Planungshinweiskarte Nacht

Bild Legende:
Bewertung des nächtlichen Wärmeinseleffekts («Bioklima»), bioklimatische Bedeutung der Grün- / Freiflächen, Kaltluftleitbahnen und nächtliches Kaltluftprozessgeschehen
 

Die Planungshinweiskarten stellen eine Bewertung im Siedlungsgebiet aus Sicht der Einwohnenden dar. Sie ermöglicht eine Einschätzung, wo die bioklimatische Situation aufgrund der nächtlichen Überwärmung (Wärmeinseleffekt) und die bioklimatische Belastungssituation am Tag für die Einwohnenden besonders ungünstig ist. Zudem wird die Aufenthaltsqualität in Grün- und Freiflächen bezüglich der Wärmebelastung dargestellt.

Bewertung Wärmeinseleffekt in der Nacht

Die Beurteilung der bioklimatischen Situation (Bioklima) basiert auf einer Bewertung des Wärmeinseleffekts. In der Nacht ist weniger der Aufenthalt im Freien Bewertungsgegenstand, sondern vielmehr die Möglichkeit eines erholsamen Schlafes in den Innenräumen. Damit wird die nächtliche Überwärmung (Wärmeinseleffekt) zum massgebenden Faktor für die Beurteilung der Nachtsituation, denn die Temperatur der Aussenluft bestimmt mehr oder weniger direkt die Temperatur in den Innenräumen. Optimale Schlaftemperaturen liegen zwischen 16 bis 18 °C. Besonders belastend sind sogenannte Tropennächte in denen die Temperatur nicht unter 20 °C sinkt.

Bioklimatische Bedeutung der Grün- / Freiflächen in der Nacht

Die Beurteilung der Grün- und Freiflächen richtet sich nach deren Bedeutung für das Klima in den gegenwärtigen Siedlungsstrukturen. Die bioklimatische Bedeutung einer Grün- / Freifläche ist einerseits abhängig von der Lage der jeweiligen Fläche in Bezug zu den wärmebelasteten Siedlungsstrukturen und anderseits davon, wieviel Kaltluft die Fläche liefern kann. Dies wiederum wird bestimmt durch die Klimaparameter Kaltluftvolumenstrom, Kaltluftproduktionsrate und Windgeschwindigkeit. Die Unterscheidung nach der Lage der Flächen ist notwendig, weil diese «flächeninternen» Klimaparameter nicht in allen Bereichen gleichermassen aussagekräftig sind. So kann eine Grünfläche trotz relativ geringem Kaltluftliefervermögen in einem ansonsten stark überbauten Umfeld signifikant zur Verminderung der dort auftretenden hohen Wärmebelastungen beitragen. Sie wird dementsprechend in ihrer bioklimatischen Bedeutung höher bewertet als beispielsweise eine Waldfläche, die nicht an belastete Siedlungsstrukturen grenzt.

 
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