der Geburt aufgrund körperlicher Merkmale zugewiesen wurde.

Dieser Handbuchartikel ist eine

Weisung

Rechtsgrundlagen



Transidentität

 

Grundsatz

Von Transidentität wird gesprochen, wenn das Geschlecht, dem sich eine Person zugehörig fühlt, nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das bei der Geburt aufgrund körperlicher Merkmale zugewiesen wurde.

Kinder können schon im Vorschulalter erkennen, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen. Hat sich ein Kind „geoutet“, will es ab diesem Moment auch so anerkannt werden, wie es sich innerlich fühlt. Bei Nichtanerkennung des gewünschten Namens und Geschlechts kann es zu heftigen Reaktionen kommen (bis hin zu Suizidgedanken oder –versuchen).

Die Achtung der geschlechtlichen Identität, das Wohl der Kinder bzw. der Jugendlichen bei der Identitätsfindung  und damit die Festigung des Selbstvertrauens sind zentrale Aspekte des schulischen Bildungsauftrags. Schülerinnen und Schüler haben einen Anspruch, nach dem Stand des Wissens unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse bei der Entwicklung ihrer geschlechtlichen Identität gefördert zu werden, um mögliche Nachteile auszuschliessen.

Umgang mit Namen

Hat sich eine Schülerin oder ein Schüler geoutet und durchläuft den Prozess der sozialen, körperlichen und rechtlichen Veränderung zur Angleichung der Geschlechtsidentität, wünscht sie oder er sich oft den Gebrauch eines neuen Namens. Der Gebrauch von geschlechtsungleichen Vornamen, sowohl des amtlichen als auch des alltäglichen Rufnamens, kann die gute Entwicklung beeinträchtigen. Es stellt sich die Frage, wie die Schulen mit Anliegen auf Anpassung des Namens an das gefühlte Geschlecht umgehen sollen.

  1. Sobald ein amtliches Namensänderungsverfahren durchgeführt worden ist, ist nur noch der neue Namen zu verwenden.
  2. Bis dahin wird die Schülerin oder der Schüler im schulischen Alltag mit dem neuen, gewünschten Namen angesprochen und auch mit diesem Namen in der Klassenliste geführt. Ebenso ist sie oder er entsprechend dem gewünschten Geschlecht zu behandeln.
  3. Für offizielle Dokumente, z.B. für das Zeugnis, braucht es einen formaleren Vorgang. Hierfür ist wie folgt vorzugehen:
    • Die Schülerin oder Schüler stellt - bei Minderjährigen zusammen mit den Erziehungsberechtigten - bei der zuständigen Dienststelle (Amt für Volksschulen oder Dienststelle Berufsbildung, Mittelschulen und Hochschulen) einen Antrag auf eine vorgängige Namensanpassung. Sie oder er legt dem Antrag eine Bestätigung einer medizinischen oder psychologischen Fachperson bei.
    • Wird dem Antrag stattgegeben, stellt die Dienststelle ein Dokument aus, welches den amtlich beurkundeten Namen, die Nummer eines amtlichen Ausweises (Pass oder ID) sowie den neuen, gewünschten Namen und das neue Geschlecht enthält.
    • Dieses Dokument ist durch die Gesuchstellerin oder den Gesuchsteller zu unterzeichnen.
    • Die Schule legt das unterzeichnete Dokument (inkl. Gesuch und Gesuchsbeilagen) im Dossier der Schülerin oder des Schülers ab. Damit kann jederzeit zweifelsfrei festgestellt werden, auf welche Person sich offizielle Dokumente der Schule, insbesondere das Zeugnis, beziehen.

 

Kontakt

Amt für Volksschulen
Munzachstrasse 25C
4410 Liestal
T 061 552 50 98
[email protected]

Dienststelle Berufsbildung,
Mittelschulen und Hochschulen
Rheinstrasse 31
4410 Liestal
T 061 552 28 01