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Mülibach Allschwil
Einleitung
Das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) untersucht den Mülibach in Allschwil seit 2001. Untersucht werden geochemische Parameter, flüchtige organische Verbindungen (VOC), Aniline und Schwermetalle/Elemente. Teilweise werden weitere Spurenstoffe analysiert (LC-MS Analysen und GC-MS Screenings). Vor 2001 gab es einzelne Probenahmen mit dem Fokus auf Nährstoffe.
Im Einzugsgebiet des Mülibachs in Allschwil befindet sich auch die ehemalige Deponie Roemisloch in Neuwiller (F). Die Deponie wurde 2011 durch die GIDRB (Groupement d'intérêts pour la sécurité des décharges de la Région bâloise) in Abstimmung mit den französischen Behörden saniert. Während der Sanierung der Deponie Roemisloch wurde der Mülibach mehrmals jährlich untersucht, in den letzten Jahren fand eine Probenahme pro Jahr statt.
Werden bei den Analysen neue Stoffe festgestellt oder erfährt das AUE von potenziell neuen Stoffen, die von dem Perimeter der ehemaligen Deponie Roemisloch stammen könnten, wird das Analysenprogramm angepasst, so z.B. im Sommer 2021 für Benzidin und 4-Aminodiphenylether.
Probenahmestellen
Abb. 1: Kartenausschnitt der ehemaligen Deponie Roemisloch in Neuwiller (F) und den beiden Probenahmestellen im Mülibach in Allschwil (CH).
Abb. 2: Probenahmestelle Mülibach 004480Übersicht Resultate
Abb. 3: Aufteilung der gut 230 in den letzten 10 Jahren nachgewiesenen Substanzen nach Substanzgruppen.Von den in den letzten 10 Jahren untersuchten knapp 690 Substanzen konnten gut 230 mindestens einmal nachgewiesen werden. Abbildung 3 gibt den Überblick über die Einteilung der nachgewiesenen Substanzen nach Substanzgruppen. Am häufigsten vertreten mit knapp 40 % sind Pestizide, gefolgt von Medikamentenrückständen mit 23 %. Diese Substanzen stammen hauptsächlich aus der Landwirtschaft und von häuslichen Abwässern. Die verschiedenen Aniline, die als Leitsubstanzen der ehemaligen Deponie Roemisloch in Neuwiller (F) dienen, sind nur mit 2 % vertreten.
Aufgrund der Befunde aus Untersuchungen der Gemeinde Allschwil der Sickerwässer beim Roemisloch in Neuwiller (F), wird seit Juli 2021 zusätzlich Benzidin und 4-Aminodiphenylether im Mülibach bei der Nachweisgrenze von 0.00010 µg/l, resp. 0.005 µg/l analysiert. Seither wurden die Analytik auf Derivate von Benzidin erweitert. Im Sommer 2025 wurde der Mülibach erstmals gemäss einer neu entwickelten Analysemethode auf Benzidin und 18 seiner Derivate untersucht. Keine dieser Substanzen konnten im Mülibach nachgewiesen werden.
Die Leitsubstanz für die Überwachung der ehemaligen Deponie Roemisloch ist 2,3-Dichloranilin (Abb. 4). Vor der Sanierung wurden im Mülibach Konzentrationen von 0.1 - 0.2 µg/l, während der Sanierung und wenige Jahre danach solche von 1.0 - 2.0 µg/l und seit 2016 0.01 - 0.03 µg/l gemessen. Während der Sanierung wurden offensichtlich Substanzen mobilisiert und vermehrt ausgetragen. Die Sanierung hat jedoch zu einer Reduktion der Konzentrationen von 2,3-Dichloranilin im Mülibach gegenüber dem Zustand vor der Sanierung geführt. Die Konzentrationsschwankungen in den Zeiträumen vor, während und nach der Sanierung sind höchstwahrscheinlich auf die Witterung sowie die Abflussverhältnisse im Mülibach zurückzuführen.
Die gemessenen Substanzen werden nach den Vorgaben der eidgenössischen Gewässerschutzverordnung beurteilt.
Die Resultate der Untersuchungen der beiden Messstellen im Mülibach sind tabellarisch zusammengefasst unter Daten Mülibach.
Abb. 4: Konzentration von 2,3-Dichloranilin im Mülibach seit 2002 bis 2025.Schlussfolgerungen
Das AUE untersucht den Mülibach in Allschwil seit rund 20 Jahren auf eine breite Palette von Substanzen, die aus verschiedenen Quellen in den Bach gelangen könnten (Deponien in Frankreich, Landwirtschaft, häusliche Abwässer).
Die Untersuchungen haben bei einigen, aus der Landwirtschaft stammenden Pestiziden Überschreitungen von Anforderungswerten der Gewässerschutzgesetzgebung (GSchV) gezeigt.
Während der Sanierung der Deponie Roemisloch konnten gewisse Stoffe (Aniline) in erhöhten Konzentrationen gemessen werden. Nach der Sanierung ist nur noch 2,3-Dichloranilin nachweisbar, das als Leitsubstanz für das Emissionsverhalten der Deponie Roemisloch dient. Die Anforderungswerte nach Gewässerschutzverordnung waren zu keinem Zeitpunkt überschritten.
Auch mit der neu entwickelten und seit Sommer 2025 verfügbaren Analysemethode für Benzidin und 18 seiner Derivate konnten diese Substanzen im Mülibach nicht nachgewiesen werden.