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Arbeitszeugnis

Information zu Form und Inhalt von Arbeitszeugnissen.

Dieser Handbuchartikel ist eine / ein

Information / Handreichung / Prozessbeschrieb

Rechtsgrundlagen

§ 34 Personalgesetz (SGS 150; PersG) vom 25.09.1997
http://bl.clex.ch/data/150


Art. 330a Obligationenrecht (220, OR) vom 30. März 1911
https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19110009/index.html#a330a 

Arbeitszeugnis

1. Definition

Unterschieden wird zwischen
  • einfacher Arbeitsbestätigung und
  • qualifizierendem Arbeitszeugnis (Vollzeugnis)

Die Arbeitnehmenden können unter den beiden vorgenannten Formen diejenige wählen, die sie bevorzugen. Sie dürfen auch beide Arten von Zeugnissen verlangen.

Der oder die Personalverantwortliche stellt das Zeugnis aus. Das heisst, für Lehrpersonen mit befristetem Vertragsverhältnis stellt die Schulleitung das Arbeitszeugnis aus, für Lehrpersonen mit unbefristetem Vertrag der Schulrat. Die Schulleitung stellt dem Schulrat die fachliche Beurteilung der Lehrpersonen zur Verfügung.

Es gibt auch das Zwischenzeugnis. Dies wird hauptsächlich bei Übernahme neuer Tätigkeiten oder bei Vorgesetztenwechsel ausgestellt - oder aber per “irgendwann“ - wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter dies verlangt (z.B. für Bewerbungsunterlagen etc.). Es entspricht dem qualifizierenden Arbeitszeugnis.

2. Die einfache Arbeitsbestätigung

Eine einfache Arbeitsbestätigung beschränkt sich auf Personalien des oder der Arbeitnehmenden, die Art seiner oder ihrer Tätigkeit, sowie die Dauer des Anstellungsverhältnisses.

Wer nur kurze Zeit in einer Schule tätig war oder die Stelle bereits während der Probezeit verlässt, kann kein ausführliches, qualifizierendes Zeugnis verlangen.

3. Das qualifizierende Arbeitszeugnis (Vollzeugnis)

Im qualifizierenden Zeugnis sind die Art der Leistungen und das Verhalten des oder der Arbeitnehmenden ausführlich zu beschreiben, zu beurteilen und zu würdigen.

4. Aufbau eines Arbeitszeugnisses

4.1. Überschrift
Die Bezeichnung "Arbeitszeugnis" oder einfach "Zeugnis" gehört in den Titel des Dokuments.

4.2. Name und Geburtsdatum

4.3. Dauer und Art* des Anstellungsverhältnisses
  • Beginn und Ende
  • Unbefristete oder befristete Anstellung

*nach Ermessen oder auf Wunsch

4.4. Tätigkeitsbeschreibung

Stellung und Funktion: Pensum, Klassenlehrperson, Schulleitungsmitglied, Stufe / Klasse, Fächer, Aufgaben- und Verantwortungsbereiche, Aus- und Weiterbildungen.

4.5. Leistungs- und Verhaltensbeschreibung

Unter "Leistung" ist sowohl das berufliche Können als auch die Anwendung desselben zu verstehen: Unterrichtsgestaltung / Lernformen, Lehrplan, Lernklima / Atmosphäre, Haltung gegenüber Schülerinnen und Schülern, Führung, persönliche Begabungen und Fertigkeiten.

Unter "Verhalten" sind die übrigen Eigenschaften zu verstehen, welche die dienstliche Eignung des oder der Arbeitnehmenden beeinflussen: Kollegium, Übernahme von Ämtern, Schulentwicklung, Kooperation, Eltern- / Behördenkontakte.

4.6. Kündigungsart

Wenn der oder die Mitarbeitende das Arbeitsverhältnis selbst aufgelöst hat, wird dies angegeben („… verlässt uns auf eigenes Ersuchen“).

Wurde die Kündigung vom Arbeitgeber ausgesprochen, erfolgt keine Begründung. Eine Ausnahme bildet die Kündigung aufgrund der Stellensituation an der Schule: Hier wird der Grund genannt.

4.7. Schlusssatz

Dank / Würdigung der geleisteten Mitarbeit. Wünsche für die Zukunft.

4.8. Ausstellungsdatum, Name der Schule und Unterschrift

5. Das Arbeits- oder Zwischenzeugnis bedient sich keiner codierten Sprache

Ein Zeugnis hat folgenden Grundsätzen zu entsprechen:

  • Grundsatz der Wahrheit
    In einem Zeugnis dürfen keine falschen Angaben enthalten sein.
    Gefälligkeitszeugnisse sind zu vermeiden.

  • Grundsatz des Wohlwollens
    Ein Zeugnis wird grundsätzlich wohlwollend ausgestellt. Der oder die Arbeitnehmende hat Anspruch auf eine objektive, richtige, sachliche und faire Beschreibung.

  • Grundsatz der Vollständigkeit
    Es ist erlaubt, einzelne Bereiche wegzulassen, wenn diese im Widerspruch zum "Grundsatz des Wohlwollens" stehen.

  • Grundsatz der Klarheit

  • Grundsatz der Ehrlichkeit

  • Grundsatz der Einheitlichkeit

  • Grundsatz der Individualität

6. Hinweise

  • Ein Arbeitszeugnis ist eine Urkunde. Es enthält keine Adresse und wird nicht in Briefform geschrieben.

  • Wenn eine Kündigung auf Verlangen hin schriftlich begründet werden muss, könnte es zu einer unerwünschten Diskrepanz zwischen einem wohlwollenden Zeugnis und einer harten Kündigungsbegründung kommen.

  • Eine krankheits- oder unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit soll nur dann in ein Arbeitszeugnis aufgenommen werden, wenn diese wesentlich und die Dauer erheblich war.

  • Das Arbeitszeugnis einer unbefristet angestellten Lehrperson kann vom Schulrat mit Einzelunterschrift versehen werden oder mit Doppelunterschrift Schulrat / Schulleitung.

  • Kann gegen Arbeitszeugnisse rekurriert werden?
    Eine Mitarbeitende oder ein Mitarbeiter kann bei einem Arbeitszeugnis Änderungsvorschläge anbringen. Kann diesen entsprochen werden, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, ist die Ablehnung gegenüber der oder dem Mitarbeitenden schriftlich zu begründen und mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen. Die oder der Mitarbeitende kann dann Beschwerde gegen diese Begründung einreichen.

Weitere Informationen.

Kontakt

Stab Personal
Generalsekretariat
Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion Kanton Basel-Landschaft
Rheinstrasse 31
4410 Liestal
T 061 552 50 57

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